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„Ohrenstöpsel statt Lärmschutz“
Will und Astheimer kritisieren Fraport und Landesregierung
Pressemitteilung vom 01.03.2012
Von: @Kreis Gross-Gerau <2012-03-01>
„Zu spät, zu wenig, zu unwirksam“: Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer üben scharfe Kritik am sogenannten „Maßnahme-Paket gegen Fluglärm“ der Hessischen Landesregierung und der Flugverkehrswirtschaft.

KREIS GROSS-GERAU – „Zu spät, zu wenig, zu unwirksam“: Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer üben scharfe Kritik am sogenannten „Maßnahme-Paket gegen Fluglärm“ der Hessischen Landesregierung und der Flugverkehrswirtschaft.

„Der Lärmschutz für die Menschen im Flughafenumland ist der Landesregierung und Fraport gerade einmal halb so viel wert wie die Umsiedlung des Chemiewerks Ticona“, erinnern Will und Astheimer. Hier werde deutlich, wo die Prioritäten des Flughafenbetreibers und des Ministerpräsidenten wirklich lägen. „Was hier vollmundig angekündigt wird, hätte schon längst umgesetzt sein müssen, erreicht längst nicht alle Betroffenen und lässt wichtige Aspekte, wie zum Beispiel den Lärmschutz im Außenbereich, völlig außer Acht – statt dem gesundheitsschädlichen Fluglärm wirksam zu begegnen, bieten Land und Fraport den betroffenen Menschen großzügig bunte Ohrenstöpsel an!“

„Reiner Hohn“ sei es, wenn Ministerpräsident Bouffier jetzt verspreche, es werde auf alle Fälle leiser werden. „Im Gegenteil: Wenn Fraport tatsächlich 700.000 oder gar 900.000 Flieger pro Jahr starten und landen lässt, dann wird es noch sehr viel lauter – und daran werden auch geringfügig größere Flughöhen nicht viel ändern!“

Wenn Fraport jetzt ankündige, bis zu 1.000 besonders betroffenen Familien ihre Häuser abzukaufen, dann sei dies einerseits lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein: „Andererseits ist dies aber das offene Eingeständnis, dass der Ausbau des Flughafens nicht mit den Interessen der Menschen in der Region zu vereinbaren ist!“ Und damit gäben Ministerpräsident Bouffier, Fraport und die Luftverkehrswirtschaft unfreiwillig ein deutliches Signal an das Bundessverwaltungsgericht in Leipzig, das demnächst über die Rechtmäßigkeit der Planfeststellung verhandelt: „Dieser Ausbau ist nicht raumverträglich!“

Was jetzt drohe, sei eine tiefgreifende soziale Spaltung in der Region: „Wer es sich leisten kann, flüchtet in eine ruhigere Gegend. Und wer kein Geld hat, muss bleiben und den Fluglärm ertragen“, befürchten Landrat und Erster Kreisbeigeordneter. Dem aber werde sich der Kreis Groß-Gerau im engen Schulterschluss mit den anderen Anliegerkommunen entschieden widersetzen: „Und dabei setzen wir auch weiterhin auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger – und erhoffen uns Unterstützung durch die Richter in Leipzig.“

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Fraport AG Fluglärmschutz Hessische Landesregierung Kreis GG PMs

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