ZRM: Initiative "Zukunft Rhein-Main" (ZRM)
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In hundert Ordnern wird das Problem beschönigt
Pressemitteilung vom 09.09.2003
Von: @(Bündnis der Bürgerinitiativen) <2003-09-09>
Der voreilige Start des Planfeststellungsverfahrens zeigt nach Meinung des Bündnis der Bürgerinitiativen auf, dass der Ausbau des Frankfurter Flughafens "brutalstmöglich" durchgezogen werden soll.

"Durch den eiligen Start des Planfeststellungsverfahrens wird deutlich, was Fraport AG und Landesregierung vereinbart haben: den Ausbau ´brutalstmöglich´ durchzuboxen," so der Sprecher des Bündnis der Bürgerinitiativen, Winfried Heuser. Vor drei Wochen hatte der zuständige Darmstädter Regierungspräsident noch festgestellt, dass wichtige Unterlagen fehlen und dies auf 20 Seiten aufgelistet. Heute ist er damit einverstanden, dass unverzichtbare Gutachten, Auskünfte und Berechnungen irgendwann nachgereicht werden. "Wir können kaum noch an das versprochene faire Verfahren glauben; Wirtschaftsminister Riehl, der mehrfach gesagt hatte, Sorgfalt gehe vor Zeitgewinn, wird heute schon widerlegt." führte Heuser weiter aus.

Die über 60 Bürgerinitiativen in der Region erinnern daran, dass sie keine Flughafengegner sind; auch nach ihrer Meinung braucht eine wirtschaftlich starke Region einen Flughafen. Sie sprechen sich aber entschieden gegen den Ausbau aus: Die Kapazitäten, die auf FRA jetzt schon vorhanden sind, gehen bereits weit über die Bedürfnisse des Wirtschaftsraumes Rhein-Main hinaus. Wir wenden uns dagegen, die ganze Region und die hier lebenden Menschen gleichsam als Anhängsel eines gigantomanischen Flughafens zu begreifen - in dieser dichtbesiedelten Region den großen Umsteigebahnhof der Lüfte installieren zu wollen, dient nicht den Interessen der Einwohner, sondern widerspricht ihnen. Die gesunde Entwicklung einer vielfältigen Wirtschaft wird verhindert, denn ein Monozentralismus war, wie die Geschichte zeigt, auf Dauer noch nie von Vorteil. Die Mär von der angeblichen Jobmaschine ist schon lange widerlegt, es bliebe bei einem Ausbau nur die gigantische Umweltzerstörung, die gesundheitsschädliche Verlärmung vieler zehntausender von Bürgerinnen und Bürgern und die Potenzierung des Absturzrisikos.

Schon jetzt müssen die Menschen rings um den Flughafen die höchsten Lärm- und Abgasbelastung ganz Deutschlands erdulden. Sie werden sich nicht damit abfinden, dass die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Kinder und die Nachtruhe der Arbeitenden noch mehr gestört werden. Wenn man die neuere Lärmwirkungsforschung auch nur im Ansatz würdigt, ist ein weiterer Flughafenausbau im Rhein-Main-Gebiet aus medizinischen Gründen nicht zulässig. Da hülfe auch nicht das (juristisch angreifbare) Mini-Nachtflugverbot. Überall in Europa ist die gesetzliche Nacht acht Stunden lang, nur in FRA sollen sechs Stunden Ruhe ausreichen, und auch die nur ´soweit es sich planen lässt´, ergänzte Hartmut Wagner, Vorsitzender des Instituts zur Abwehr von Gesundheitsgefahren durch Lärm. Die Bürgerinnen und Bürger, ebenso die Kommunen fühlen sich über den Tisch gezogen. "Wir werden selbstbewusst und tatkräftig unseren Überlebenswillen äußern, und uns auf allen Ebenen - politisch, gesellschaftlich und auf dem juristischen Feld - gegen den unsinnigen Ausbau wehren und uns nicht zum Objekt der Begierde eines einzigen Wirtschaftszweiges machen lassen" ergänzte Heuser.

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BBI-PMs Fraport AG PFV Landebahn Nordwest

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