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Hoffnung auf Verbesserung des Klimaschutzes durch die Corona-Pandemie
Von: @ZRM Info <2020-09-21>
Nahezu jeder Mensch spürt in seinem Alltag die Auswirkungen der Corona-Pandemie und immer mehr Menschen hinterfragen ihr individuelles Mobilitätsverhalten. Um der Enge in Zügen und Bussen auszuweichen, wollen viele allerdings auch in Zukunft mehr mit dem Auto, aber auch dem Fahrrad unterwegs sein.

In einer Umfrage auf dem Mainzer Wochenmarkt und per Telefon wollten wir wissen, ob und wie sich die Pandemie auf die persönliche Mobilität der Befragten ausgewirkt hat:

Dennis Georg, 19, aus Groß-Gerau

Eine klimafreundliche Mobilität war mir schon immer ein großes Anliegen. Darum engagiere ich mich aktiv bei „Fridays for Future.“ Vor dem Ausbruch der Pandemie bin ich viel Bus und Bahn gefahren – heute fahre ich überwiegend mit dem Rad und möchte das auch so beibehalten. Bei Urlaubsreisen verzichte ich auf das Fliegen und plane für die Zukunft vor allem mit Zugfahrten. Dank dem „Interrail“-Ticket lassen sich so auch weiter entfernte Ziele flexibel und relativ kostengünstig erreichen. Außerdem habe ich gemerkt, dass es auch in Deutschland sehr viele schöne und gut erreichbare Orte gibt, die einen Besuch wert sind. Ich hoffe sehr, dass E-Mobilität und Car-Sharing stärker vorangetrieben werden, um kurzfristig viele Emissionen einzusparen und dass auch der mittel- und langfristig wichtigere Ausbau des ÖPNV und Fahrradverkehrs in Kombination mit dem Einsatz alternativer Antriebe in ihren Nischen – beispielsweise Wasserstoff in Nutzfahrzeugen – in Zukunft mit deutlich stärkerer Intensität vorangebracht wird.

Außerdem wünsche ich mir, dass die politischen Entscheidungsträger in Zukunft mehr auf die Expertise aus der Wissenschaft hören, wenn es um klimarelevante Entscheidungen geht. Es sollte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass jeder Einzelne die Verantwortung hat sich für Klimaschutz einzusetzen – sowohl im privaten als auch politisch, institutionell oder auf der Straße. So hoffe ich, dass die Corona-Pandemie auch Chancen zur Verbesserung des Klimaschutzes bietet.

Jan, 32, aus Düsseldorf

Eigentlich sollte man ja mehr Fahrrad fahren. Bei kurzen Strecken ist das allemal sinnvoll. Für das Klima, und weil ich mir dann keinen Parkplatz suchen muss. Aber oft fahre ich lieber Auto. Es ist einfach bequemer. Ich habe Abstand zu anderen Leuten. Und weil es im Auto klimatisiert ist, bei 30 Grad in der Straßenbahn aber nicht. Dass wegen Corona kaum noch geflogen wurde, finde ich wegen des Klimas ganz gut. Die Luft wurde sauberer. Und die Entschleunigung war auch gut. Man macht mal Urlaub zu Hause. Aber es wird alles wieder werden wie früher. Die Menschen sind bequem. Sie werden wieder mehr fliegen. Das gilt auch für mich. Wenn der Flug nur 20 oder 30 Euro teurer ist als die Bahnfahrt, dann fliege ich lieber.

Marvin Schild, 31, aus Wiesbaden

Ich fahre viel Fahrrad, und viele andere Leute sind jetzt auch umgestiegen. Momentan überlege ich, die 30 Kilometer, die ich mit dem Auto zur Arbeit fahre, in Zukunft mit dem Elektrofahrrad zu machen. Aber mit dem Fliegen wird sich nichts verändern, glaube ich. Vielleicht bleibt der Flugverkehr nach Corona noch zwei Jahre lang reduziert, aber dann wird sich das Leben wieder beschleunigen. Die Atempause fürs Klima ist dann vorbei. Wenn es günstig und das Ziel weit weg ist, würde ich wohl auch wieder fliegen. Bis Spanien oder Kroatien fahre ich aber lieber mit dem Auto, weil ich dann nicht an Gepäck-Grenzen gebunden bin. Kurze Flüge müsste man verbieten.

Stefan Sauer, 54, MdB

Meine Mobilität hat sich deutlich reduziert. Es finden weniger Veranstaltungen statt, daher fallen auch weniger Reiseaktivitäten an. Und jene Veranstaltungen, die durchgeführt wurden, erlebte ich vorwiegend in der Umstellung auf eine Videokonferenz. Gut daran ist, dass ich weniger Geld aufwenden muss, Zeit spare und zudem die Umwelt schone. Schlecht daran ist, dass es in den Videokonferenzen doch sehr unterschiedliche Teilnehmer gibt, die mit der Situation mal besser und mal schlechter umgehen können, was es manchmal etwas schwierig macht. Und gerade in kontroversen Gesprächen sind die persönlichen Begegnungen besonders wertvoll und daher für mich auch unerlässlich.

Ich glaube mein Nutzungsprofil wird sich nur wenig verändern, bleibt noch für einige Zeit auf gesenktem Niveau. Ich werde, wie bisher auch, anteilig fliegen und anteilig Bahn fahren. Die Entscheidung fällt abhängig davon, was für ein Zeitfenster mir bleibt, wie schnell ich an einem anderen Ort sein muss, mal für den Flieger, mal für die Bahn.

Ich denke die Delle die wir derzeit haben, wird anhalten, bis der Einzelne sich frei entscheiden kann, ob er sich impfen lassen möchte oder eben nicht. Dann wird auch die Sehnsucht nach der Ferne wieder wachsen. Die Reiseaktivität wird nach meinem Empfinden dennoch abnehmen, weil viele Menschen Alternativen für sich entdeckt haben, eher im eigenen Land Urlaub machen und vor allem auch mit dem Auto unterwegs sind, um unabhängig zu sein und Ansteckungspotentiale zu minimieren.

Hanna, 35, aus Mainz

Früher bin ich viel mit dem Auto gefahren. Aber in den letzten Monaten habe ich mir öfter das Fahrrad geschnappt und fuhr damit herum. Ich fliege auch in diesem Jahr nicht in den Urlaub. Ich werde das wahrscheinlich mit dem Auto machen. Gegenüber dem Fliegen bin ich skeptischer geworden. Ins Flugzeug bin ich immer nur gestiegen, wenn ich ganz weite Strecken zurücklegen will. Wir wissen ja, wie schädlich das Fliegen ist. Zumal wir unter der Einflugschneise wohnen.


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