ZRM: Initiative "Zukunft Rhein-Main" (ZRM)
Diese Seite wird momentan im vereinfachten Darstellungs- und Betriebsmodus präsentiert. Details >>
Bundeskanzlerin Merkel unterstützt Ausbau des Frankfurter Flughafens
"Eine Frage von nationaler Bedeutung"
Von: @cf <2006-07-25>
Anlässlich ihres Besuchs in Hessen hat sich Bundeskanzlerin Merkel für einen schnellen Ausbau des Frankfurter Flughafens ausgesprochen. Betroffene Bürger kritisierten die einseitigen Aussagen Merkels

Bundeskanzlerin Merkel hat am 20. Juli dem Land Hessen einen Besuch abgestattet. Dabei besichtigte sie gemeinsam mit Ministerpräsident Roland Koch und Fraport-Chef Wilhelm Bender ausführlich den Flughafen. Eineinhalb Stunden nahm sie sich dafür Zeit. Für Koch und Bender eine optimale Gelegenheit, für den Ausbau und für die vom Land Hessen eingebrachten Vorschläge zur Beschleunigung von Infrastrukturvorhaben zu werben.

Offensichtlich hatte die Werbemaßnahme Erfolg: die Bundeskanzlerin sprach sich energisch für einen schnellen Ausbau aus und sicherte dem Land Hessen ihre volle Unterstützung für das Projekt zu. Merkel nannte den Ausbau eine Frage von nationaler Bedeutung und kritisierte, dass der Ausbau zu lange dauere: die "Bauzeit sei nicht gerade rekordverdächtiG". Ministerpräsident Koch wiederholte seine bekannte These vom Flughafen als "Jobgenerator" der Region. Stolz meinte er, er habe Merkel "eine Quelle unseres Wohlstandes" zeigen können.

Aus der Pressemitteilung der Landesregierung vom 21.07.2006 zum Merkel-Besuch:

"Im Frankfurter Flughafen und der ganzen Rhein-Main-Region offenbarten sich die Stärken und Schwächen des ganzen Landes, sagte Merkel: "Zum einen die große Wirtschaftskraft, zum anderen aber auch die lange Bauzeit für die geplante zusätzliche Startbahn. Der Ausbau ist eine Frage von nationaler Bedeutung und hat sogar eine europäische Dimension, wenn man den Wettbewerb der Luftdrehkreuze betrachtet." Merkel weiter: "Ich möchte, dass Frankfurt eines der ganz wichtigen Drehkreuze in Europa bleibt. Wenn es in der Rhein-Main-Region nicht läuft, dann läuft es in ganz Deutschland nicht." Ministerpräsident Roland Koch nannte den Flughafen die "Quelle des Wachstums" in der Rhein-Main-Region. Die Bundeskanzlerin könne nicht viele Stellen in Deutschland besuchen, wo ein Unternehmen Investitionen und neue Arbeitsplätze präsentiere."

Ex-Minister Posch (FDP), nutzte die Gelegenheit die Bundeskanzlerin aufzufordern, sich seines Lieblingsthemas "Verkürzung der Genehmigungsverfahren" persönlich anzunehmen. Die Vorschläge der von ihm geleiteten Kommission zur Planungsbeschleunigung würden immer mehr verwässert, beklagte Posch in einen offenen Brief an Merkel, und forderte die Halbierung der Planungszeiten.

Betroffene kontra Merkels Aussagen

Vom Ausbau betroffene Bürger der Region waren mit Merkels Aussagen überhaupt nicht einverstanden. Viele haben Briefe an die Kanzlerin geschrieben und sie aufgefordert, sich mit den Positionen der Ausbaugegner inhaltlich auseinander zu setzen, und haben ihre Gegenargumente verdeutlicht. So hat Dietrich Elsner aus Mainz in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin viele Argumente gegen den Ausbau zusammengestellt, die Merkel vielleicht gar nicht kennt - eine gute Argumenationhilfe für Ausbaugegner:

Der BUND nannte den Auftritt der Kanzlerin zum Flughafenausbau für "reines Sommertheater". Es sei bedauerlich, dass Merkel von ihrem Parteifreund Koch einseitig informiert worden sei und die gravierenden Nachteile des Ausbaus für die Region nicht einmal erwähne. Die Verzögerungen beim Ausbau habe Fraport durch schlechte Planung selbst verschuldet. Die BI Mörfelden-Walldorf beschwerte sich, dass Fraport die Region nicht mit Argumenten habe überzeugen können; jetzt versuche man das Projekt mit Hilfe prominenter Bundespolitiker zu retten.

Auch aus der Politik gab es einige Reaktionen. Der Flörsheimer Bürgermeisterkandidat Heß hat der Kanzlerin ebenfalls einen Brief geschrieben, in dem er verdeutlicht, dass sich in Flörsheim alle Fraktionen einhellig gegen die Ausbaupläne wenden. Gleichzeitig bat er Merkel darum, sich für ein vernünftiges Fluglärmgesetz einzusetzen. Selbst Parteifreunde Merkels äußerten Kritik: die CDU-Bundestagsabgeordnete Granold forderte Merkel auf, die "Schicksale der Fluglärmopfer nicht zu vergessen".

Ob die letztgenannte Aufforderung hilft, ist eher skeptisch zu beurteilen. Betroffene Bürger könnten aber etwas für ihre Sache tun, indem sie der Kanzlerin ebenfalls Briefe schreiben und ihre Gegenargumente darlegen!

Themen hierzuAssciated topics:

Rhein-Main area German Government Flughafen-Ausbau FRA Bundes-Politik (Deutschland)

Das könnte Sie auch interessierenFurther readings:
Die Mängel
bei den Planungen zum Flughafenausbau Frankfurt: Was wurde versäumt oder falsch gemacht ?
Von: @PFV <2002-07-01>
   Mehr»
Main-Kinzig-Kreis
<2003-01-01>
   Mehr»
Offenbach am Main
<2000-04-22>
   Mehr»
Rüsselsheim
<2001-10-10>
   Mehr»
Dreieich
<2000-04-22>
   Mehr»
Rödermark
<2000-04-22>
   Mehr»
(yet) unnamed ...
<2000-04-22>
   Mehr»
(yet) unnamed ...
<2000-04-22>
   Mehr»
?*?
Stadt am bayrischen Untermain, nahe Frankfurt am Main
<1999-11-08>
   Mehr»
Kelsterbach
<2001-01-01>
   Mehr»
Langen
<2001-01-01>
   Mehr»
Flörsheim am Main
<2002-01-01>
   Mehr»
Scoping-Termin für Planfeststellungsverfahren Landebahn im April
Pressemitteilung des RP Darmstadt vom 7.2.3003
Von: @(RP Darmstadt) <2003-02-07>
   Mehr»
Raunheim
<2002-01-01>
   Mehr»
ZRM: Positionspapier "Studiendesign für Gesundheitsmonitoring im Rhein-Main-Gebiet
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2010-09-23>
Die Initiative Zukunft Rhein-Main hat gemeinsam mit renommierten Experten ein Studiendesign für eine Studie über die Auswirkungen des (Flug-)Lärms im Rhein-Main-Gebiet erstellt. Hier zum Download!    Mehr»
Es muss endlich wieder leiser werden!
Von: @ZRM EXTRABLATT <2013-11-08>
Bei der ZRM-Gesprächs­runde "Wie viel Fluglärm verträgt Rhein-Main?" formulierten die Teilnehmer ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung.   Mehr»
Pressemitteilung des RP zum Ergebnis des Raumordnungsverfahrens
Nordwestbahn und Nordostbahn raumverträglich
Von: @(cf) <2002-06-11>
   Mehr»
Kampagne-Motiv "Der Himmel über Rhein-Main"
Kondensstreifen und Kind mit Papierflieger
Von: @Zukunft Rhein-Main <2001-07-15>
   Mehr»
Bundesrepublik haftet für das Flugzeugunglück von Überlingen
Landgericht Konstanz : Übertragung der Flugsicherung an Schweizer skyguide war rechtswidrig
Von: @cf <2006-07-27>
Deutschland haftet für das Flugzeugunglück von Überlingen. nach einem Urteil des Landgerichts Konstanz war die Übertragung der Flugsicherung an die Schweizer skyguide rechtswidrig.   Mehr»
ZRM: "Bund hat Weisungsrecht in Sachen Nachtflugverbot"
Landesregierung muss Ausbaubaupläne stoppen!
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2007-09-20>
"Wenn der Hessische Ministerpräsident zu seiner Zusage eines Nachtflugverbots steht, dann muss er die Ausbauplanungen am Frankfurter Flughafen sofort einstellen!".   Mehr»
EU soll Verfahren wegen Flughafenausbau einstellen
Schreiben der Bundesregierung an die EU-Kommission
Von: @(Bundesregierung) <2004-07-04>
   Mehr»
Der zweite Versuch zur Novellierung des Fluglärmgesetzes
Infos, Kommentare und Material zu einem Vorhaben, das erneut gescheitert ist
Von: @cf <2005-06-05>
Die Bundesregierung startete in 2004 einen weiteren Versuch zur Novellierung des völlig veralteten Fluglärmgesetzes. Doch der verwässerte Kompromiss, auf den man sich im Mai 2005 schließlich einigte, fiel der vorgezogenen Neuwahl des Bundestags zum Opfer.   Mehr»
Bundesregierung einigt sich auf neues Fluglärmgesetz - in Grundzügen
Trittin steckt in einigen Punkten zurück - viele Detailfragen noch offen
Von: @cf <2005-05-21>
Umweltministerium und Verkehrsministerium haben sich offenbar auf ein neues Fluglärmgesetz geeinigt, zumindest in Grundzügen. Angeblich wurde der Entwurf des Umweltministeriums "im Wesentlichen" beibehalten. Details sind bis jetzt noch nicht genannt worden, eventuell sind sie auch noch umstritten.    Mehr»
Die Bildrechte werden in der Online-Version angegeben.For copyright notice look at the online version.

Bildrechte zu den in diese Datei eingebundenen Bild-Dateien:

Hinweise:
1. Die Bilder sind in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens (im Quelltext dieser Seite) angeordnet.
2. Beim Anklicken eines der nachfolgenden Bezeichnungen, wird das zugehörige Bild angezeigt.
3, Die Bildrechte-Liste wird normalerweise nicht mitgedruckt,
4. Bildname und Rechteinhaber sind jeweils im Dateinamen des Bildes enthalten.