ZRM: Initiative "Zukunft Rhein-Main" (ZRM)
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Blog: Der Streit um den Fluglärm (2010 - 2012)
Von: @cf <2012-12-31>
Durch den Flug­hafen­aus­bau nimmt der Flug­lärm in der Region zu und wird neu verteilt - das birgt politi­schen Zünd­stoff. Wir verfol­gen die Ent­wick­lung hier fort­laufend. [abgeschlossen Ende 2012]

Worum geht es?

Mit der im Oktober 2011 eröffneten neuen Landebahn soll die Zahl der Flugbewegungen Von jetzt knapp 500 000 auf 700 000 im Jahr 2020 steigen. 900 000 sind möglich. Wegen der neuen Landebahn wurden neue Flugrouten eingeführt oder bestehende geändert und damit der Fluglärm neu verteilt, bis weit ins Nachbarland Rheinland-Pfalz hinein. So manche Kommune, in der der Ausbau bisher kein Thema war, musste inzwischen feststellen, dass sie wider Erwarten doch davon betroffen ist. Das führt zu Konflikten, Gewinner und Verlierer stehen erst teilweise fest. Nur eins sicher: durch den Ausbau wird es viel mehr Fluglärm geben, und die Zahl der Betroffenen wird drastisch ansteigen.

Mehr ...

Doch nicht nur neue Belastungen durch den Ausbau sorgen zunehmend für Diskussionen. Ende Juni wurde im Beisein von Ministerpräsident Koch im "Forum Flughafen und Region" ein "Maßnahmenpaket aktiver Schallschutz" vorgestellt, Es enthält Maßnahmen, mit denen die Rhein-Main-Region beim Fluglärm entlastet werden soll (genauer gesagt soll die durch den Ausbau unvermeidliche Zunahme der Belastungen etwas abgemildert werden). Ziel ist die Verkleinerung der Belästigung und der Aufweckreaktionen, summiert über den betrachteten Teil der Region. Weitere Maßnahmen sollen folgen. Anfang 2012 wurden ebenfalls in kleinen Zirkeln ("Fluglärmgipfel") zwischen Landesregierung und Luftfahrtindustrie weitere Lärmminderungsmaßnahmen vereinbart, die im Laufe der Zeit bekannt gemacht und umgesetzt werden. An dem Programm wird ständig weiter gearbeitet.

Da man die Fluglärmimmissionen (den am Boden ankommenden Fluglärm) zur Zeit durch technische Maßnahmen noch nicht durchschlagend mindern kann, versucht man das Problem zu entschärfen, indem man die Belastungen in der Region verteilt. Zunehmend ist jetzt von "gerechter Verteilung" des Fluglärms die Rede. Flugrouten und/oder ihre Nutzungsintensität stehen mit dem Ausbau ohnehin auf dem Prüfstand. Selbst die bisher unveränderlich erscheinenden langen geraden Landeanflugstrecken sollen zukünftig modifiziert werden. Viele Menschen befürchten, dass es bald überhaupt keine (zumindest einigermaßen) ruhigen Gebiete mehr geben wird. Für Fraport positiver Nebeneffekt einer Verteilung: der Bereich, in dem der Flughafenbetreiber passive Schallschutzmaßnahmen (wie Lärmschutzfenster) bezahlen muss, wird kleiner. Die jetzt geplanten Änderungen sind nur ein Vorspiel: mit der flächendeckenden Einführung der satellitengestützten Navigation können die Flugzeuge in Zukunft auf sehr variablen Flugrouten fliegen, und der Fluglärm könnte flächendeckend verteilt werden.

Die - teils unvermeidliche, teils politisch gewollte - Umverteilung des Fluglärms birgt jede Menge Zündstoff. Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen liegt faktisch bei der Leitung des Forums Flughafen und Region und dort bei einem exklusiven Expertenkreis, der aus Landesregierung, Fraport, DFS und Luftfahrtindustrie und wenigen handverlesenen Kommunalvertretern besteht. Das Gremium verfolgt im Grunde weiter die Umsetzung des umstrittenen "Antilärmpakts" aus dem Jahr 2007, der von den Betroffenen nie unterzeichnet wurde (die Story dazu gibt es hier ). Neue Flugrouten und das erste Maßnahmenpaket des FFR wurden hinter verschlossenen Türen ausgehandelt, praktisch alle Betroffenen überrascht. Auch bei weiteren Maßnahmen, wie z.B. den "Lärmgipfeln" der Landesregierung oder dem Regionalfonds wird im wesentlichen so verfahren. Zwischen der Fluglärmkommission und dem Expertengremium beim FFR besteht über den Vorsitzenden der Fluglärmkommission eine enge Kopplung, sodass grundsätzlich dieselbe Agenda verfolgt wird. Mit den Vorschlägen der neuen schwarz-grünen Landesregierung zur Lärmpausen-Regelung mischte sich zum ersten Mal ein neuer Akteur mit etwas anderem Blickwinkel in die Umverteilungsdebatte ein. Wirkliche Beteiligung der betroffenen Bürger ist aber auch hier nicht zu erwarten.

Nachdem durch den Betrieb der Landebahn immer mehr Bürger gemerkt haben, dass der Flughafenausbau doch nicht weit weg, sondern auch vor ihrer Haustür bzw. über ihren Köpfen stattfindet, regt sich unter den betroffenen Bürgern zunehmend Widerstand. Allerdings könnten sich bei Verteilungsfragen nicht nur Ausbaugegner und Ausbaubefürworter in die Haare geraten, sondern auch Ausbaugegner und Ausbaubefürworter unter sich - denn beim Fluglärm hört die Freundschaft auf. Die Ausbaugegner haben die Gefahr aber bemerkt und wollen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen: "Wir ziehen an einem Strang", ist das Motto. Nach Meinung der Bürgerinitiativen soll der Fluglärm nicht verteilt, sondern durch Beschränkung der Zahl der Flugbewegungen real reduziert werden.

Wir verfolgen die Entwicklung der Diskussion um Flugrouten, Fluglärm und die Verteilung des Fluglärms - durch den Ausbau und die Maßnahmen von FFR, DFS und der Landesregierung - in diesem Blog.

Dieser Blog ist abgeschlossen und enthält Ereignisse beginnend ab Juni 2010 bis Ende 2012. Den aktuellen Blog finden Sie HIER.
Informationsmaterial finden Sie am Ende.

Aktuelle Nachrichten

03.01.2013: Regionalfonds tritt zum 1.1.2013 in Kraft

Die Förderrichtlinien zum im Sommer beschlossenen Regionalfonds treten am 1.1.2013 in Kraft. Damit erhalten etwa 17000 Haushalte Ansprüche auf Zuschüsse für passive Schallschutzmaßnahmen bis zu einem Höchstbetrag vom 4350 Euro. Auch für Kommunen sind Zuschüsse für passiven Schallschutz bei öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Kindergärten vorgesehen. Die Verteilung der Mittel folgt Vorschlag einer Arbeitsgruppe des Forums Flughafen und Region. Mehr Details und Material dazu HIER.

28.12.2012: Interview mit Rosemarie Heilig zum Fluglärm

In der FAZ findet man ein Interview mit Rosemarie Heilig, der Frankfurter Umweltdezernentin, die auch Vertreterin der Stadt Frankfurt in der Fluglärmkommission ist.

27.12.2012: Interview mit Sachsenhäuser Musterklägern

Das Ehepaar Herrlein aus Sachsenhausen, das eine der Verfassungsbeschwerden gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Flughafenausbau eingereicht hat, spricht in der FAZ über die Motive der Klage und über das Leben am Lerchesberg seit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn. Mehr im Artikel mit dem Titel "Wir wollen endlich Gerechtigkeit" in der FAZ vom 27.12.2012.

09.12.2012: Obertshausen: Erfolg bei Klage zum Segmentierten Anflug

Die Stadt Obertshausen, die gemeinsam mit anderen Städten gegen den Testbetrieb zum segmentierten Anflug geklagt hatte, hat beim VGH Kassel einen formalen Erfolg errungen. Nachdem durch das Nachtflugverbot der für die Nachtzeit vorgesehene Testbetrieb hinfällig geworden war, wollte die Stadt die Klage als "erledigt" abschließen. Die Beklagten (die Bundesrepublik in Gestalt des Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, und Fraport) wollten die Angelegenheit dagegen weiter verfolgen, weil sie davon ausgingen, die Rechtsverordnung zum segmentierten Anflug sei noch gültig. Der VGH gab Obertshausen Recht, Fraport und der Bund müssen die Kosten des Verfahrens tragen. Der Obertshausener Bürgermeister Roth will sich jetzt gemeinsam mit den anderen betroffenen Gemeinden gegen die Bestrebungen einsetzen, den gekrümmten Anflug auch in den Randzeiten oder sogar tagsüber einzusetzen. Mehr in der Pressemitteilung von Obertshausen.

09.12.2012: Frankfurter BIs fordern Jühe zum Rücktritt auf

Nachdem das erste Treffen zwischen Vertretern der Bürgerinitiativen, Untergruppe "Südumfliegung", mit dem Vorstand der Fluglärmkommission stattgefunden hat, geht die Debatte um die Arbeit der Kommission und den Vorsitzenden, den Raunheimer Bürgermeister Jühe, weiter. Frankfurter Bürgerinitiativen fordern in einem offenen Brief den Rücktritt von Jühe. Nach Meinung der BIS nutzt Jühe sein Amt dazu, um Maßnahmen durchzusetzen, die Raunheim auf Kosten anderer Betroffener entlasten, ohne diese Absicht offen zu kommunizieren. Konkret entzündet sich der Streit an Jühes in der Pressemitteilung vom 14.11.12 ausgesprochenen Ablehnung, in den Nachtrandstunden die Centerbahn zum Landen zu nutzen statt der Südbahn und der Nordwestbahn. Den kompletten Brief mit einer ausführlichen Darstellung des Sachverhalts finden Sie HIER.

Von der KAG (Kommunale Arbeitsgemeinschaft Flughafen) gab es dagegen Schützenhilfe für Jühe, man sprach ihm dort das Vertrauen aus (siehe Pressemitteilung der KAG).

Der grüne Landtagsabgeordnete Kaufmann hat sich im übrigen kürzlich von seinen Raunheimer Parteikollegen überzeugen lassen, von einer früher geäußerten Forderung nach Nicht-Nutzung der neuen Landebahn in den Nachtrandzeiten abzugehen (siehe Artikel in der Mainspitze).

03.12.2012: Jühe nimmt Stellung zu Kritik

Im Montagsinterview der FNP nimmt der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe ausführlich Stellung zu der in letzter Zeit geäußerten Kritik an der Fluglärmkommission im Allgemeinen und seiner Amtsführung im Besonderen und anderen aktuellen Fragen.

01.12.2012: Betroffene enttäuscht über Schallschutz

In den letzten Tagen bekommen viele Flörsheimer Haushalte, die Antrag auf von Fraport zu finanzierenden passiven Schallschutz gestellt haben, den Bescheid des Regierungspräsidiums. Die Enttäuschung ist groß: selbst in der Kernzone werden meist nur die Kosten für den Einbau von Lüftern erstattet, nicht etwa die erhofften Lärmschutzfenster oder eine bessere Lärmdämmung beim Dach. Als Grund wird vom RP genannt, dass die Bausubstanz oft schon das rechnerisch geforderte Lärmdämmungs-Maß erfüllt und die Lärmschutzverordnung nicht mehr hergibt. In der Praxis reicht das offensichtlich vorn und hinten nicht Den Erfahrungsbericht einer betroffenen Familie lesen Sie in der FNP.
Auch in anderen Städten in der Einflugschneise gibt es das Problem, dass statt der erhofften Lärmschutzfenster nur Lüfter genehmigt werden. Einen Bericht über eine Familie in Hochheim gibt es bei der Frankfurter Rundschau. Einige Betroffenen wolle jetzt Widerspruch gegen die Bescheide einlegen und eventuell auch klagen.

26.11.2012: Vorstand der Fluglärmkommission stellt sich hinter Jühe

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe hat im aktuellen Streit um die Fluglärmkommission im allgemeinen und seiner Amtsführung im besonderen Rückendeckung von seinen Vorstandskollegen (Eder und Gölzenleuchter) erhalten. Sie haben laut einem Artikel bei airliners.de Forderungen für seinen Rücktritt zurückgewiesen.

26.11.2012: Rheingau-Musik-Festival: Flugroutenumleitung Ausnahme

Das Rheingau Musik Festival wehrt sich gegen den Eindruck, Flugzeuge würden umgeleitet, damit die Konzerte nicht gestört werden. Es habe sich um 3-5 Fälle vor dem Jahr 2000 gehandelt. Mehr im Artikel in der Frankfurter Rundschau. Die Diskussion um die privilegierte Behandlung des Events, bei dem auch Fraport Sponsor ist, hat schon hohe Wellen geschlagen - die Behandlung des Themas im Landtag wurde allerdings vertagt. Einen ironischen Beitrag im Ard-Magazin Titel Thesen Temperamente finden sie HIER (wahrscheinlich nur kurze Zeit verfügbar).

20.11.2012: Streit über Südumfliegung: Jühe gegen Rheinland-Pfalz

In einem Artikel in der Mainspitze finden sich weitere Details über die Debatte zur Südumfliegung in der Fluglärmkommission. Trend: der DFS gefallen die Alternativ-Vorschläge aus dem von Rheinland-Pfalz vorgelegten Gutachten nicht, die Südumfliegung werde wohl bleiben.

Der Vorsitzenden der Fluglärm-Kommission Jühe hat mit seinen Äußerungen, er wolle im nächsten halben Jahr "für Rheinland-Pfalz den Sack zumachen", bei den Betroffenen erheblichen Zorn ausgelöst. So fordert die "Initiative gegen Fluglärm Rheinhessen" in einem Kommentar auf ihrer Homepage in deutlichen Worten seinen Rücktritt. Auch mit den Politikern in Rheinland-Pfalz im Allgemeinen und dem Landrat des Kreises Mainz-Bingen im Besonderen gibt es Streit, wie man im Artikel des Wiesbadener Kuriers nachlesen kann. Die Antwort von Landrat Schick auf die Vorwürfe finden Sie HIER im Original. Jühe hat seine Vorwürfe daraufhin sogar noch verschärft: Schick sei nie gegen den Ausbau eingetreten, habe sich erst nach Protesten aus der betroffenen Bevölkerung mit dem Problem Fluglärm befasst und mache jetzt die Fluglärmkommission verantwortlich, was "jegliches politisches Ethos vermissen" ließe (siehe auch Artikel in der Rundschau).

16.11.2012: Bouffier in Flörsheim unfreundlich empfangen

Wie im Eintrag vom 13.11. schon angekündigt, haben Flörsheimer Bürger dem Ministerpräsidenten einen unfreundlichen Empfang bereitet. Ein Video findet man auf Youtube.

14.11.2012: Sitzung der Fluglärmkommiossion - Flugrouten, Neuwahlen

Die Fluglärmkommission hat sich in der 218. Sitzung schwerpunktmäßig mit Flugrouten (vor allem der Südumfliegung und der Nutzung der Centerbahn in den Nachtrandstunden) befasst und Teile des Vorstands neu gewählt. So wurde die Mainzer Umweltdezernentin Eder zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt (siehe auch PM der Stadt Mainz). Die Frankfurter Umweltdezernentin Heilig und der Rüsselsheimer OB Burghardt wurden in den Vorstand gewählt. Mehr zum Inhalt und Ergebnissen der Sitzung aus "offizieller" Sicht in der Pressemitteilung der Fluglärmkommission. Darüber hinausgehende Informationen (es gab noch eine Pressekonferenz) finden sich im echo online und in der Frankfurter Rundschau. Besonders Fluglärm-Betroffene in Rheinland-Pfalz und im Kinzigtal dürften einige Aussagen in den Artikeln interessant finden.

13.11.2012: Bouffier zu Besuch in Flörsheimer Kindergarten - Bürger protestieren

Den Besuches von Ministerpräsident Bouffier im Flörsheimer St. Michael-Kindergarten am 16.11. wollen Flörsheimer Bürgerinnen und Bürger nutzen, um sich bei Bouffier über die kärglichen Maßnahmen zum passiven Schallschutz zu beschweren. Statt der beantragten und erwarteten Schallschutzfenster bekommen nämlich viele Flörsheimer nur Lüfter für Schlafzimmer (im Gegenwert von knapp 1000 Euro) bewilligt. Mehr dazu findet man in der Pressemitteilung der BI Flörsheim Hochheim. Eine Flörsheimer Bürgerin hat dazu einen offenen Brief an Bouffier geschrieben.

12.11.2012: BI in Schwalbach warnt vor mehr Fluglärm

Wahrscheinlich nicht allen bekannt: auch in Schwalbach gibt es eine BI, die "Fluglärmgegner Schwalbach". In einer Stellungnahme warnt die BI davor, dass ihre Heimatstadt künftig wesentlich stärker vom Fluglärm belastet werden wird als jetzt, da mit einer Verdoppelung der Zahl der Flugbewegungen zu rechnen ist. Offenbar nehmen viele Bürger angesichts der (jetzt noch) erträglichen Belastung das Problem Fluglärm (noch) nicht ernst. Die Fluglärmgegner möchten "den Anfängen wehren" - angesichts der Variabilität bei den Flugrouten und der zu erwartenden Zunahme der Zahl der Flüge keine schlechte Strategie.

Auch die neue BI in Obertshausen hat inzwischen ihre Arbeit aufgenommen, man befasst sich zur Zeit mit dem Lärmaktionsplan, den Zielen der BI und möglichen Aktionen. Die BI setzt sich für eine lebenswerte Region Rhein-Main ein und fordert deshalb, den weiteren Ausbau des Flughafens zu stoppen und einen Sitz in der Fluglärmkommission. Auch an andere Lärmquellen in Obertshausen wird gedacht. So werden bessere Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn A3 gefordert.

07.11.2012: Neue Protestschilder in Trebur

An den Ortseingängen von Trebur, in Astheim und Geinsheim wurden neue Protest-Schilder gegen den Fluglärm und den weiteren Flughafenausbau aufgestellt, mit der Aufschrift "Für eine lebenswerte Rhein-Main-Region". Einen Blick auf die Schilder werfen kann man im Artikel des Darmstädter Echos. Zudem wurde angekündigt, dass noch vor der Bürgermeisterwahl im Februar ein Informationsabdend der Gemeinde zu den Themen Südumfliegung, Lärmaktionsplan etc. stattfinden soll.

06.11.2012: Beschweren mit Fluglärm-App des DFLD

Wer ein Smartphone mit Android (ab Version 2.3.3) nutzt, kann sich jetzt auch von unterwegs mit der neuen Fluglärm-App des DFLD beschweren. Die App steht kostenlos im Google Play Store zur Verfügung (nach DFLD-App suchen).

06.11.2012: Informationsveranstaltungen der Fluglärmkommission für BIs

Bei den Gesprächen zwischen Bürgerinitiativen und Fluglärmkommission hat man offenbar einen Kompromiss gefunden: es sollen jetzt vier Veranstaltungen für BIS / Problemkreise im Süden, Westen, Osten und Bereich Südumfliegung geben. Die Veranstaltungen sind bevorzugt für die BIs aus der genannten Region, aber auch offen für andere BIS. Siehe auch Bericht in der Mainspitze.

04.11.2012: BBI gegen "Einzelgespräche" mit Fluglärmkommission

Das Bündnis der Bürgerinitiaven ist nicht begeistert von der Idee des Vorsitzenden der Fluglärmkommission Jühe, mit einzelnen BIS aufklärende Gespräche über die in die Kritik geratene Arbeit der Kommission zu führen (siehe Eintrag vom 30.10.12). Statt dessen wird ein Termin für eine gemeinsame Veranstaltung, z.B. eine Delegiertenversammlung ded Bündnisses vorgeschlagen. Es wird befürchtet, dass in Einzelgesprächen versucht werden könnte, einige BIs auf die Linie "Verteilung des Fluglärms" zu bringen und so die Bewegung zu spalten.

02.11.2012: Untersuchung zum Lärmempfinden

Lärm stört, aber nicht alle in gleichem Maße: was den einen so nervt, dass ihm nur noch der Umzug bleibt, lässt den anderen relativ kalt. Ein Doktorand aus Aachen will jetzt mit einer wissenschaftlichen Untersuchung herausfinden, wie die Menschen den Lärm empfinden und welche Umstände und persönliche Faktoren dazu führen, dass der gleiche Lärm auf verschiedene Menschen unterschiedlich wirkt - eine interessante Frage, über die viele Vermutungen, aber nur wenig belastbare Daten existieren. Für eine Vorstudie wurden in Flörsheim Fragebogen verteilt. Mehr zu der geplanten Untersuchung findet sich im Artikel der FNP.

Ein konkretes Beispiel ür das Lärmempfinden: in der Mainspitze liest man einen Artikel, in dem eine Familie in Gustavsburg beschreibt, wie sie unter dem Fluglärm leidet.

01.11.2012: Wurde Musikfestival "umflogen"?

Manche Ereignisse sind offenbar so wichtig, dass sie nicht vom Fluglärm gestört werden dürfen. Es sind Informationen aufgetaucht, dass zumindest früher wegen des "Rheingau Musik Festivals" Flugzeuge so umgelenkt wurden, dass die Konzerte nicht gestört werden. In einem Bericht bei hr online war von einem der Verantwortlichen die Bemerkung gefallen, man habe "für wichtige Konzerte manchmal darum gebeten, die Flugrouten zu ändern, das sei auch schon ein paarmal gelungen." Die Chefs des Musikfestivals haben gute Beziehungen zu Fraport, einem wichtigen Sponsor. Die DFS bestätigte, dass in der Vergangenheit einige Male Flugzeuge auf alternativen Routen geführt worden seien. Heute wäre das aber nicht mehr möglich. Mehr im einem Artikel in der Allgemeinen Zeitung.

01.11.2012: Klagen wegen Schallschutzmaßnahmen

Anwohner des Frankfurter Flughafens wollen mit einer Musterklage eine Entschädigung vom Flughafenbetreiber einklagen, weil die passiven Schallschutzmaßnahmen nicht (wie eigentlich vorgeschrieben) zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Landebahn zur Verfügung gestanden haben, sondern erst viel später realisiert werden können. Die Lärmschutzbereiche waren erst kurz vor Eröffnung der Landebahn festgelegt woren. Die Betroffenen verlangen jetzt die Zahlung einer "Lärmrente" bis zu dem Zeitpunkt, wo der Schallschutz fertig ist. Mehr bei Rechtsanwalt Möller-Meinecke.

Weiterhin wird das Verwaltungsgericht Frankfurt im November mehrere Musterklagen gegen die Lärmschutzbereiche des Frankfurter Flughafens und gegen die Schallschutzverordnung der Bundesregierung verhandeln. Bei den Lärmschutzbereichen wird die fehlerhafte Berechnung gerügt, wegen der die Bereiche zu klein sind; bei der Schallschutzverordnung richtet sich die Kritik auf die nicht ausreichende Schutzwirkung der vorgesehenen passiven Schallschutzmaßnahmen. Mehr dazu HIER.

30.10.2012: Fechter kommt nicht in Fluglärmkommission

Es zeichnete sich bereits ab, jetzt ist es amtlich: Wirtschaftsminister Rentsch hat entschieden, dass Ursula Fechter nicht als stellvertretendes Mitglied für die Stadt Frankfurt in die Fluglärmkommission berufen wird. Die Entscheidung stieß bei Bürgerinitiativen und bei OB Feldmann auf heftige Kritik. Mehr zu den Begründungen und Äußerungen von Beteiligten findet man zum Beispiel im Artikel in der Frankfurter Rundschau und in der FNP. Bevor sich nun alle Empörung auf den Wirtschaftsminister konzentriert, sei daran erinnert , dass die Fluglärmkommission selbst mehrheitlich die Empfehlung gegeben hat, nur bewährte "Amtsträger" zu berufen und Fechter deshalb abgelehnt hat (siehe z.B. Blogeintrag vom 12.10.2012).

Die Fluglärmkommission ist in letzter Zeit verschiedentlich in die Schusslinie auch von Fluglärmbetroffenen geraten und sieht sich mit Forderungen nach mehr Transparenz und der Veröffentlichung von Protokollen und Unterlagen konfrontiert. Die Kommission will der Kritik jetzt mit einer "Informationsoffensive" begegnen - siehe die Pressemitteilung vom 30.10., deren genaues Studium sehr empfehlenswert und aufschlussreich für alle ist, die die (maßgeblich vom Vorsitzenden Jühe bestimmte) Zielsetzung und Strategie der Kommission besser verstehen wollen. Jühe will in den nächsten Monaten in "Gesprächen mit BIs und Gremien" für "umfangreiche Information über die Arbeit der Kommission" sorgen und die Kritiker überzeugen; sogar an eine Internetpräsenz ist gedacht.

Einem Artikel in der FNP kann man entnehmen, dass auch so manche Bürgermeister nur städtische Beamte in der Kommission wollen.

30.10.2012: Diskussion über Südumfliegung in Nauheim

In einer Mitgliederversammlung des Vereins "Lebenswertes Nauheim" fand eine kontroverse Debatte über die Südumfliegung statt (mehr über die Forderungen der Stadt im Blog-Eintrag vom 26.9.). schließlich war man sich darüber einig, dass nur ein Verzicht auf die jetzige Südumfliegung wirklich helfen würde. Weitere Informationen zur Diskussion und geplanten Aktionen in einem Artikel im Darmstädter Echo.

22.10.2012: Laubenheim gegen Fluglärm

In Mainz-Laubenheim leidet man stark unter dem Fluglärm, bei Ost- und Westbetrieb. Der Ortsbeirat hat sich in seiner letzten Sitzung einstimmig gegen eine Verlegung von Anflugrouten in nach Süden aus. Auch den gekrümmten Landeanflug lehnt man ab, da er die Lärmbelastung in Laubenheim weiter erhöhen würde. Die Stadt soll auch versuchen zu erreichen, dass schwere Flugzeuge wieder auf der alten Route (von vor dem 22. September) fliegen sollen und dass die Südumfliegungsroute genau eingehalten wird. Mehr Info zum Fluglärm in Laiubenheim findet man bei der BI Mainz-Laubenheim.

18.10.2012: GdF kritisiert Frankfurter Flugbetriebssystem

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) bleibt ein Jahr nach der Eröffnung der neuen Landebahn bei ihrer Kritik am Bahnensystem in Frankfurt und den zugehörigen Flugverfahren. Die aktuellen Verfahren seien komplexer als früher und damit fehleranfälliger als früher. Es sei keineswegs sicher, dass mit diesem System 700000 Flugbewegungen im Jahr 2020 erreicht werden könnten. Insbesondere die Südufliegung steht in der Kritik. Die Fluglotsen lobten die gestern verkündeten Maßnahmen zum aktiven Schallschutz. Auch kleine Wirkungen würden sich summieren. Mehr bei der Allgemeinen Zeitung.

18.10.2012: Gegenanflüge ab heute höher

Drei weitere Maßnahmen aus dem Paket "Aktiver Schallschutz" werden ab heute umgesetzt. Der Anfluggleitwinkel beim Anflug auf die Nordwestbahn wird von 3 Grad auf 3,2 Grad angehoben. Dadurch wird die Überflughöhe im Endanflugbereich ein wenig größer, je nach Entfernung vom Flughafen. In Flörsheim steigt die Überflughöhe laut DFS um 6 Meter, in Offenbach oder Mainz um bis zu 60 Meter. Für den neuen Anflugwinkel wurde extra in weiteres Instrumentenlandesystem installiert. Bei schlechtem Wetter wird allerdings weiter mit 3 Grad angeflogen. Außerdem steigt ab heute die Mindestflughöhe auf den Gegenanflügen um 1000 Fuss (etwa 300 Meter). Auf dem nördlichen Gegenanflug beträgt die Mindesthöhe dann 6000 Fuß (ca. 1825 Meter), auf dem südlichen Gegenanflug auf 5000 Fuß (ca. 1525 Meter). Laut DFS wurde in letzter Zeit die tiefste Ebene des Gegenanflugs nur noch selten genutzt, sodass die Veränderung eventuell nicht sehr auffällt. Die Maßnahmen werden erst einmal ein Jahr getestet und analysiert. Ob sie wirklich etwas bringen, werden die Betroffenen in den folgenden Monaten selbst sehen.

Auf einer Pressekonferenz des FFR, das das Paket "Aktiver Schallschutz" entwickelt hat, lobten der Vorsitzende Wörner und das Vorstandsmitglied Schulte (Fraport) die Maßnahmen und die Zusammenarbeit in der "Allianz für Lärmschutz", die eine "spürbare Entlastung der Bürger in den vom Fluglärm betroffenen Gebieten" bringen würden (und vielleicht neue Belastungen anderswo, was aber nicht gesagt wurde). Weitere Maßnahmen seien schon in der Entwicklung. Wörner meinte, die Mediation sei "weitgehend umgesetzt". Die Landesregierung stellt die Ankündigung unter das Motto "Wir halten unser Wort". Mehr:

12.10.2012: Fluglärmkommission gegen Fechter als Mitglied

Wie heute einem Artikel in der FAZ zu entnehmen ist, hat die Fluglärmkommission dem Ministerium empfohlen, Ursula Fechter nicht als stellvertretende Vertreterin für die Stadt Frankfurt zuzulassen. Vor zwei Tagen hatte der Frankfurter OB Feldmann die Umweltdezernentin Heilig als Mitglied und die Vorsitzende der BI Sachsenhausen (ehemals Stadträtin für die FAG) als stellvertretendes Mitglied für die Fluglärmkommission benannt (siehe Pressemitteilung der Stadt Frankfurt und Artikel in der FNP. Als Grund hat die Kommission laut FAZ angegeben, in der Kommission würden "unter anderem Gutachten beraten und Änderungen von Routenführungen debattiert". Personen, die nicht von Amts wegen einer Kommune zur Loyalität verpflichtet seien, könnten auch nicht für die Kommune abstimmen. Das Ministerium scheint laut FAZ dieser Argumentation wohlwollend gegenüber zu stehen und findet die Kommission jetzt schon zu groß. Schon im Juni (siehe Eintrag vom 25.6.12 in diesem Blog) hatte sich die Kommission mit Mehrheit gegen die Absicht von Kommunen ausgesprochen, Vertreter von BIs in die Kommission zu entsenden. An sich können die Kommunen ihre Vertreter frei wählen, das Ministerium ernennt sie formal und muss daher faktisch zustimmen.

10.10.2012: BI Nauheim will Auskunft von Fluglärmkommission

Die BI Lebenswertes Nauheim ärgert sich massiv darüber, dass die Fluglärmkommission die entscheidenden Unterlagen, die zur Entscheidung über die Südumfliegung geführt haben, nicht herausgeben willüber - siehe Artikel im Echo online mit dem bezeichnenden Titel "So glaubwürdig wie der Osterhase". Die BI hat nun ein Musterschreiben bereitgestellt, in dem die Offenlegung aller zugehörigen Unterlagen gefordert wird, mit diesem können betroffene Bürger bei der Fluglärmkommission protestieren.

04.10.2012: Fluglärmkommission beharrt auf "vertraulichen" Beratungen

Der Nauheimer Kommunalpolitiker Marco Müller (Grüne) ist mit seinem Antrag auf Offenlegung der Protokolle der Fluglärmkommission - gestellt nach dem hessischen Umweltinformationsgesetz - erwartungsgenäß abgeblitzt. Mehr über die Begründung ist einem Artikel in der Mainspitze zu entnehmen. Als Argument verwendet die Fluglärmkommission "den Schutz der Willensbildung im behördlichen Bereich" und den Schutz persönlicher Daten - im Klartext: alles, was in der Diskussion zu einer Entscheidung gesagt wurde oder gar wer wie abgestimmt hat, ist geheim, und das wird auch sehr konsequent durchgehalten. Allenfalls allgemeine Unterlagen wie Präsentationen der DFS oder Gutachten will man (vielleicht) auf Antrag herausgeben.

Wie begründet die Geheimhaltungspolitik ist, ist unklar. Das hessische Umweltinformationsgesetz ist restriktiver als die EU-Richtlinie und erlaubt Auskunftsanträge anzulehnen, wenn es negative Auswirkungen auf die Vertraulichkeit bei dazu verpflichteten Behörden gäbe. Allerdings ist die Fluglärmkommission keine Behörde. Forderungen nach mehr Transparenz in der Kommission hatte vor kurzem auch der neue Frankfurter OB Feldmann verlauten lassen. Er scheint noch Illusionen zu haben. Die Offenheit, die in Frankfurt undenkbar ist, ist z.B. in Berlin oder Hamburg schon seit einigen Jahren implementiert: dort findet man alle Protokolle und Unterlagen der Fluglärmkommission im Internet. Für "historisch" Interessierte: unsere Glosse aus dem Jahr 2002!

02.10.2012: Gegenanflug über Bad Vilbel wird erhöht

Die Mindestflughöhe beim Gegenanflug über Bad Vilbel wird ab dem 18. Oktober um 1000 Fuss (von 5000 auf 6000 Fuss) angehoben, wie auf einem Treffen zwischen DFS, Fraport, Lokalpolitikern und Vertretern von Bürgerinitiativen verlautete. In Bad Vilbel hofft man, dass dadurch auch die startenden Flugzeuge, die unter dem Gegenanflug durch müssen, schneller steigen und so weniger Lärm verursachen würden. Dies müsse allerdings noch mit der DFS verhandelt werden. Fluglärmgegner kritisieren seit langem das "Frankfurter Tiefflugsystem", bei dem startende Flugzeuge wegen der Unterquerung der Gegenanflüge länger tief gehalten werden müssen als technisch nötig, die DFS hat dieses Problem aber nie richtig anerkannt. Mehr in einer Pressemitteilung (nicht ganz eindeutiger Herkunft).

26.09.2012: Keine Messstation in Karben

In Karben soll keine eigene Messstation für den Fluglärm angeschafft werden. Die Stadtverordneten lehnten mit ihrer Mehrheit (CDU, FDP, FWG) einen entsprechenden Antrag der Grünen ab. Man will sich statt dessen für zwei Monate eine Leihstation von Fraport besorgen und das Infomobil der Fraport bestellen, damit die Bürger sich über die Flugrouten erkundigen können. Sachliche Argumente der Grünen zu den Vorteilen einer beim DFLD betriebenen Station fanden bei der Mehrheit kein Gehör. Nachlesen können Sie die Argumente einiger Politiker im Artikel bei der Frankfurter Rundschau. Hinweis:: Die BI erwägt jetzt, eine Messstation in eigener Regie anzuschaffen.

26.09.2012: Neu-Isenburg gegen segmentierten Landeanflug

Neu-Isenburg Gravenbruch würde durch den segmentierten Landeanflug stark belastet. Bürgermeister Hunkel stellte jetzt die Messergebnisse einer mobilen Messstation vor, mit der in 2011 der Fluglärm während des Testbetriebs für den gekrümmten Anflug erfasst worden war. Die Maximalpegel lagen beim segmentiereten Anflug deutlich höher: 354 Überflüge (81,4%) waren lauter als 60 dB(A), während es beim normalen Landeanflug nur 13 Überflüge waren. Neu-Isenburg lehnt deshalb Pläne zur Einführung des neuen Landeverfahrens zu weiteren Tagestzeiten ab. Der Testbetrieb während der Kernnacht war seinerzeit wegen des Nachtflugverbots eingestellt worden. Nun wird über die Ausweitung in die Randzeiten nachgedacht. Mehr in der Offenbach-Post.

26.09.2012:Protest gegen Südumfliegung in Nauheim

Der Nauheimer Bürgermeister Fischer unterstützt den Protest gegen den Fluglärm. Man habe an verschiedenen Stellen (DFS, BAF, Landesregierung) interveniert oder werde das noch tun, um z.B. eine genauere Einhaltung des Soll-Kurses auf der Südumfliegung oder eine Verlagerung der Flugroute in Richtung Osten zu erreichen. Ergebnisse lägen aber noch nicht vor. Fischer warnte vor zu hohen Erwartungen, seine Einflussmöglichkeiten seien beschränkt. Mit der BI "Lebenswertes Nauheim" soll künftig enger zusammen gearbeitet werden. Mehr bei echo online.

20.09.2012: Mehr Lärm durch Südumfliegung

Seit heute dürfen auch schwere Flugzeuge, wie die Boeing 747 oder der A380, die Südumfliegung benutzen. Bis jetzt wurden nur leichtere Flugzeuge auf dieser Route geführt. Nach der Fertigstellung der neuen Navigationsanlage können nun auch die schweren Flugzeuge die Route benutzen. Die Zahl der Flüge soll dadurch von etwa 150 auf 180-190 steigen. Auch ohne die zusätzlichen Flugzeuge sorgt die Südumfliegung schon für reichlich Ärger. Mehr z.B. bei hr online. In Rüsselsheim, Nauheim und in vielen Gemeinden in Rheinland Pfalz wird es jetzt noch lauter, was den Betroffenen natürlich gar nicht gefällt. Sp protestiert die Initiative Fluglärm Rheinhessen gegen die "Volle Dröhnung für Rheinhessen".

Die Stadt Mainz beschwert sich, dass die versprochene Entlastung von Laubenheim durch eine gerinfügige Verlagerung der Route nichts bringt und die Flugzeuge immer noch genau über den Ortskern fliegen. Die DFS sagt dazu, dass es sich hier um einen Kurvenflug handele und es daher eine systematische Abweichung in Richtung Westen von der Sollflugroute gebe. Mainz will nun in der Fluglärmkommission eine weitere Navigationsanlage fordern, damit die Flugzeuge die Route genauer einhalten können. Mehr in der Pressemitteilung der Stadt Mainz.

19.09.2012: Rüsselsheim gegen Erhöhung der Rückenwindkomponente

Die Stadt Rüsselsheim hat ihre Stellungnahme zum Lärmaktionsplan veröffentlicht und sich darin gegen eine Erhöhung der Rückenwindkomponente ausgesprochen (während man diese früher unterstützt hat). Die Erhöhung würde dazu führen, dass die Ostbetriebsrichtung weniger verwendet würde (was zu einer gewissen Entlastung der Kernstadt von Anflügen führen würde). Als Grund für die Meinungsänderung gibt die Stadt an, dass mit den neuen Flugrouten auch Rüsselsheimer Stadtteile von der (dann mehr verwendeten) Westbetriebsrichtung betroffen sind und man auch auf diese Bürger Rücksicht nehmen müsse. Der Raunheimer Bürgermeister Jühe, der sich seit langem für eine Erhöhung der Rückenwindkomponente einsetzt, meinte dazu, er "sei Sprachlos", verliert er doch so Mitstreiter für seine (für Raunheim günstige) Forderung. Mehr in der Mainspitze zu Rüsselsheim, Nauheim, Raunheim.

18.09.2012: Main-Kinzig-Kreis unzufrieden mit Lärmminderungsmaßnahmen

Im Main-Kinzig-Kreis bleibt die Fluglärmbelastung weitestgehend beim alten. Die Lage habe sich seit März 2011 deutlich verschlechtert, obwohl das technisch nicht nötig sei, kritisierte Landrat Pipa: "Die Schutzinteressen der Bevölkerung werden weiter missachtet". Die auf dem "Lärmgipfel" versprochene Anhebung des Flugrouten um 1000 Fuß beschränkt sich nämlich auf den Gegenanflug, durch den nur Niederdorfelden und Schöneck entlastet werden. Die anderen Flugrouten werden nicht angehoben und die Belastung der anderen Orte im Kinzigtal wird nicht verbessert. Die Anhebung des Gegenanflugs soll nach Verschiebung nun am 18. Oktober starten. Mehr im Hessenmagazin.

17.09.2012: Offener Brief einer Frankfurter Schule wegen Fluglärm

Die Leiterin der Frankfurter Friedrich-Fröbel-Schule und ihr Kollegium haben einen offenen Brief an Kultusministerin Beer geschrieben. Sie beklagen sich, dass der Fluglärm den Unterricht in der Schule erheblich stört und man um die Gesundheit der Schüler fürchtet: "Die Kinder sind vom Lärm erschöpft". Mehr in der Frankfurter Rundschau.

08.09.2012: Offenbach will Verlegung von Anflugrouten einklagen

Die Stadt Offenbach will mit einer Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe erreichen, dass die Anflugrouten verlegt werden. Laut einem Artikel in der Frankfurter Rundschau richtet sich die Verfassungsbeschwerde gegen die "Verletzung auf rechtliches Gehör". Nach Ansicht der Stadt Offenbach hat das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung bei der Festlegung der Flugrouten die Lärmbelastung in Offenbach und mögliche Alternativen nicht genug berücksichtigt. Rechtsanwalt Geulen sagte, die Stadt habe einen Rechtspruch auf Verlegung der Flugrouten. Die Stadt könne umflogen werden, ohne andere Siedlungsbereiche zu belasten. Die Bewohner der gar nicht oder nur dünn besiedelten Gebiete südlich und nördlich von Offenbach wird diese Art der Interessenvertretung nicht erfreuen. Mehr dazu in der Frankfurter Rundschau.

05.09.2012: Fluglärmkommission prüft Gutachten zur Südumfliegung

Die Fluglärmkommission will die vom Land Rheinland-Pfalz eingereichten Gutachten mit Alternativen zur Südumfliegung genau prüfen. Das bedeute zur Zeit aber nicht, dass die Kommission ihre Empfehlung der Südumfliegung in Frage stelle. Man sei im Interesse der Betroffenen verpflichtet, allen Hinweisen auf mögliche Verbesserungen zu prüfen. Außerdem sieht die Kommission Handlungsbedarf bei den Flügen in den Nachtrandstunden. Eine Verlagerung von zusätzlichem Verkehr in der Zeit von 22-23 Uhr auf die Südumfliegung, wie sie von der DFS zur Verbesserung des Durchsatzes gewünscht wurde, lehnte die Kommission ab. Mehr in der Pressemitteilung zur Sitzung der Kommission.

01.09.2012: Rechtsanwältin erläutert Lärmaktionsplan

Rechtsanwältin Philipp-Gerlach erläutert in einem Interview mit der FNP, was es mit dem Lärmaktionsplan auf sich hat, der am Montag vom Regierungspräsidium Darmstadt veröffentlicht werden soll. Der Lärmaktionsplan beruht auf der Umgebungslärmrichtlinie der EU. Ähnlich wie beim Planfeststellungsverfahren wird der Plan 4 Wochen öffentlich ausgelegt und die Bürgerinnen und Bürger können dazu Stellungnahmen abgeben.

* Wichtig * 30.08.2012: Kriterienkatalog für Mittelverteilung aus Regionalfonds ist fertig

Der vom Forum Flughafen und Region im Auftrag der Landesregierung erstellte Kriterienkatalog zur Verteilung der Mittel aus dem Regionalfonds ist fertig und wurde gestern der Landesregierung überreicht. Das Wirtschaftsministerium will nun aus dem Katalog bis Ende des Jahres eine konkrete Verordnung erstellen. Die ersten offiziellen Reaktionen sind durchwachsen. Die bisher geäußerte Kritik gilt aber mehr dem Regionalfonds an sich als der konkreten Verteilung der Mittel. Mehr HIER.

20.08.2012: Bouffier setzt auf leisere Flugzeuge

In einem Sommerinterview des hr hat sich Ministerpräsident Bouffier dafür ausgesprochen, das Fluglärmproblem in Frankfurt durch den Einsatz leiserer Flugzeuge zu lösen. Wenn das nicht genüge, müsse der passive schallschutz ausgebaut werden. Bei lärmverträglicher Gestaltung könne der Flughafen auch weiter wachsen. Ein längeres Nachtflugverbot lehnte Bouffier ebenso ab wie eine Beschränkung der Zahl der Flugbewegungen. Das Bündnis der Bürgerinitiativen glaubt nicht, dass durch leisere Flugzeuge wesentliche Fortschritte zu erreichen sind. Mehr:

06.08.2012: Höhere Flughafengebühren für laute Flugzeuge

Fraport hat vor, im nächsten Jahr die Start- und Landegebühren für laute Flugzeuge deutlich zu erhöhen und im Gegenzug für leise Flugzeuge senken. Dabei soll der lärmabhängige Anteil der Entgelte von 6 auf 14 Prozent gesteigert werden. Die Gebühren müssen vom Verkehrsministerium genehmigt werden. Im August soll eine Anhörung zu dem bei Minister Rentsch eingegangenen Antrag von Fraport stattfinden. Mehr dazu in der Frankfurter Rundschau.

Das Bündnis der Bürgerinitiativen begrüßte in einer Pressemitteilung die Intention, laute Flugzeuge stärker zu belasten, wünscht sich aber auch eine Verteuerung von Nachtflügen. Insgesamt sei bei den Gebühren noch deutlicher Spielraum nach oben, meint das Bündnis. Fraport mache dabei zur Zeit keinen Gewinn. Die Grünen sagten in einer Pressemitteilung, Fraport müsse wesentlich mehr für den Lärmschutz tun. Die Spreizung der Flughafengebühren sei mehr ein PR-Gag. Die drastischen Steigerungen für sehr laute Maschinen würden z.B. Flugzeuge betreffen, die praktisch gar nicht mehr nach Frankfurt kämen.

26.07.2012: Neue Messstation für Rodgau beim DFLD

Seit Anfang Juli ist eine neue Messstation der Stadt Rodgau in Rodgau-Weiskirchen in Betrieb, die Messwerte sind beim DFLD abrufbar. Mehr im Artikel bei der Offenbach-Post. Auch bei der Stadt Rodgau findet man Informationen zum Fluglärm und Links zum Abruf der Daten. Auch Informationen zum "segmentierten Anflug" stehen hier zur Verfügung.

26.07.2012: Bergen-Enkheim leider unter Fluglärm

Sie sind in der Öffentlichkeit nicht so präsent, leiden aber auch unter dem Fluglärm: die Bewohner von Bergen-Enkheim. Mehr bei der Frankfurter Rundschau.

24.07.2012: Kein Platz in der Fluglärmkommission für Bad Vilbel

Der Antrag von Bad Vilbel und Karben, die sich gemeinsam um einen Platz in der Fluglärmkommission beworben hatten, wurde vom Ministerium abgelehnt. Die Vergrößerung der Kommission, von der man sich eine Möglichkeit zur Teilnahme versprochen hatte, soll wohl nicht stattfinden. Die Kommission hat zur Zeit 38 Mitglieder und ist damit schon recht groß (der Fluglärm in der Region aber auch ...). Ein wenig mehr bei der FR online.

Ein Trost für Bad Vilbel und Bergen-Enkheim ist die Nachricht, dass die angedachte Verlagerung von Flügen von der Route 07-N kurz (über Frankfurt) auf die die beiden Städte betreffenden Flugroute 07-N lang nach Aussagen des Ministeriums (siehe Beitrag vom 19.07.2012) nicht stattfinden soll.

19.07.2012: Keine schnelle Entlastung für Betroffene der Nordwestbahn

Die hessische Landesregierung hat dem Vorschlag der Frankfurter CDU, die Nordwestbahn tagsüber weniger und in den beiden Nachtrandstunden gar nicht zu nutzen, eine Absage erteilt. Auch die Verlagerung von Flügen von der Startroute 07-N kurz auf die Route 07-N lang soll nicht umgesetzt werden, da sie "keine Lärmentlastung" bringt. Damit gibt es erst einmal keine deutliche Entlastung für die von der Nordwestbahn Betroffenen. Andere Vorschläge, die in der "Allianz für Lärmschutz" beschlossen wurden, werden weiter verfolgt. Die Reaktion auf die Ankündigung ist durchwachsen. Mehr HIER.

18.07.2012: BUND macht bei Verteilung der Mittel aus dem Regionalfonds nicht mit

Der BUND will nicht an den Verhandlungen zur Verteilung der Mittel aus dem Regionalfonds beim "Forum Flughafen und Region" teilnehmen. In einem Brief an das FFR teilt der BUND mit, man werde sich "weder direkt noch indirekt an dem Verstoß gegen das Verursacherprinzip oder an der Verschleierung der politischen Fehlleistungen der Landesregierung beim Schutz vor Fluglärm beteiligen". Mehr HIER.

11.07.2012: Heusenstammer Bürgermeister gegen Frankfurter Vorschläge

Der Heusenstammer Bürgermeister Jakoby, der als Sprecher der im Kreis Offenbach vom Fluglärm neu oder stärker als bisher betroffenen Kommunen fungiert, hat in einer Mitteilung der Stadt Stellung zu dem 5-Punkte-Plan der CDU Frankfurt (siehe Eintrag vom 28.6.2012) genommen. Jakoby kritisiert darin die Vorschläge seiner Parteikollegen. Statt Lärmverteilung solle der Lärm reduziert werden. Was sich Jakoby wünscht: "Das Ziel bezüglich der Fluglärmreduzierung muss flächenübergreifend lauten, Höchstbetroffenen zu helfen, ohne neue Betroffene zu schaffen". Das sei in der dicht besiedelten Region allerdings nicht einfach. Jakoby sieht in den FFR-Maßnahmen einen guten Anfang, bis auf den segmentierten Anflug natürlich. Die gesamte Stellungnahme läßt Interpretationsspielraum. Vor allem Betroffenen im Kreis Offenbach sei die sorgfältige Lektüre des Originaltextes empfohlen.

07.07.2012: Neue Initiative gegen Fluglärm in Mühlheim

In Mühlheim haben Bürgerinnen und Bürger eine Initiative gegen Fluglärm mit Namen "Initiative Mühlheim gegen Fluglärm" gegründet, die der BIL Offenbach beitreten will. Mehr in der Offenbach-Post.

04.07.2012: DROPS ärgert Rüsselsheim

Die vom FFR empfohlene Maßnahme "DROPS" (mehr hier) aus dem Paket Aktiver Schallschutz in der Zeit von 5-6 Uhr wurde offenbar sehr zeitnah umgesetzt. Jedenfalls beschweren sich Bürger in Rüsselsheim seit einigen Tagen über zusätzliche Belastung in der besonders sensiblen Morgenstunde. Der Rüsselsheimer Vertreter in der Fluglärmkommission sagte laut Mainspitze dazu, er habe zusammen mit "drei oder vier anderen Kommunen" dagegen gestimmt (welche es waren, erfährt man wie üblich nicht), die Mehrheit sei aber dafür gewesen. Der OB will Verbesserungen erreichen, Rüsselsheim sei auch ohne die Maßnahme schon belastet genug. Mehr im Artikel in der Mainspitze.

In Obertshausen ist aufgefallen, dass der segmentierte Landeanflug mit dem Nachtflugverbot keineswegs vom Tisch ist, sondern auf weitere Zeiten ausgedehnt werden soll. Bürgermeister Bernd Roth übte heftige Kritik. Mehr in der Offenbach-Post.

03.07.2012: Will Bundesverwaltungsgericht keine neuen Klagen wegen Flughafen Berlin?

Das hört sich irgendwie gar nicht gut an: nach einem in der Mainspitze gefundenen Artikel will das Bundesverwaltungsgericht wegen der offensichtlichen Täuschung der Bürger über die später geplanten Flugrouten am neuen Flughafen Berlin den Fall nicht neu aufrollen. Richter Rubel meint offenbar, die jetzt betroffenen Bürger (die sich beim Planfeststellungsverfahren nicht betroffen wähnten) hätten wissen müssen, dass die Flugrouten im Verfahren nicht bindend sind und ihre mögliche spätere Betroffenheit irgendwie ahnen müssen. Wenn eine solche Entscheidung getroffen würde, hätten auch alle Städte in Rhein-Main, die jetzt wegen unerwarteten Flugrouten über ihren Köpfen klagen oder noch klagen wollen, schlechte Karten. Den Artikel finden Sie HIER.

28.06.2012: CDU Frankfurt will Nordwestbahn weniger nutzen

Die Frankfurter CDU hat ein 5-Punkte-Programm vorgelegt, mit dem die Fluglärmsituation in Frankfurt (speziell im Süden) verbessert werden soll. Eine Idee darin ist, die neue Landebahn tagsüber möglichst wenig zu nutzen (nur wenn die anderen Bahnen ausgelastet sind) und zwischen 22 und 6 Uhr am besten gar nicht. Als Begründung wird angegeben, dass unter den "alten" Routen viele Gebäude schon Schallschutz haben, unter den neuen Routen nicht. Die CDU möchte auch Sachsenhausen, Niederrad und Oberrad in das CASA-Programm von Fraport aufnehmen.

Die CDU-Politiker im Kreis Offenbach ärgern sich über den Frankfurter Vorstoß. Sie befürchten eine Mehrbelastung in der Region und wollen den Lärm lieber auf allen vier Bahnen verteilt lassen. Auch die Kreis-Grünen regen sich auf und fordern Einigkeit in der Region (siehe Pressemitteilung). Verkehrsminister Rentsch will die Forderung der Frankfurter CDU zumindest prüfen. Mehr dazu z.B. in der Offenbach-Post. (Man kann die Vorschläge auch positiv sehen: möglichst geringe Nutzung der Nordwestbahn als ersten Schritt zur Forderung der Ausbaugegner, die Bahn stillzulegen ...).

* Wichtig * 26.06.2012: Regionalfonds zu Schallschutzmaßnahmen verabschiedet

Der hessische Landtag hat heute das Gesetz über den Regionalfonds für Schallschutzmaßnahmen verabschiedet. Das Gesetz tritt sofort in Kraft. Mehr im Blog Politik, Eintrag vom 26.06.2012.

25.06.2012: FFR veröffentlich Monitoring-Bericht zum Maßnahmenpaket

Das FFR hat einen Bericht veröffentlicht, in dem untersucht wird, ob die im Sommer 2010 in Kraft getretenen Maßnahmen aus dem "Maßnahmenpaket aktiver Schallschutz" (dem Start-Thema dieses Blogs) wirksam sind. Das FFR und die Politik verbreiten Zuversicht: "Lärmminderung ist machbar". Durchschlagend ist der Erfolg aber keineswegs. Mehr HIER .

25.06.2012: Normale Bürger in der Fluglärmkommission? Nein danke!

Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen erreichte uns folgende interne Information: auf der letzten Sitzung der Fluglärmkommission wurde die Absicht von zwei Kommunen diskutiert, Mitglieder von Bürgerinitiativen als Vertreter in die Kommission zu schicken. Die Mehrheit stimmte bei einem Meinungsbild für einen Vorschlag des Vorsitzenden, das HMWVL aufzufordern, als kommunale Vertreter ausschließlich Amtspersonen und Mitarbeiter der Stadt zuzulassen. Eigentlich haben die Kommunen das Recht, ihre Vertreter frei auszuwählen. Aber das wäre wohl zu viel Bürgernähe.

22.06.2012: Schallschutz in Flörsheim: oft nur Lüfter

Die Bewohner des Flörsheimer Neubaugebiets haben zwar Anspruch auf Leistungen aus dem Fraport-Schallschutzprogramm, aber oft reicht es nur für die Finanzierung des Einbaus von Lüftern. Das Regierungspräsidium gibt als Grund an, dass der Bebauungsplan für die Häuser bereits Auflagen zum Lärmschutz vorsehe, die weiter gehen als das Schallschutzprogramm. Insgesamt sind über 1100 Anträge beim RP eingegangen, aber erst 176 wurden genehmigt. Im Neubaugebiet gebe es zu 99% nur Lüfter, meint das RP. Mehr dazu in der Mainspitze.

19.06.2012: Verteilung des Fluglärms bleibt aktuelles Thema

Das Problem "Verteilung des Fluglärms" ist momentan in den Debatten etwas in den Hintergrund getreten, aber es ist weiterhin aktuell. In einer Diskussionsveranstaltung in Neu-Isenburg äußerte sich der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe durchaus kontrovers zum Problem. Der sinngemäße Satz "Es kann kurzfristig in Neu-Isenburg auch lauter werden, wenn es dem generellen Fortschritt dient" dürfte in Neu-Isenburg nicht gern gehört werden. Lesen Sie mehr zu Jühes Position im Artikel der FNP - es ist wichtig, denn er sitzt an der Schaltstelle.

Nicht alle freuen sich auf das von der DFS mittelfristig in Aussicht gestellte anflugverfahren "Point-Merge". Denn unter dem Merge-Point könnte es höchst ungemütlich werden, und wo diese Punkte liegen werden, liegt noch im Dunkeln. In Ingelheim und Bingen hat man Gerüchte gehört, dass ein solcher Punkt über Bingen oder Ingelheim sein könnte. Die Politiker in beiden Städten wollen jetzt die Entwicklung aufmerksam verfolgen und protestieren, bevor es zu spät ist (Quelle: AZ vom 8.5.2012).

Ein paar Wochen ist es schon her, da wunderten sich Bewohner von Städten östlich des Flughafens, die bisher nur bei Ostwind überflogen werden, über äußerst schräge Flugrouten über ihren Dächern - bei Westwind. Weil in Offenbach eine Bombe entschärft wurde, wurden Flüge umgeleitet und flogen einen bis dahin unbekannten sehr gekurvten Landeanflug: mitten über Dietzenbach, Dreieich, Heusenstamm und Neu-Isenburg (nachzusehen beim DFLD, Flugspuren, 29.5. 16-17:00). Die BI Mainz Oberstadt hat es auch gesehen und fordert (politisch korrekt nach der Forderung, den Fluglärm so weit wie möglich zu reduzieren) den Fluglärm z.B. mittels gekrümmter Landeanflüge gleichmäßig in der Region zu verteilen (siehe Pressemitteilung der BI). Wichtig ist: man kann "krummer" anfliegen als bisher gedacht. Städte in Kreis Offenbach, die davon ausgehen, dass der (erst einmal nur zur Nachtzeit vorgesehene) "segmentierte Anflug" mit dem Nachtflugverbot ad Acta gelegt werden kann (siehe Eintrag vom 25.5.), könnten sich schon bald wundern.

Die Technik für weitgehend variabele Anflüge, steil oder flach, gerade oder gekurvt, ist im Prinzip schon da: das satellitengesteuerte Verfahren GBAS. Lesen Sie mehr dazu im Artikel "Der Anflug der 49 Möglichkeiten" in der FAZ.

06.06.2012: Diskussion über Regionalfonds

Im Landtag wurde heute in einer Anhörung über den Regionalfonds diskutiert. Die CDU lobte den Regionalfonds in den höchsten Tönen, er könne noch dieses Jahr umsetzt werden. Die Grünen lehnen in einer Pressemitteilung das Regionalfondsgesetz als unzureichend ab.

* Wichtig * 01.06.2012: FFR legt Vorschlag zur Realisierung des Regionalfonds vor

Das Forum Flughafen und Region (FFR) wurde im Rahmen der "Allianz für Lärmschutz 2012" damit beauftragt, einen Kriterienkatalog zu erarbeiten, wie die Mittel aus dem von der Landesregierung beschlossenen Regionalfonds verteilt werden sollen. Eine Arbeitsgruppe mit "Vertretern von Kommunen, Fraport, Landesregierung, UNH und Öko Institut" (wer genau beteiligt war, ist nicht bekannt) hat nun einen Vorschlag vorgelegt, den der Koordinierungsrat des FFR (das Leitungsgremium) gebilligt hat. Der Entwurf wird Mitte Juni im Konvent vorgestellt, dann können noch Anregungen eingebracht werden, ehe das Ergebnis als Empfehlung zum Ministerium geht. Der BUND hat derweil in einer Stellungnahme seine Argumente gegen den von der Landesregierung vorgelegten Entwurf zum Regionalfonds vorgetragen. Mehr:

31.05.2012: Neue Flugrouten im Kreis Offenbach?

In Offenbach wurde vorgestern (am 29.05.2012) wegen Entschärfung einer Bombe der Flugverkehr (im Westbetrieb) einige Stunden anders geführt als sonst. Dabei haben interessierte Bürger äußerst innovative Flugrouten beobachtet: die Flugzeuge flogen nicht nur komplett um Offenbach, sondern auch noch um Frankfurt herum. Sie kamen etwa über Rodgau, Dietzenbach, Sprendlingen und bogen erst bei Neu-Isenburg (weniger als 10 Kilometer vor dem Afsetzpunkt) auf den geraden Landeanflug ein - ein viel radikalerer "segmentierter Anflug" als alle bisher offiziell diskutierten Varianten. Die Initiative gegen Fluglärm Mainz Oberstadt sieht darin einen Beweis, dass man die großen Städte, also auch Mainz, durchaus umfliegen kann und fordert, dieses Verfahren auch tagsüber einzuführen (siehe Pressemitteilung). Ob der unfreiwliige "Testbetrieb" in einigen bisher bei Westwind halbwegs vom Fluglärm verschonten Städten im Kreis Offenbach ein Aufwachen der Politiker bewirkt hat, ist eher unwahrscheinlich.

31.05.2012: Flugzeuge über Bad Vilbel neben der Spur?

Die BI Bad Vilbel hat beobachtet, dass vermehrt die Flugzeuge auf der Abflugroute 07-N lang bis zu 2 km westlich der Soll-Flugroute fliegen - und damit direkt über Bad Vilbel, Karben und andere Orte statt daran vorbei, teilweise nur 800-900m hoch. Dies allein ist äußerst ärgerlich für die betroffenen Anwohner, die unter dem Fluglärm leiden. Doch damit nicht genug: die Radarspuren der Flüge, die man mit den Tracking-Systemen beim Umwelthaus (Casper) oder bei der DFS (Stanley Track) nachsehen kann, liegen nach den Untersuchungen der BI genau auf der idealen Route. Die BI vermutet nun einen (sicherheitskritischen) systematischen Fehler in dem Tracking-System und hat deshalb eine Sicherheits- und Lärmbeschwerde beim Bundesamt für Flugaufsicht BFA eingereicht. Einige Betroffene vermuten, dass die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellten Flugspuren mit Absicht nur sehr ungenau oder sogar geschönt sind. Einen Artikel zum Thema findet man bei der FNP.

30.05.2012: DFS startet Probebetrieb für kontinuierlichen Sinkflug

Die DFS teilt mit, dass am Donnerstag, den 31. 05.2012, mit dem Probebetrieb für den konstanten Sinkflug (CDO) begonnen wird. Der CDO-Anflug soll immer dann zum Einsatz kommen "wenn es möglich ist", also wenn die Verkehrssituation und die Sicherheit es erlauben. In Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen ist der kontinuierliche Sinkflug laut DFS derzeit nicht einsetzbar. Mit dem neuen Verfahren soll die Lärmsituation verbessert werden, es wurde auf dem letzten Fluglärmgipfel bereits angekündigt. (Etwas) mehr in der Pressemitteilung der DFS. Ein Video zum CDO-Verfahren und weitere Informationen über Flugverfahren findet man auf der Seite Fliegen und Umwelt bei der DFS.

29.05.2012: BFU Eddersheim kritisiert Flugbetrieb

Die BFU Eddersheim ärgert sich in einem längeren Bericht mit dem bezeichnenden Titel: Nachtflugverbot: "Der ganz normale Wahnsinn am Frankfurter Flughafen: Durchstarter, Notlandungen in der Nacht, Nachtflugterror" über den Fluglärm, die Ausnahmen vom Nachtflugverbot, den Flugbetrieb und Minister Posch. Man überlegt jetzt, wegen der Ausnahmen vom Nachtflugverbot zu klagen.

25.05.2012: Städte im Ostkreis erklären Klage als "erledigt"

Mehrere Städte im Osten des Flughafens (Alzenau, Hainburg, Heusenstamm, Neu-Isenburg, Obertshausen, Rodgau, Seligenstadt) hatten gemeinsam eine Klage gegen das erste Maßnahmenpaket des FFR, vor allem gegen den gekrümmten Landeanflug, und für ein Nachtflugverbot beim VGH Kassel erhoben (siehe Eintrag vom 25.02.2012). Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes betrachtet zumindest die Stadt Seligenstadt die Klage als erledigt, wie man der Pressemitteilung der Stadt Seligenstadt entnehmen kann. Auch die Überwiegende Zahl der Magistrate der anderen Städte soll einer solchen "Erledigterklärung" der Klage zugestimmt haben. Man will jetzt die vom "Fluglärmgipfel" beschlossenen Maßnahmen beobachten und bei Bedarf über weitere Klagen entscheiden.

25.05.2012: Gutachten des Landes Rheinland-Pfalz jetzt im Internet

Das im Auftrag des Landes Rgeinland-Pfalz erstellte Gutachten "Bewertung der Anflugverfahren in Ostrichtung (Piste 07) und Durchführung einer Schnellzeitsimulation zur Erstellung und Bewertung von alternativen Anflugverfahren am Flughafen Frankfurt am Main" von Michael Morr ist jetzt im Internet verfügbar , Download z.B. HIER (PDF).

23.05.2012: Landkreis Bingen fürchtet "365 Tage Fluglärm" im Jahr

Aus der "Allgemeinen Zeitung" erfahren wir, dass die Fluglärmkommission in ihrer letzten Sitzung (dort wurden verschiedene Empfehlungen der DFS behandelt) offenbar Änderungen bei den Eindrehvorgängen auf den Landeanflug bei Ostbetrieb empfohlen hat, die den Landkreis Bingen treffen. Dieser stimmte als einziger gegen den Vorschlag. Landrat Schick befürchtet, dass es nun bei beiden Betriebsrichtungen Fluglärm im Kreis gibt, und schimpft, dass erneut Fluglärm von Hessen nach Rheinland-Pfalz verschoben werde. Mehr bei der AZ.

16.05.2012: Fluglärmkommission gegen Nutzung der Südumfliegung zwischen 22 und 23 Uhr

Die Fluglärmkommission hat Ideen der DFS abgelehnt, die Nutzung der Südumfliegung auf die Zeit von 22-23 Uhr auszuweiten, um damit einen "Stau" vor dem Start des Flugverbots um 23 Uhr zu vermeiden. Die erweiterte Nutzung der Südumfliegung würde besonders Rüsselsheim und andere Städte im Kreis Groß-Gerau in der empfindlichen Nacht-Randzeit stärker belasten und ist nach Meinung der Fluglärmkommission unnötig. Mehr in den Pressemitteilungen der Fluglärmkommission und des Kreises Groß-Gerau.

14.05.2012: Rheinland-Pfalz hält Fluglärmentlastung für Mainz und Rheinhessen für möglich

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat zwei neue Gutachten vorgestellt, nach denen durch Veränderungen von An- und Abflugverfahren eine Entlastung von Mainz und Teilen von Rheinhessen vom Fluglärm möglich ist. Dazu gehört zum einen, durch ein verändertes Fehlanflugfverfahren für die Nordwestbahn (bei Westbetrieb) die Südumfliegung deutlich weniger zu nutzen als zuvor. Bei Ostbetrieb könnten die Flughöhen auf dem südlichen und nördlichen Gegenanflug angehoben werden und das Verfahren des kontinuierlichen Sinkflugs genutzt werden. Mehr in der Pressemitteilung des Landes Rheinland-Pfalz. Das Gutachten "Bewertung der Anflugverfahren in Ostrichtung (Piste 07) und Durchführung einer Schnellzeitsimulation zur Erstellung und Bewertung von alternativen Anflugverfahren am Flughafen Frankfurt am Main" gibt es HIER zum Download (PDF).

04.05.2012: Gesetzentwurf zum Regionalfonds vorgelegt

CDU und FDP haben einen Gesetzentwurf zur Einrichtung des Regionalfonds im Rahmen der "Allianz für Fluglärmschutz 'Gemeinsam für die Region' (Drs. 18/5592)" eingebracht. In einer Pressemitteilung macht die CDU Reklame dafür und für das angekündigte Lärmschutzprogramm der Landesregierung. Während die Opposition über rechtliche Feinheiten diskutiere (siehe Diskussion über das "Planklarstellungsverfahren" zum Nachtflugverbot im Politik- oder im Nachtflugverbot-Blog), nehme die Landesregierung viel Geld in die Hand, um den Bürgern zu helfen.

30.04.2012: Eddersheim leidet unter Bodenlärm

Die Hattersheimer Ruhebauftragte Hensel hat die Bürger zu einem "Lärmspaziergang" nach Eddersheim eingeladen. Dort macht nicht nur der Fluglärm, sondern auch der Bodenlärm Probleme - dagegen hilft auch das Nachtflugverbot nicht. Mehr bei der Frankfurter Rundschau. Am Infomobil der Fraport hatten Eddersheimer Bürgerinnen und Bürger am Tag zuvor ihrem Zorn über den Fluglärm Luft gemacht (siehe Artikel in der FNP).

27.04.2012: Evangelische Kirche gegen Fluglärm

Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat eine Resolution zur Lärmbelastung durch den Flugverkehr beschlossen. Dabei wird auf das im Grundgesetz garantierte Recht zur ungestörten Religionsausübung Bezug genommen. Durch den Fluglärm sehen sich betroffene Kirchengemeinden darin eingeschränkt (z.B. wenn man den Pfarrer bei einer Beerdigung nicht verstehen kann). Die Kirche überlegt, ob man mit diesem Argument klagen kann - dies wäre Neuland. Mehr z.B. bei der FNP.

20.04.2012: FFR-Arbeitsgruppe verteilt Mittel aus Regionalfonds - ohne Flörsheim?

Der Flörsheimer Bürgermeister Antenbrink regte sich gestern auf: in der Arbeitsgruppe beim Forum Flughafen und Region, die über die Verteilung der 100 Mio Euro aus dem Regionalfonds entscheiden soll, soll die Stadt Flörsheim nicht vertreten sein (siehe die Pressemitteilung der Stadt Flörsheim). Dabei habe ihn Staatssekretär Wintermeyer vorher explizit eingeladen. Die Staatskanzlei konterte noch am selben Tag, "das FFR sei ein unabhängiges Gremium, auf das die Landesregierung in keiner Weise Einfluss nimmt". Antenbrink sei selbst schuld, dass er aus dem FFR ausgetreten sei (siehe Pressemitteilung der Staatskanzlei).

Die Frankfurter Rundschau hat schließlich mit Mühe vom Leiter der Arbeitsgruppe, Landrat Quilling (Kreis Offenbach) herausbekommen, wer überhaupt in der Gruppe sitzt: je ein Vertreter aus Wirtschafts- und Finanzministerium, vom Ökoinstitut, von Fraport und der Lufthansa, der Raunheimer Bürgermeister und Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe, der Geschäftsführer des Umwelthauses Lanz, die Frankfurter Stadträtin Rottmann und der Landrat des Main-Taunus-Kreises Cyriax. Ende Mai sollen die Ergebnisse der Verhandlungen "den Kommunen präsentiert werden" - Transparenz und Demokratie pur, wie immer. Immerhin ein Erfolg der Kritik: Antenbrink darf jetzt wenigstens "beratend mitwirken".

Die Grünen im Landtag kritisierten in einer Pressemitteilung den Regionalfonds. Statt dass Fraport zur Kasse gebeten werde, müsse nun der Steuerzahler für die durch Fluglärm verursachten Schäden aufkommen.

17.04.2012: Fluglärm-Umverteilung bei Starts nach Osten?

An den Gerüchten über eine mögliche Umverteilung von Flügen von der Route 07-N Kurz auf die Route 07-N Lang scheint etwas dran zu sein, wie man in einem Artikel der Frankfurter Rundschau nachlesen kann. Auf der Flugroute 07-N kurz biegen Flugzeuge nach dem Start in Richtung Osten etwa auf der Höhe von Niederrad nach Norden ab, sie wird von leichteren Flugzeugen genutzt, die schnell steigen können. Auf der langen Route wird erst hinter Oberrad abgebogen. Die Begründung, man wolle Frankfurt entlasten, scheint nicht stichhaltig, da auch die lange Route über Frankfurter Stadtgebiet führt (z.B. Sachsenhausen, Oberrad, Bergen-Enkheim). In diesen Stadtteilen sowie in Neu-Isenburg und Offenbach ist man von der Idee natürlich nicht begeistert, da sie zu einer deutlich höheren Belastung führen würde.

Insider meinen ohnehin, der Grund für die Verlagerungspläne sei nicht der Lärmschutz, sondern Probleme mit den Fehlanflügen (Durchstartmanövern), die es auch in der anderen Betriebsrichtung gibt und die dort zur Südumfliegung geführt haben. Fehlanflüge sind keineswegs selten: nach einer Pressemitteilung der LINKEN, die nachgefragt haben, gab es in den ersten 4 Monaten nach Eröffnung der neuen Landebahn 317 Fehlanflüge. Hochgerechnet auf das Jahr wird 1000 mal pro Jahr durchgestartet!

Über eine stark vermehrte Belastung durch startende Flugzeuge auf der Flugroute 07-S Lang, die über Heusenstamm und Dietzenbach führt, gab es am Wochenende zahlreiche Beschwerden. Der Grund für die Zunahme des Flugverkehrs auf dieser Route war die Sperrung der Startbahn West wegen des starken Nordwinds (also zu starker Rückenwind für startende Flugzeuge) am Wochenende. Praktisch alle Flüge in Richtung Süden, die bei normalem Ostbetrieb über die Startbahn West laufen würden, werden dann über diese Route geleitet. Sehen kann man das schön an den Flugspuren beim DFLD. Die Sperrung führte auch zu zahlreichen Verspätungen (wegen "Stau") und deswegen genehmigten Flügen nach 23 Uhr. Ein Artikel zum Thema findet sich in der Offenbach-Post.

09.04.2012: Wäre Südbahn besser gewesen?

Es hängt wohl mit der Diskussion um die Forderung "die Bahn muss weg" zusammen: es melden sich (ehemalige) Befürworter der Variante "Südbahn" zu Wort. Ein Artikel in der FAZ erläutert, was Fluglotsen (und einige andere) anstatt der Nordwestbahn am liebsten gehabt hätten: 2 Südbahnen und Schließung der Startbahn West, auch "Atlanta-Variante" genannt. Wir erinnern uns, dass diese Variante die größte Kapazitätssteigerung (weil weniger Ärger mit Fehlanflugverfahren und sich kreuzenden Flugrouten) gebracht hätte. Dann hätte man allerdings Zeppelinheim umsiedeln müssen, und die Zahl der belasteten Menschen wäre noch höher gewesen als jetzt - deshalb hat man diese Variante nicht weiter verfolgt. Der Artikel erinnert daran, dass eine zusätzliche "Südbahn" aber keineswegs ausgeschlossen ist, wenn es bei der Kapazität in einigen Jahren wieder eng werden sollte. Mehr im Artikel Piloten und Lotsen hätten im Süden ausgebaut in der FAZ vom 09.04.2012.

05.04.2012: Weitere Klagen geplant

Ein Artikel in der Frankfurter Rundschau sorgt für Diskussion. Während Offenbach und der Klageverein IAGL erwägen, wegen der Genehmigung des Ausbaus eine Verfassungsklage in Karlsruhe einzureichen, hält der Neu-Isenburger Bürgermeister Hunkel eine solche Klage für aussichtslos. Es habe keinen Sinn mehr, die Rechtmäßigkeit des Ausbaus infrage zu stellen. Die BI Neu-Isenburg äußert sich ähnlich. Landrat Quilling (Kreis Offenbach) sieht die Gefahr, dass der Kreis Offenbach bei der Verteilung des Fluglärms übermäßig belastet werden könne. Der Rodgauer Bürgermeister freut sich dagegen über das Nachtflugverbot. Offenbar meint er, der segmentierte Anflug, gegen den Rodgau auch mit geklagt hat, sei damit vom Tisch.

30.03.2012: Kirchengemeinden wollen gegen Fluglärm klagen

Zwei evangelische Kirchengemeinden (Flörsheim und Mainz-Marienborn) wollen eventuell klagen, weil sie durch den Fluglärm die freie Religionsausübung (Artikel 4, Absatz 2 Grundgesetz) beeinträchtigt sehen. So können bei einer Beerdigung auf dem Flörsheimer Friedhof die Trauernden die Worte des Pfarrers nicht mehr verstehen, wenn gerade ein Flugzeug darüber fliegt. Mit einer solchen Klage würde juristisches Neuland betreten. Mehr im Artikel in der Frankfurter Rundschau und auf der Homepage der Kirchengemeinde Mainz-Marienborn.

29.03.2012: Bürgerversammlung in Hattersheim

In Hattersheim fand heute eine Bürgerversammlung zum Thema neue Landebahn und Fluglärm statt. Die BFU Eddersheim ärgert sich über das Auftreten des neuen Fluglärmschutzbeauftragen Kirsch - er wurde nicht als "Anwalt des Bürgers" empfunden. Auch zum Vogelschlag-Warnsystem Mivotherm gab es Neuigkeiten auf der Bürgerversammlung. Rechtsanwalt Schmitz berichtete über die Gerichtsverhandlung in Leipzig. Mehr in der Mitteilung der BFU Eddersheim.Einen wieteren Bericht gibt es im Höchster Kreisblatt.

28.03.2012: Fluglärmmessungen in Bad Vilbel

Ab dem 3. April wird der Fluglärm in Bad Vilbel mit einer mobilen Messstation der Fraport gemessen. Der Standort ist die Breitwiesenhalle in Gronau, die unter der Abflugroute 07-N liegt. Einmal im Zeitraum kann der Standort gewechselt werden. Die BI schlägt vor, einen Standort zu wählen, der auch den Gegenanflug erfasst. In Bad Vilbel wird befürchtet, dass der Fluglärm ab dem Herbst zunehmen könnte, wenn Ideen der Landesregierung umgesetzt würden, zur Entlastung von Frankfurt statt der Flugroute "07-N kurz" die Route 07-N lang zu nutzen. Ausführlichere Informationen im Artikel in der Frankfurter Rundschau.

* Wichtig * 29.02.2012: Landesregierung verkündet "Allianz für Lärmschutz"

Auf dem dritten "Fluglärmgipfel" haben Ministerpräsident Bouffier, Minister Posch und die Spitzen von Fraport und Luftverkehrsgesellschaften ihr angekündigtes Paket mit Maßnahmen zum Schutz vor Fluglärm vorgestellt. Das gemeinsame Ankündigungspapier unter dem Titel "Gemeinsam für die Region - Allianz für mehr Lärmschutz 2012" beschreibt Maßnahmen zum aktiven Schallschutz (teils schon bekannt, teils neu), einen mit 265 Mio. Euro ausgestatteten "Regionalfonds" zur Finanzierung passiver Lärmschutzmaßnahmen und einer neuen Auflage des CASA-Programms von Fraport im Umfang von 70 Mio. Die Betroffenen kritisierten das Paket als bei weitem nicht ausreichend. Mehr HIER.

24.02.2012: Hattersheim leidet unter Bodenlärm

Wer nahe genug am Flughafen wohnt, bekommt nicht nur den Fluglärm ab, sondern auch den Krach, den Flugzeuge am Boden verursachen. So fühlen sich Bürgerinnen und Bürger in Hattersheim seit Inbetriebnahme der Nordwestbahn vom Bodenlärm belästigt. Es gibt allerdings nur wenig Hoffnung, dass man dagegen wirksam vorgehen kann, denn im Planfeststellungsverfahren wurde der Bodenlärm als unproblematisch eingestuft. Mehr dazu in einem Artikel in der FNP.

18.02.2012: Zeit Artikel: Dürfen wir fliegen, wenn andere darunter leiden?

Ein lesenswerter Artikel in der "Zeit" mit dem Titel Der Lärm der Mehrheit befasst sich mit der Frage, welche Belastungen eine Mehrheit (die fliegen will) einer Minderheit (die Fluglärmbetroffenen) zumuten darf. Der Artikel kommt zu dem Schluss: nichts,Versuchen wir es mit einer einfachen Antwort: nichts, die Mehrheit nicht selbst in Kauf zu nehmen bereit wäre. Im Anschluss an diesen Artikel findet man weitere Beiträge zur Fluglärmdebatte.

17.02.2012: HMWVL veröffentlicht Liste aller bisherigen Lärmschutzmaßnahmen

Das Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) hat in einer Pressemitteilung seinen Einsatz für Lärmschutzmaßnahmen gelobt. Zitat: "Ein Blick auf das Bündel der bisherigen Maßnahmen zeigt schwarz auf weiß, dass das Thema Fluglärmminderung von der Landesregierung nicht erst seit 2011 bearbeitet wird. In den vergangenen Jahren wurden über 30 Maßnahmen umgesetzt. Wir haben auf diesem Gebiet allen Grund zum Selbstbewusstsein." Im Originaltext findet man eine Liste der bisher umgesetzten oder angedachten 30 Maßnahmen.

14.02.2012: Schulte hält Verbesserungen beim Lärm für möglich

Fraport-Chef Schulte hat gestern in einem Live-Chat bei hr mit Bürgern und Bürgerinnen der Region diskutiert. Schulte äußerte Verständnis für die Probleme der fluglärmgeplagten Menschen. Inhaltlich sagte er kaum etwas Neues und verwies auf die laufenden Verhandlungen zu Lärmschutzmaßnahmen. Immerhin: mit einem Nachtflugverbot könnte Fraport leben, meinte Schulte, man habe es ja selbst beantragt. Ein Protokoll des Live-Chats findet man bei hr online.

10.02.2012: FFR informiert Kommunalvertreter über Taskforce Flugwegoptimierung

Der Vorstand des "Forums Flughafen und Region" hat etwa 60 Vertreter der Kommunen und Landkreise auf einer Veranstaltung über die aktuelle Arbeit der kürzlich eingerichteten Taskforce Flugwegoptimierung informiert. Sie durften auch Vorschläge äußern, so fühlen sie sich immerhin beteiligt. Nach dem Lesen der Pressemitteilung ist man kaum schlauer als zuvor, zumal die wenigen wichtigen Aussagen mehrdeutig sind. Man "lehnt Lärmverteilung aus politisch motivierten Gründen ab"? Was ist politisch motiviert? Billigt man sie aus anderen Gründen? Oder nicht? Vielleicht haben die Politiker aber mehr verstanden.

09.02.2012: Klagen gegen Südumfliegung eingereicht

Mehrere Kommunen aus Hessen und Rheinland-Pfalz sowie einige Privatkläger haben eine Feststellungsklage gegen die neuen Flugrouten am Frankfurter Flughafen beim VGH Kassel eingereicht. Dabei geht es vor allem gegen die Südumfliegung. Zu den Klägern gehören in Hessen Groß-Gerau, Nauheim und Trebur, in Rheinland-Pfalz klagen Nackenheim, Lörzweiler, Nierstein, Ober-Olm und Klein-Winternheim. Anwalt Bernhard schmitz begründete die Klage mit der fehlenden Beteiligung der Gemeinden und Abwägungsfehlern bei der Festlegung der Flugrouten. Mehr bei der FNP. Den Vorsitzenden der Fluglärmkommission Jühe ist laut hr online von der Klage nicht begeistert. Schließlich habe die Kommission sorgfältig die "am wenigsten belastende Route ermittelt". Offenbar wollen die dann Betroffenen sich aber doch nicht so gerne opfern. Ob sie in der Fluglärmkommission nicht nur eingebunden waren, sondern auch zugestimmt haben, wissen wir wegen der Nichtöffentlichkeit dieses Gremiums nicht.

Lesen Sie ebenfalls in der FNP im Artikel Die Vergessenen über die Probleme der Menschen in Eddersheim mit der neuen Landebahn. Sie gehen bei den Entschädigungen offenbar leer aus.

08.02.2012: Kreis Groß-Gerau billigt Positionspapier "Region und Flughafen"

Der Kreis Groß-Gerau hat das Positionspapier "Die Region und der Flughafen" gebilligt. Mehr zu den Aussagen der einzelnen Parteien im Kreis Groß-Gerau findet man in der Mainspitze. Nach unserer Kenntnis stammt das Papier aber (entgegen der Aussage im Artikel) von der Fluglärmkommission (siehe Eintrag vom 18.10.2011). Es enthält "Forderungen zum Schutz der Lebensqualität und der Gesundheit im Ballungsraum Rhein-Main", bezogen auf den Flughafen und soll von möglichst vielen Kommunen unterzeichnet und dann der Landesregierung vorgelegt werden. Viele Kommunen haben in den letzten Wochen bereits unterschrieben, ohne dass es groß in die Öffentlichkeit gedrungen ist. Neben unstrittigen Forderungen z.B. für Fluglärmreduzierung und ein Nachtflugverbot enthält das Positionspapier auch eine Blanko-Zustimmung zu der vom Expertengremium "Aktiver Schallschutz" beim Forum Flughafen und Region vorgesehen Maßnahmen und auch zur dort verfolgten Linie zur Verteilung des Fluglärms. Das Originalpapier findet man beim FFR: Positionspapier "Die Region und der Flughafen" der Fluglärmkommission Frankfurt. Ob es inzwischen Änderungen gegeben hat, ist nicht bekannt.

31.01.2012: DFS kündigt lärmmindernde Maßnahmen an

Die DFS hat Maßnahmen angekündigt, um den Fluglärm zu mindern. Zukünftig soll bei Landeanflügen der kontinuierliche Sinkflug verstärkt genutzt werden (in verkehrsschwachen Zeiten). Bereits im Februar beginnt der Test. Ab Oktober soll dann auf der Nordwestbahn ein steilerer Anflugwinkel (3,2 Grad statt 3 Grad) getestet werden. Dies würde auch den nahe am Flughafen gelegenen Städten, die unter den Endanflugrouten liegen, helfen. Am 8. Februar findet ein weiterer "Fluglärmgipfel" bei Ministerpräsident Bouffier (in ähnlicher Zusammensetzung wie der letze am 19. Dezember) statt. Dort sollen weitere Maßnahmen zum aktiven Schallschutz beschlossen werden. Spekuliert wird über eine Anhebung der Gegenanflüge um 1000 Fuß. Die genannten Maßnahmen entsprechen grob dem, was vor wenigen Tagen im Gutachten des Main-Kinzig-Kreises gefordert wurde - geht also doch. Fraport-Chef Schulte will ebenfalls konkrete Maßnahmen verkünden, wollte sich aber noch nicht äußern. Womöglich geht es hier umverteilende Maßnahmen, die man vor einem Beschluss nicht bekannt machen will.

Notiz am Rande: Focus berichtet, dass die DFS die Verträge ihrer 3 Geschäftsführer (Kaden, Riedle, Bergmann) nicht über 2012 hinaus verlängern will. Nur bei Kaden und Riedle dürfte das an der Altersgrenze liegen. Als möglicher Nachfolger für Kaden wurde in dem Bericht der Staatssekretär Scheurle (CSU) aus dem Bundesverkehrsministerium genannt.

27.01.2012: Landrat Pipa fordert Umsetzung von alternativen Anflugverfahren

Heute wurde das Gutachten von Michael Morr über Möglichkeiten, den Fluglärm im Main-Kinzig-Kreis zu reduzieren, auf einer Veranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Danach könnte durch Anheben der Flughöhe um 300 Meter und den kontinuierlichen Sinkflug der Fluglärm über dem Main-Kinzig-Kreis sofort um die Hälfte reduziert werden, ohne die Kapazität einzuschränken. Später sei das Pont-Merge-Verfahren (wie in Oslo) denkbar. Landrat Pipa will nun die Umsetzung der von Morr vorgeschlagenen alternativen Anflugverfahren beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung beantragen. Wenn das nicht hilft, will der Kreis klagen. Pipa sieht die Position des Kreises bestätigt, der schon 10 Jahre lärmmindernde Anflugverfahren fordert. Rechtsanwalt Möller-Meinecke, der den Kreis juristisch vertritt, äußerte die Vermutung, dass die Luftverkehrsseite lärmmindernde Anflugverfahren jetzt noch nicht realisieren wolle, um noch "Reserve" für die in den nächsten Jahren erwartete starke Zunahme von Flugverkehr und Fluglärm zu haben. Nur der Offenbacher Fluglärmexperte Faulenbach da Costa konnte den Vorschlägen nichts abgewinnen: die Hochbelasteten (sprich: Offenbach) würden davon nichts profitieren. Etwas mehr z.B. in der Offenbach Post.

27.01.2012: Fluglärm stört auch in Bayern

Nicht nur in Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es Protest gegen den Fluglärm des Frankfurter Flughafens. Auch im angrenzenden Bayern nervt der Fluglärm die Menschen. Zwischen Alzenau und Obernburg formiert sich Widerstand. In Schöllkrippen wurde eine Bürgerinitiative mit dem schönen Namen "Ein Himmel ohne Höllenlärm" gegründet. Der Kreistag in Aschaffenburg verabschiedete eine Resolution, die die bayrische Staatsregierung auffordert, die Region vor unzumutbarem Fluglärm zu schützen. CDU CSU und FDP, die im bayrischen Landtag bekanntlich eine Mehrheit haben, lehnten das aber ab: gegen Lärm aus Hessen kann man sowieso nichts machen. Mehr ist in der FAZ nachzulesen.

23.01.2012: BI Raunheim fordert plakativ "Schließung der Südbahn"

Die BI Raunheim, die nach Eröffnung der neuen Landebahn offenbar wieder stärkeren Zulauf erhalten hat, will bei der nächsten Montagsdemo die "Schließung der Südbahn" fordern, um darauf hinzuweisen, dass die vom Bündnis der Bürgerinitiativen geforderte Schließung der Nordwestbahn Raunheim wieder stärker mit Fluglärm belasten würde (früher führten beide Anflugrouten über die Stadt). Die BI hat daher ein Problem mit der Forderung nach Schließung der neuen Landebahn (was man irgendwie schon verstehen kann). Mehr im der Mainzer AZ. Globaler agiert der Raunheimer Bürgermeister Jühe, der seine Ideen am Ende eines FNP-Artikels "Neue Landebahn ist nicht Ziel der Proteste" deutlich machte. Zitat, was er laut FNP gesagt hat: "Man muss sich gegen pauschale Forderungen zur Wehr setzen, die eine Schließung der Landebahn Nordwest fordern. Damit würden die Lärmverteilungsvorstellungen außer Kraft gesetzt und „mit den Füßen getreten“. Er nannte diese Position brandgefährlich ...".

20.01.2012: Fluglärmkommission gegen weniger Nutzung der Nordwestbahn ??

Heute findet man in einem Artikel der FAZ den Satz "Die Frankfurter Fluglärmkommission hat sich gegen eine Verschiebung des Flugbetriebs von der umstrittenen Nordwestlandebahn auf die alte Südbahn ausgesprochen." Wenn man weiter liest, stellt man fest, dass der Vorsitzende der Fluglärmkommission (und Raunheimer Bürgermeister) Jühe gegenüber der Zeitung die Vorschläge von Frankfurter Politikern kritisiert, die neue Landebahn wieder stillzulegen oder weniger zu nutzen als die südliche Landebahn. Diese Vorschläge würden nicht den objektiven Kriterien des "Forums Flughafen und Region" und der Fluglärmkommission entsprechen (die maßgeblich unter seiner Federführung festgelegt worden sind) und die "fruchtbare konstruktive Arbeit" in diesen Gremien beschädigen, wird Jühe zitiert.

Wie von den beiden Mitgliedern der Fluglärmkommission, die aus den Kreisen der Bürgerinitiven kommen, zu erfahren ist, hat sich die Fluglärmkommission mit der Frage der Schließung der Nordwestbahn noch gar nicht befasst. Der Vorsitzende macht hier auf eigene Faust Politik (siehe auch Eintrag vom 17.01.). Sicherlich wäre bei einer Schließung der Nordwestbahn der Fluglärm die momentane Entlastung in Raunheim futsch. Doch aufs Ganze gesehen war der Zustand ohne Nordwestbahn zwar schlimm, aber immer noch besser als jetzt, und eine Begrenzung der Flugbewegungen würde allen Betroffenen helfen.

19.01.2012: Mainz beteiligt sich doch nicht an Klage

Die Stadt Mainz wird sich doch nicht an der Klage verschiedener Städte im Landkreis Mainz-Bingen gegen die neuen Flugrouten (Speziell die Südumfliegung) beteiligen. Der Anwalt der Stadt Schröder hat davon abgeraten, weil ein Erfolg der Klage womöglich zu einer Mehrbelastung der Stadt Mainz führen könnte. Erst einmal wird das Verfahren in Leipzig abgewartet. Ein wenig mehr hier.

18.01.2012: Gutachten hält 50% weniger Fluglärm im Main-Kinzig-Kreis für möglich

Das vom Main-Kinzig-Kreis in Auftrag gegebene Gutachten zum Thema Anflugverfahren ist fertig und wurde den Gremien vorgestellt. Das Ergebnis: der Fluglärm im Main-Kinzig-Kreis könnte durch andere Anflugverfahren (z.B. Erhöhung der Gegenanflüge, CDA-Verfahren) deutlich mindern, und zwar sofort und ohne Einschränkung der Kapazität. Mehr in der Offenbach Post. Am Mittwoch, 25. Januar, 19 Uhr, findet in der Stadthalle Gelnhausen eine öffentliche Präsentation der Studie statt.

18.01.2012: Lässt sich der Fluglärm mindern? Zunehmend ein Thema in der Presse

Ein interessantes Video zu Möglichkeiten der Fluglärmminderung findet man bei hr online. Ebenfalls zum Thema ein Artikel in der FAZ: Vor dem Endanflug gibt es kein Entrinnen.

17.01.2012: Neuer Fluglärmschutzbeauftragter nimmt seine Arbeit auf

Wie schon vor einigen Wochen angekündigt, gibt es ab 2012 wieder einen Fluglärmschutzbeauftragten für den Frankfurter Flughafen. Minister Posch stellte Patrick Kirsch vor (siehe Pressemitteilung des HMWVL). In einem Bericht bei hr online findet man mehr zur Person und ein Video. Während die SPD die Vorstellung von Kirsch als "Wahlkampfmanöver" (für den Frankfurter OB-Wahlkampf) bezeichnete, äußerten sich Vertreter von Bürgerinitiativen verhalten optimistisch. Kirsch betonte seine Unabhängigkeit. Sein Ziel sei die Verbesserung der Situation der vom Fluglärm betroffenen Menschen. Wir wünschen ihm viel Erfolg dabei.

Der neue Fluglärmschutzbeauftragte ist auch per E-Mail für die Bürger erreichbar unter flsb@hmwvl.hessen.de .

17.01.2012: Jühe für Verteilung des Fluglärms

Der Raunheimer Bürgermeister und Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe übte auf einer Veranstaltung Kritik an den Frankfurter Oberbürgermeister-Kandidaten. Zitat aus dem Darmstädter Echo: "Die Kandidaten würden Maßnahmen zur Lärmentlastung vorschlagen, die nur auf Frankfurt abzielten. Es gelte aber weiterhin, die Verteilung des Fluglärms zu verfolgen." Der Titel dieses Blogs, der im Juni 2010 gebonnen wurde, ist also noch (oder wieder) aktuell. Noch deutlicher wird Jühes Position in einem

04.01.2012: Zahl der Fluglärmbeschwerden im Main-Kinzig-Kreis explodiert

Der Fluglärm im Main-Kinzig-Kreis hat in den letzten Monaten drastisch zugenommen - 50 km vom Flughafen entfernt. Die Bürger wehren sich: die Zahl der Fluglärmbeschwerden in Hasselroth stieg von 2000 im August letzten Jahres auf über 21000 (im Monat!) an. Seit einigen Wochen gibt es in Hasselroth auch eine DFLD-Messstation. Mehr im Artikel "Tiefflieger im Minutentakt" der Zeitung "hörgeräte aktuell". Der Bürgerprotest bringt die Politik zum Handeln.

Die Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal (IGF) hat ihre Homepage aktualisiert: http://www.igfluglaerm.de/. Schauen Sie mal rein.

03.01.2012: Fluglärm stört auch in Nordhessen

Nicht nur im nahen Umfeld des Frankfurter Flughafens nehmen die Beschwerden über den Fluglärm zu, sondern auch in weiter entfernten Regionen. Protest gibt es jetzt auch im Landkreis Fulda, wo man sich über häufigere und niedrigere Überflüge beschwert. Der Eindruck der Bürger trügt nicht: die DFS erkärte, dass geänderte Anflugverfahren für die Landebahn Nordwest die Ursache für mehr Flugbewegungen in Nordhessen sind. Der "kontrollierte Luftraum" wurde laut DFS bis in den Bereich Hosenfeld-Jossa, Neuhof und Flieden verlängert. Der Endanflug beginnt nun offenbar schon dort, tiefere Flughöhen sind die Folge. Die Grünen im Kreis Fulda wurden schon aktiv, der Kreis will sich laut Landrat Woide (CDU) für Verbesserungen einsetzen. Mehr in der Fuldaer Zeitung.

29.12.2011: DFS bestätigt: Flughöhe über Offenbach oft zu niedrig

Wie im Eintrag vom 8.12. vermutet, fliegen 10-20% der Flugzeuge tatsächlich über Offenbach zu tief: sie kürzen den Weg auf den Gleitpfad ab. Die DFS hat dies jetzt bestätigt und es soll abgestellt werden. Die Mindestflughöhe in Offenbach sollte 900 Meter betragen. Mehr in der FR online. Außerdem wird in der kommenden Ausgabe des Spiegel berichtet, dass die neue Landebahn häufiger benutzt wird als nötig: in verkehrärmeren Zeiten stellen die Fluglotsen den Piloten angeblich frei, auf welcher Bahn sie landen wollen. Im letzten Spiegel findet man auch einen Artikel über den Zorn der Bürger: Laute Nacht, zornige Nacht.

* Wichtig * 23.12.2011: DFS will neue Anflugverfahren einführen

Und sie bewegt sich doch! Die Deutsche Flugsicherung hat überraschend (selbst für die Fluglärmkommission) angekündigt, nun auch tagsüber, in den verkehrsärmeren Zeiten, den kontinuierlichen Sinkflug beim Anflug nutzen zu lassen - bereits ab Januar 2012. Dabei sollen die Turbinen um 40% gedrosselt werden und so weniger Lärm machen. Zuerst sollen die Piloten das neue Verfahren in weiter entfernten Gebieten, z.B. über dem Spessart, ausprobieren. Die Gegenanflugstrecken sollen dann später (soweit möglich) einbezogen werden, im Moment werden die Flughöhen hier nicht verändert. Grund für die plötzlichen Neuerungen ist laut DFS keineswegs der politische Druck, sondern die Tatsache, dass die Verfahren im Zusammenhang mit der neuen Landebahn jetzt als gesichert angesehen werden könnten. Mittelfristig (5 Jahre) soll das "Point-Merge-Verfahren" eingeführt werden, das man zur Zeit prüft und simuliert. Vertreter der Betroffenen reagierten erst einmal skeptisch: erst einmal abwarten, ob es wirklich leiser wird. Das CDA-Verfahren wurde in der Nacht in bestimmten Bereichen schon einige Zeit lang angewendet. Große Begeisterung über eine signfikante Verbesserung der Lage ist aber bei den Betroffenen nicht ausgebrochen. Mehr in der Pressemitteilung der DFS und in der Pressemitteilung vom Bündnis der Bürgerinitiativen.

21.12.2011: Stelle des Fluglärmschutzbeauftragten neu besetzt

Minister Posch hat angekündigt, dass die Stelle des Fluglärmschutzbeauftragten ab dem 1. Januar 2012 wieder besetzt wird. Den Job bekommt Patrick Kirsch, laut Posch "Experte vom Luftfahrtbundesamt mit Pilotenlizenz". Er soll laut Posch "das Ministerium zu Beschwerden, Fluglärmbekämpfung und über Möglichkeiten zur Streckenführung beraten". Die Stelle ist seit April nicht mehr besetzt - fragen wir uns ehrlich: ist das jemandem aufgefallen? Außerdem äußerte Posch Verständnis für den Zorn der Bürger über den Fluglärm. Er sei mit der Situation "alles andere als zufrieden".

19.12.2011: Main-Kinzig-Kreis gegen Fluglärmverlagerung

Landrat Pipa (Main-Kinzig-Kreis) kritisiert den Vorschlag des Vorsitzenden der Fluglärmkommission Jühe, Flörsheim (und auch Raunheim, Rüsselsheim und Mainz) dadurch zu entlasten, dass die Ostbetriebrichtung weniger genutzt wird - woraus folgt, dass der Main-Kinzig-Kreis noch mehr überflogen wird. Eine solche Verschiebung des Fluglärms auf den Main-Kinzig-Kreis werde er nicht zulassen. Pipa forderte Jühe auf, als Vorsitzender der Fluglärmkommission die Interessen aller Betroffenen zu vertreten. Mit der Anhebung der Flughöhen um 1000 Fuss ließe sich nach einem vom Kreis in Auftrag gegebenen Gutachten der Fluglärm im Kreis wirksam verringern. Mehr im Artikel der FNP

13.12.2011: DFLD untersucht Änderungen der Fluglärmbelastung durch neue Bahn

Auf einer Bürgerversammlung in Mainz hat der DFLD seine Untersuchungen zu den Änderungen bei Flugverfahren und der Fluglärmbelastung vor und nach der Inebtriebnahme der neuen Landebahn vorgetragen. Das Fazit ist deprimierend: die verlärmte Fläche ist deutlich angestiegen, die Lärmbelastung ist größer geworden - und das alles bevor die neuen Kapazitäten auch nur ansatzweise ausgeschöpft wurden. Auf den Internetseiten der Stadt Mainz findet man den Vortrag von Horst Weise mit vielen Bildern und Karten.

08.12.2011: Flugzeuge in Offenbach zu niedrig?

In Offenbach hat man die Flughöhe der anfliegenden Flugzeuge genauer unter die Lupe genommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Anflüge vor allem auf die Nordwestbahn oft zu niedrig sind. In 10 bis 20% der Fälle, sagt der städtische Flughafenberater Hesse, ist die Flughöhe geringer als die vorgeschriebene Mindestflughöhe. Die DFS hielt das erst einmal für nicht möglich: "Dann würden die Flugzeuge nicht auf der Landebahn auftreffen". Aber selbst das Umwelthaus hält die Beobachtungen für richtig. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Mehr im Artikel der Frankfurter Rundschau.

30.11.2011: Volkszorn über Fluglärm in Ginsheim-Gustavsburg

Auch in Ginsheim-Gustavsburg leiden die Menschen unter der neuen Landebahn. Mehr als 200 Menschen nahmen an einer Informationsveranstaltung teil. Mehr im Bericht beim Echo online.

Ganz wenig Fingerspitzengefühl zeigt Fraport bei der Wahl seiner Weihnachtsgrüße. Die grüne Landtagsabgeordnete Ursula Hammann erhielt als Adventsgruß einen Adventskalender, der Santa Claus im Anflug auf die neue Landebahn zeigt. Nun würden sich die Betroffenen sicherlich sehr freuen, wenn nur Santa Claus auf der neuen Bahn landen würde. Geschmacklos ist es trotzdem, angesichts der Belastungen zu Weihnachten für die neue Landebahn zu werben. Hammann hat den Kalender jedenfalls unter Protest an Fraport zurück geschickt.

Wie die direkt überflogenen Menschen die Landebahn sehen, wird in einem Offenen Brief an Ministerpräsident Bouffier deutlich, den eine Flörsheimer Bürgerin geschrieben hat.

28.11.2011: Südumfliegung exakt einhalten

Die DFS hat mitgeteilt, dass ab dem 1. Dezember die angekündigte genaue Einhaltung der Südumfliegungsroute umgesetzt wird ( siehe Pressemitteilung ). Bisher waren die Flugzeuge oft vorzeitig nach Norden abgedreht und hatten dabei Rüsselsheim, Bischofshein und Ginsheim überflogen. Dies ist in Zukunft nicht mehr zulässig. In Rüsselsheim freut man sich über die Entscheidung. Auch der erste Kreisbeigeordnete des Kreises Groß-Gerau Astheimer, äußerte sich zufrieden (siehe Pressemitteilung). Die Grünen in Wiesbaden finden die Änderung weniger gut, denn sie befürchten dadurch eine Mehrbelastung von Kostheim, Kastel und Erbenheim. Bürgermeister Großmann habe in der Taskforce Flugwegoptimierung nicht energisch genug protestiert, meinen die Grünen. Nach der Sitzung der Taskforce gab es allerdings Verwirrung in der Presse darüber, was die in der Sitzung beschlossene Maßnahme bedeutet - vielleicht bei manchem Teilnehmer auch?

24.11.2011: Frankfurter BIs schließen sich zusammen

Schon lange bestehende und in letzter Zeit neu gegründete BIs in Frankfurt haben beschlossen, in Zukunft enger zusammen zu arbeiten, um gemeinsam gegen die neue Landebahn und für ein Nachtflugverboz von 22-6 Uhr zu käampfen. Mehr in der Pressemitteilung).

23.11.2011: Keine Lösungen bei DFS-Infoveranstaltung in Frankfurt

Die umstrittene Informationsveranstaltung der DFS im Frankfurter Römer unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat nach Aussagen beteiligter Politiker nicht viel gebracht. Die DFS sah keine Möglichkeiten für eine durchgreifende Verbesserung bei der Lärmsituation. Ein Abgeordneter der Linken brachte es auf den Punkt: "Die DFS musste zugeben, dass die Lärmbelastung durch die neue Landebahn unzumutbar ist, aber dass sie daran nichts ändern kann." Nur eine Schließung der Landebahn könne das Problem lösen. Kritisiert wurde die zu geringe Flughöhe im Gegenanflug (oft nur 5000 Fuss), die nicht nötig sei. Die Stadtverordneten forderten eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung der DFS. Mehr in der FNP .

16.11.2011: Taskforce "Flugwegoptimierung" tagt das erste Mal

Die neue von Minister Posch ins Leben gerufene Taskforce "Flugwegoptimierung" hat die erste Sitzung abgehalten. Man hat schon viele Optimierungsvorschläge eingesammelt. Kleine aktuelle Probleme sollen rasch angegangen werden, Hoffnung auf schnelle grundlegende Veränderungen wurden allerdings gedämpft. Solche wurden auch eingereicht, z.B. ein ganz neues Anflugverfahren mit Namen "Point-Merge". Mehr hier .

15.11.2011: Entscheidung über Berliner Flugrouten erst im Januar

Die mit Spannung erwartete endgültige Festsetzung des Flugrouten in Berlin durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BFA) wird erst am 26. Januar erfolgen, kündigte der Direktor der Behörde Herrmann an. Ob das Amt die von der DFS vorgeschlagenen Routen genehmigen wird oder nicht, ließ Herrmann offen. Alle Flugroutenvorschläge lägen vor und würden geprüft, auch beim Umweltbundesamt. Hermann dämpfte Erwartungen, dass die BFA die von den Anwohnern befürchtete Fluglärmbelastung reduzieren könne. Die Behörde müsse den im Planfeststellungsbeschluss zugelassenen Luftverkehr organisieren und könne durch die Wahl der Flugrouten nur den Lärm in der Region verteilen. Der neue Berliner Flughafen (er soll übrigens Willy-Brandt-Flughafen heißen) soll am 3. Juni 2012 eröffnet werden. Um die Flugrouten tobt seit mindestens einem Jahr ein heftiger Streit. Mehr in der Berliner Morgenpost".

11.11.2011: Berliner BI fordert Dienstaufsichtsbeschwerde gegen DFS-Leiter

Im Flugroutenstreit in Berlin wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Die "Friedrichshagener Bürgerinitiative" wirft dem Chef der lokalen DFS vor, die tatsächlichen geplanten Flugrouten ohne Zustimmung der Fluglärmkommission und erst sehr spät verkündet zu haben und so effektiven Widerstand verhindert zu haben. Die BI fordert eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Mehr in der Pressemitteilung der BI.

11.11.2011: Flugsicherung stellt im Römer neue Flugrouten vor

Am 21. November wird die DFS im Frankfurter Römer auf einer Sitzung des Stadtparlaments den Mandatsträgern Auskunft über die neuen Flugrouten geben. Die Öffentlichkeit wurde zu dieser Sitzung nicht zugelassen. Offenbar fürchtet die DFS die wütenden Bürger: die DFS-Vertreter seien auf solchen Veranstaltungen schon beschimpft worden, eine sachliche Diskussion sei nicht möglich, meinte eine DFS-Sprecherin. Man sei sich daher mit der Stadt einig, die Öffentlichkeit nicht zuzulassen.Die Grünen und die LINKE protestierten.

10.11.2011: Neue Mess-Station in Offenbach

Die BIL Offenbach will den Fluglärm in Offenbach selbst messen. Eine neue Mess-Station wurde auf dem Dach des Altbaus des Klinikums in Betrieb installiert. Sie wurde aus Spendengeldern finanziert. Die Daten kann man beim DFLD im Internet einsehen. Die BIL fordert die Bürger auf, beim Fraport-Infomobil ihren Unmut über den Fluglärm kund zu tun. Das Infomobil kommt am Freitag, den 18.11. nach Offenbach.

09.11.2011: Informationsveranstaltung in Oberrad überfüllt

Auch in Frankfurt sind derzeit viele Menschen vom Fluglärm durch die neue Landebahn aufgeschreckt. Rund 400 Interessierte, weit mehr als erwartet, kamen zu einer Informationsveranstaltung in Oberrad. Kurzerhand zog man vom gemeindehaus in die Kirche um, damit alle Platz fanben. Mehr in einem Artikel in der FNP.

05.11.2011: Immer mehr Mess-Stationen beim DFLD

Der Fluglärm vom Frankfurter Flughafen wird von den Betroffenen immer engmaschiger überwacht: beim DFLD sind mittlerweile mehr als 100 (die letzte Zählung ergab 106) Mess-Stationen aktiv, die teils von Kommunen, teils von Bürgern betriebeb werden. Allein im weit entfernten Ingelheim haben wir gleich 4 Stationen gesichtet. Auch Städte, bei denen man es sich früher nicht hätte träumen lassen, messen jetzt: z.B. Eschborn. Da bleibt kein Flug mehr unbemerkt. Nur im Südosten des Flughafens gibt es noch größere "weiße Flecken" auf der Karte.

01.11.2011: Neue Fraport-Messstationen

Fraport teilt mit, dass im Oktober zwei neue (Fraport-) Messstationen in Betrieb gegangen sind, nämlich in Hochheim (MP 14) und in Frankfurt-Lerchesberg (MP 44).

29.10.2011: Main-Kinzig-Kreis enttäuscht vom "Fluglärm-Gipfel" in Berlin

Eine Delegation von Politikern aus dem Main-Kinzig-Kreis hat beim (Bundes)Verkehrsministerium vorgesprochen, um eine Anhebung der Flughöhen über dem Kreis zu erreichen. Im Ministerium erklärte man der Gruppe, die DFS wolle die neuen Flugrouten erst einmal ein halbes Jahr lang beobachten und prüfen. Wenn sich herausstelle, dass man die Flughöhen anheben könne, werde man das tun, es gebe aber verschiedene "technische und planungsrechtliche Schwierigkeiten". Landrat Pipa verlangte für die Zukunft mehr Öffentlichkeit für solche Gesprächsrunden.

29.10.2011: Initiativen im Vordertaunus wollen zusammenarbeiten

Die Bürgerinitiativen aus Sulzbach, Bad Soden, Eschborn, Schwalbach, Liederbach und Kelkheim haben sich zusamengeschlossen und wollen in ZUkunft gemeinsam den Fluglärm bekämpfen. Eine Vernetzung mit weiteren Initiativen aus der Region ist geplant, denn es könne beim Fluglärmproblem keine Einzellösung geben.

28.10.2011: Taskforce "Flugwegoptimierung" beim FFR gegründet

Beim "Forum Flughafen und Region" wurde kurzfristig eine "Task Force Flugwegoptimierung" eingerichtet. Sie soll die Lärmsituation nach Eröffnung der neuen Landebahn analysieren und Vorschläge zur Optimierung machen. Beteiligt sind nach Airlines, die Fluglärmkommission, die Fraport AG und die Hessische Landesregierung. Minister Posch bezeichnete die Einrichtung einer Task Force "als guten Schritt auf dem Weg zum Ziel, die Flugrouten und Flughöhen weiter lärmmindernd zu optimieren." Die Frage ist, worin sich dieses neue Gremium vom schon bestehenden "Expertenkreis Aktiver Schallschutz" beim FFR unterscheidet. Nach den Pressemitteilungen hört es sich nach schneller Beruhigungsmaßnahme für die Bevölkerung an. Mehr:

25.10.2011: Wiesbaden will gegen Fluglärm kämpfen

Die Stadt Wiesbaden, die immer für den Flughafenausbau war, will sich jetzt für die Bekämpfung des Fluglärms engagieren, nachdem sich die Proteste wütender Bürger über den neuen Gegenanflug häufen. Die Stadt rief jetzt eine Unterschriftensammlung ins Leben. OB Müller sagte, man werde "im Kampf gegen den stark angestiegenen Fluglärm nicht nachlassen“. Die von einer Koalition aus SPD und CDU regierte Stadt erwägt sogar, der Initiative "Zukunft Rhein-Main" beizutreten, was die Grünen angeregt hatten. Die CDU möchte dabei aber bei der Unterstützung des Ausbaus bleiben, deshalb wurde die Abstimmung erst einmal vertagt. Ob die ZRM sich über ausbaufreundliche Mitglieder freuen würde, ist eine andere Frage. Die Bürger werden demnächst sogar die Auswahl zwischen 2 Bürgerinitiativen haben. Die SPD will die schon länger bestehende "AG Fluglärm Rheingau-Wiesbaden" unterstützen, die Grünen wollen eine eigene BI anschieben.

21.10.2011: Mainz unterstützt Klage gegen neue Flugrouten

Die Stadt Mainz hat angekündigt, dass sie eine Klage von Kommunen im Landkreis Mainz-Bingen gegen die neuen Flugrouten (vor allem die Südumfliegung) unterstützen wird. Mehr in der Pressemitteilung der Stadt Mainz.

20.10.2011: Main-Kinzig-Kreis lässt Anflugverfahren untersuchen

Im Main-Kinzig-Kreis will man herausfinden, ob leisere Anflugverfahren praktisch machbar sind. Der Kreis und einige Kommunen hat dazu eine Computersimulation in Auftrag gegeben, die verschiedene alternative Anflugverfahren prüfen soll, z.B. das CDA-Verfahren. Der beauftragte Experte Michael Morr, hat früher für die DFS Simulationen durchgeführt und betreibt jetzt eine Firma, die Flughafen und Flugverfahren plant. Mehr in der FNP .

* Wichtig * 18.10.2011: Fluglärmkommission verabschiedet Positionspapier zum Flughafen

Die Fluglärmkommission hat ein Positionspapier "Die Region und der Flughafen" verabschiedet, das Minister Posch vorgelegt werden soll. Das Papier enthält "Forderungen zum Schutz der Lebensqualität und der Gesundheit im Ballungsraum Rhein-Main". Gefordert werden unter anderem eine Einhaltung de Mediationsergebnisses, ein Nachtflugverbot und eine Umsetzung des "Anti-Lärm-Paktes" sowie eine Aktivierung des Regionalfonds. Mit dem Papier erklären (zumindest die in der Fluglärmkommission vertretenen) Kommunen auch ihre Unterstützung für die Arbeit des im Jahr 2008 eingerichteten "Expertengremiums Aktiver Schallschutz im Forum Flughafen und Region" und dessen Politik zur Verteilung des Fluglärms. Ob damit der "Streit um die Verteilung des Fluglärms" endgültig vom Tisch ist, wird sich erst zeigen.

17.09.2011: Fraport prüft Vorziehen von passivem Schallschutz in Flörsheim

Fraport prüft, Maßnahmen zum passiven Schallschutz für die durch die neue Landebahn besonders stark neu Betroffenen vorzuziehen. Dementsprechend äußerte sich der Vorstandsvorsitzende Schulte gegenüber der Presse. Davon profitieren könnte z.B. Flörsheim. Nach dem Fluglärmgesetz entsteht der Anspruch auf Schallschutz erst 6 Jahre nach der Feststetzung der Lärmschutzbereiche. Dies wäre natürlich für die ab Oktober Betroffenen unakzeptabel. Mehr z.B. bei der Frankfurter Rundschau.

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13.09.2011: BBI fordert, Landebahn nicht in Betrieb zu nehmen

Das Bündnis der Bürgerinitiativen befürchtet, dass es wegen erst jetzt bekannt gewordener ICAO-Vorschriften bei Anflügen zu niedrigeren Flughöhen und damit zu noch mehr Fluglärm kommen wird als bisher angenommen. Wie der Experte Berthold Fuld, bekannt von der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, auf einer Pressekonferenz des Bündnisses erläuterte,wurden die Vorschriften nicht in den offiziellen Lärmberechnungen berücksichtigt. Das Bündnis fordert deshalb, die neue Landebahn nicht wie geplant in Betrieb zu nehmen, da es an vielen Stellen zu unzumutbarer Lärmbelastung kommen würde. Außerdem seien die vorgesehenen Maßnahmen zum passiven Schallschutz zum geplanten Betriebsbeginn noch nicht verwirklicht und die Betroffenen somit ohne Schutz. Detaillierte Erläuterungen zu den fehlerhaften Lärmberechnungen findet man in der Pressemitteilung des BBI.

08.09.2011: Main-Kinzig-Kreis will gegen Flugrouten klagen

Der Main-Kinzig-Kreis wird gegen die abgesenkten Flugrouten bei Anflügen über dem Kreis klagen. Der Kreisausschuss fasste einen entsprechenden Beschluss. Seitdem im März im Vorgriff auf die neue Landebahn verschiedene Flugrouten geändert wurden, beträgt die Anflughöhe im Main-Kinzig-Kreis nur noch zwischen 1000 und 1300m über Grund. Um die Situation zu verbessern, greift der Kreis jetzt zur Selbsthilfe: er will eine Studie über alternative, die Bevölkerung weniger belastende Anflugverfahren in Auftrag geben. Die Studie soll von Michael Morr, einem ehemaligen Fluglotsen bei der DFS, erstellt werden und könnte noch in diesem Jahr fertig werden. Morr betonte, er wolle ein Konzept erstellen, das bei der DFS keinen zusätzlichen Aufwand verursacht, sonst sei es nicht durchsetzbar.

02.09.2011: Neue Bürgerinitiative "Frankfurt-Nord gegen Fluglärm"

Am 1.9.2011 wurde eine neue Bürgerinitiative "Frankfurt-Nord gegen Fluglärm" gegründet. Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Stadtteilen im nördlichen Frankfurt (Frankfurter Berg, Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Harheim, Eschersheim, Nordweststadt) wollen sich gegen den zunehmenden Fluglärm wehren. Mehr zur Initiative findet man auf der Homepage frankfurt-nord-gegen-fluglaerm.de

01.09.2011: Fluglärmkommission fordert DFS zur Optimierung der Anflüge auf

Die Fluglärmkommission hat sich auf ihrer Sitzung am 31.08.2011 erneut mit der gestiegenen Fluglärmbelastung durch die neuen Gegenanflüge befasst. Die DFS wurde aufgefordert, das Anflugsystem zu überprüfen und alle Möglichkeiten der Optimierung zu nutzen, um eine Anhebung der Überflughöhen zu erreichen. Auch die Flughöhen startender Flugzeuge sollen untersucht werden. Der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Wiesbaden hatten entsprechende Anträge eingebracht. Weiterhin beschloss die Kommission eine Stellungnahme zur neuen Lärmschutzverordnung. Dort wird unter anderem gefordert, den gekrümmten Landeanflug und die neuen Gegenanflüge in die Berechnungen der Lärmschutzbereiche einzubeziehen und die Ansprüche auf Schallschutzmaßnahmen zeitnah umzusetzen und nicht erst in 6 Jahren.

Der Main-Kinzig-kreis hatte zuvor eine Untersuchung vom Deutschen Fluglärmdienst anfertigen lassen. Sie hat ergeben, dass die Flughöhen bei Anflügen über dem Main-Kinzig-Kreis deutlich niedriger sind als zuvor und dass das vom Fluglärm betroffene Gebiet um 100 Quadratkilometer gewachsen ist. Zahlreiche Bürger hatten sich über die Zunahme der Fluglärmbelastung beschwert. Auch in anderen neu betroffenen Gebieten gibt es heftige Proteste der Bürger.

Eine Stellungnahme der DFS wird bis zur nächsten Sitzung der Fluglärmkommission im Oktober erwartet. Bisher hat die DFS zwar zugegeben, dass sich die Anflughöhen verringert haben, dies aber als betrieblich notwendig bezeichnet. Änderungen bei den Abflughöhen bestreitet die DFS. Unter den Flugärmgegnern wird häufig beklagt, dass durch die notwendige "Unterquerung" der Gegenanflüge startende Flugzeuge nicht so schnell steigen können wie technisch möglich - eine Situation, die als "Frankfurter Tiefflugsystem" bezeichnet wird. Eine Änderung der Gegenanflugrouten könnte also durchaus auch Änderungen bei den Abflügen nach sich ziehen.

Mehr zur Sitzung der Fluglärmkommission HIER.

* Wichtig * 19.08.2011: Neue Karten Südumfliegung verfügbar

Die DFS hat genauere Karten der Südumfliegung veröffentlicht. Mehr hier.

17.08.2011: Bürgermeister im Main-Kinzig-Kreisgemeinsam gegen Fluglärm

Die Bürgermeisterversammlung des Main-Kinzig-Kreises hat sich heute mit dem Fluglärm befasst. Die Bürgermeister formulierten eine gemeinsame Resolution, die auf der "Rodenbacher Erklärung" basiert. Fraport und Landesregierung werden aufgefordert, eine "vernünftige Balance zwischen der Wirtschaftlichkeit des Flughafens und dem Schutz von Mensch und Umwelt" einzuhalten und die Interessen der Kommunen angemessen zu berücksichtigen.

Die "Rodenbacher Erklärung" können Sie auf den Internetseiten der Stadt Gelnhausen unterstützen, indem Sie sich per E-Mail auf eine Unterstützerliste eintragen:

15.08.2011: Gelnhausen: Rodenbacher Erklärung beschlossen, Demo gegen Fluglärm

Der Magistrat der Stadt Gelnhausen hat beschlossen, die Rodenbacher Erklärung zu unterstützen. Der Beschluss muss jetzt noch von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt werden. In Gelnhausen hofft man, dass auch andere Städte im Main-Kinzig-Kreis sich der Erklärung anschließen.

Am 26.08.2011 findet in Gelnhausen vor dem Kreistag (Main-Kinzig-Forum) eine Demo gegen Fluglärm statt. Auf der folgenden Kreistagssitzung soll der Kreis ebenfalls die Rodenbacher Erklärung beschließen.

10.08.2011: Südumfliegung genehmigt

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) hat die Südumfliegung ohne Änderungen genehmigt. Bis zur Einrichtung eines neuen Funkfeuers in Nauheim soll ab 31. Oktober die Route 5, danach die Routen 7 und 13 geflogen werden. Das Land Rheinland-Pfalz will gegen die Flugroute klagen, die Strategie wird gerade evaluiert ( -> Pressemitteilung der Landesregierung Rheinland-Pfalz). Die Stadt Mainz kündigte in einer Pressemitteilung an, sich weiter gegen die Folgen des Ausbaus zu engagieren und freut sich, dass sie jetzt die Landesregierung auf ihrer Seite hat.

30.07.2011: Main-Kinzig-Kreis aktiv gegen Fluglärm

Der Widerstand gegen den Fluglärm im Main-Kinzig-Kreis nimmt konkrete Formen an. Rund 20 Bürgermeister und Gemeindevertreter haben sich zu einer Solidargemeinschaft zusammengeschlossen und wollen gemeinsam die (bereits beim VGH Kassel eingereichte und derzeit ruhende) Klage des Main-Kinzig-Kreises, der Stadt Hanau und der gemeinde Rodenbach unterstützen. Damit will man nicht nur ein Nachtflugverbot erreichen, sondern auch gegen die von der DFS im Vorgriff auf die neue Landebahn abgesenkte Flughöhe vorgehen. Es sei niemandem zu erklären, wieso die Flugzeuge schon mehr als 50 km vor dem Flughafen mit dem lauten Horizontalflug in niedriger Höhe beginnen würden, sagte ein Sprecher. Gefordert wird, wieder höher als 1000m zu fliegen und das CDA-Verfahren zum Anflug zu benutzen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sascha Raabe, der sich schon in seiner Zeit als Bürgermeister von Rodenbach aktiv gegen den Fluglärm engagiert hat, forderte in einem Appell an das Umweltbundesamt und den Bundesumweltminister, die Gesundheitsbelastung durch Fluglärm und Schadstoffe zu reduzieren. Die Warnungen der Mediziner vor Gesundheitsschäden müssten endlich ernst genommen werden.

Der Main-Kinzig-Kreis hat eine E-Mail-Adresse Fluglaerm@mkk.de eingerichtet, wo man sich über Fluglärm beschweren und Vorschläge dagegen machen kann. Die Beschwerden aus der Bevölkerung sollen die Initiative des Kreises gegen den Fluglärm bei verschiedenen Stellen, wie DFS, Fluglärmkommission und Landesregierung unterstützen.

25.07.2011: Initiative gegen Fluglärm in Region Main-Kinzig

Überall macht sich Widerstand gegen den zunehmenden Fluglärm auf, auch in der Main-Kinzig-Region. Angesichts der drohenden Verlärmungsgefahr im Main-Kinzig-Kreis plant die "Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal" (IGF) wieder größere Aktivitäten. In der "Rodenbacher Erklärung" wurden 4 wohl durch alle Parteien konsensfähige Forderungen gegen den Fluglärm beschlossen und sollen jetzt in die Öffentlichkeit und in die Politik getragen werden, um diese zu Widerstand zu motivieren. Problem auch hier: einige Städte sind nicht gegen den Ausbau. Mehr in der Pressemiteilung der IGF.

19.07.2011: Jühe - Interview im "Echo online"

Der Raunheimer Bürgermeister und Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe nimmt in einem Interview mit dem "Echo online" Stellung zur Lage in Sachen Flughafenausbau, Fluglärm und Flugrouten - sollte man gelesen haben, auch wenn man nicht in allen Punkten seiner Meinung ist.

15.07.2011: DFS sieht keine Alternative zum jetzigen Gegenanflug

Der ehemalige Lufthansa-Flugkapitän und gelernte Fluglotse Lindenberg kritisiert die DFS, die bei der Routenführung der DFS beim Gegenanflug in Wiesbaden (und anderswo) keine Rücksicht auf die Lärmbelästigung der Bevölkerung nehme. Man könne die Routen anders legen. Die ausführliche Kritik können Sie in einem Artikel in der "Mainspitze" nachlesen. Die DFS konterte prompt, die Vorschläge seien ungeeignet. Auch der CDA-Anflug sei tagsüber nicht möglich. Der DFS-Sprecher Raab sagte dazu, die DFS müsse den Flugverkehr "sicher, flüssig und geordnet abwickeln", und natürlich auch "die Bevölkerung vor unzumutbarem Lärm schützen" - und sie müsse "wirtschaftlich denken". Die Kapazitätserweiterung durch die neue Bahn könne nicht durch Anwendung von Verfahren wie CDA gleich wieder aufgehoben werden. Mehr dazu hier .

14.07.2011: Rheinland-Pfalz will gegen Flugrouten klagen

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz erwägt eine Klage gegen die neuen Flugrouten. Innenminister Lewentz sagte, der Fluglärm sei bereits jetzt, nach den vorbereitenden Änderungen bei den Gegenanflügen, kaum mehr erträglich. Der Druck auf die DFS zur Verbesserung bei den Flugrouten und Flugverfahren soll erhöht werden. So könnte das CDA-Verfahren am Londoner Flughafen Heathrow als Vorbild dienen. Lewentz forderte alle Betroffenen - Kreise, Kommunen und Initiativen - auf, solidarisch zusammen zu arbeiten. Mehr in der Pressemitteilung der Landesregierung Rheinland-Pfalz und in den Zeitungsartikeln zum Thema, z.B. bei der Mainzer Allgemeinen Zeitung .

07.07.2011: Einigung bei Flugrouten für Berlin-Schönefeld

Die seit Monaten anhaltende intensive Auseinandersetzung um die neuen Flugrouten für den Flughafen Berlin-Schönefeld (BER) haben einen vorläufigen Abschluss gefunden. Die DFS hat Anfang der Woche einen Kompromissvorschlag vorgestellt und dabei die Vorschläge der Fluglärmkommission zu größeren Teilen übernommen. Dabei gibt es nach wie vor Gewinner und Verlierer, aber die jetzige Lösung scheint besser als die ursprünglich von der DFS vorgeschlagene - dies ist ein Erfolg für die Bürger, die sich durch heftigen Widerstand Gehör verschafft und erfolgreich Beteiligung eingefordert haben. Mehr:

02.07.2011: Entscheidung über neue Flugrouten verzögert sich

Die Entscheidung über die neuen Flugrouten (besonders die Südumfliegung), die dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zur Genehmigung vorgelegt wurden, wird sich etwas verzögern. Das Bundesjustizministerium hat sich weitere vier Wochen Bedenkzeit erbeten. Ursprünglich sollten die Routen Anfang Juli offiziell bekanntgegeben werden.

22.06.2011: Mehr Proteste gegen Fluglärm

Der Fluglärm breitet sich immer weiter aus. In Bad Kreuznach bereitet der Stadtrat eine Resolution gegen die mit dem Ausbau des Flughafens Frankfurt verbundene Zunahme der Fluglärmbelästigung für Bürger und Kurgäste vor. Gefordert wird unter anderem ein generelles Flugverbot über Kur- und Badestädten. Zudem soll eine Messstation aufgestellt werden. Bad Kreuznach liegt am äußersten Eindrehpunkt des neuen Gegenanflugs. Entfernung zum Flughafen Frankfurt: 54 km Luftlinie, 70 km Straße.

Eine Informationsveranstaltung in Eltville der "AG Fluglärm Rheingau" war sehr sehr gut besucht und zeigte deutlich den Ärger der Bürger über den Fluglärm durch die geänderten Gegenanflugrouten. Die Zusage der DFS, die Mindestflughöhe anzuheben, wertete die Initiative als ersten Erfolg und will weiter Druck aufbauen. Horst Weise vom DFLD kritisierte, dass die Anflüge künstlich tief gehalten würden. Nach Untersuchungen des DFLD hat die Zahl der tiefen Überflüge seit Änderung der Flugroute um 175% zugenommen. Der ehemalige Fluglotse Pallas erläuterte technische Details. Die Route könne optimiert werden und es könne höher geflogen werden, auch kontinuierlicher Sinkflug sei im Prinzip möglich, aber: "Die Frankfurter Fluglotsen sind sehr konservativ". Pallas sprach sich dafür aus, die Betroffenen vor der Planung der Flugrouten zu beteiligen und für neue Routen erst einen Probebetrieb durchzuführen. Diese Forderung unterstützte auch Landrat Albers.

Die Fraktion der Grünen im Ortsbeirat Dotzheim hat eine Unterschriftenaktion gegen Fluglärm gestartet. Alle Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger können sich beteiligen. Die Liste findet man unter www.gruene-fraktion-wiesbaden.de zum Download.

Auf den "Frankfurter Fluglärmindex" statt auf Protest oder demokratische Bürgerbeteiligung bei Festlegung und Änderung von Flugrouten setzt dagegen der Vorsitzende der Fluglärmkommission und Vordenker des "Expertengremiums Aktiver Schallschutz" beim FFR Jühe - er möchte ihn überall als Grundlage aller Flugroutenplanungen etablieren. In einem Interview mit Jürgen Schultheis in der FR erläutert er seine Vision, mit Hilfe der Satellitennavigation alle An- und Abflüge über dünner besiedelte Bereiche der Region zu verlegen und die großen Städte zu entlasten. Weiterhin fordert er eine "Lärmobergrenze" für den Frankfurter Flughafen (ob das die Summe alles emittierten Schalls oder ein Grenzwert für hochbelastete Orte sein soll ist nicht ersichtlich). Ein Trost: im nächsten Paket "Aktiver Schallschutz" sollen die Fluggesellschaften vermehrt zur Umrüstung auf leisere Flugzeuge animiert werden, was im Gegensatz zur Umverteilung allen hilft.

Die DFS will an Informationsveranstaltungen über die Flugroutenänderungen nicht mehr teilnehmen. Pressesprecherin Otterbein sagte der Presse, es gebe zu viele Anfragen, und die Diskussionen führten "erfahrungsgemäß "selten zu einem sachlichen Erkenntnisgewinn".

21.06.2011: Rheinland-Pfalz fordert mehr Schutz vor Fluglärm

Der neue rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Lewentz hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer aufgefordert, dem Schutz der Menschen vor Lärm erheblich mehr Gewicht bei den Vorgaben für die Festlegung von Flugrouten einzuräumen sowie das Verfahren transparenter und bürgerfreundlicher zu gestalten. Es sei bedauerlich, dass Ramsauer auf die aktuellen Debatten über die zukünftigen Flugrouten am Flughafen Frankfurt/Main und die rheinland-pfälzischen Kritikpunkte daran nicht eingegangen sei.

15.06.2011: Fluglärm ärgert Bürger im Vordertaunus

Der Fluglärm schreckt auch bisher verschonte Gebiete auf, zum Beispiel den Vordertaunus. Seitdem Anfang März der Gegenanflug verlegt wurde, klagen die Bewohner von Eschborn, Bad Soden, Schwalbach, Kelkheim, Hofheim und Sulzbach über dröhnende Maschinen. Viele Bürger ärgern sich, weil sie von den Änderungen überrascht wurden - ebenso wie ihre Gemeinden, die sich meist für den Ausbau ausgesprochen haben und nicht betroffen wähnten. Kelkheim erwägt sogar eine Klage. Argument: die Stadt ist (wegen "Nicht-Betroffenheit") im Planfeststellungsverfahren gar nicht zur Stellungnahme aufgefordert worden. Es hat sich auch schon eine Bürgerinitiative gegründet.

09.06.2011: DFS hebt nördlichen Gegenanflug an

Die DFS teilt mit, dass die normale Flughöhe im nördlichen Gegenanflug über Wiesbaden um 300m angehoben werden soll, und zwar von 1200m auf 1500m. Tiefer soll nur noch in Ausnahmefällen geflogen werden. Die Wiesbadener Proteste könnten also etwas Erfolg gehabt haben. Dafür werden nun die Flugzeuge auf dem südlichen Gegenanflug auf 1200m Höhe eingedreht (nördlicher und südlicher Gegenanflug sollen trotz unanhängiger Landeanflüge aus Sicherheitsgründen 300m horizontalen Abstand haben). Die Mainzer wird dies wohl nicht freuen.
Mehr in der Pressemitteilung der DFS .

Am Rande dazu: Berthold Fuld von der Bundesvereinigung gegen Fluglärm teilt mit, die DFS habe gegenüber dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) vorgetragen, dass alle Gegenanflüge auf 8000 Fuss (ca. 2400m) geführt würden.

07.06.2011: Katholische Kirche Mainz gegen Fluglärm

Das katholische Dekanat Mainz hat eine Resolution gegen die Belastungen durch die Zunahme des Flugverkehrs am Frankfurter Flughafen beschlossen. Die Kirche fordert: "Eine zukunftsfähige Gesellschaft darf nicht kurzfristigen, rein profitorientierten Gesichtspunkten folgen, sondern muss nachhaltig, umwelt- und menschengerecht gestaltet werden." Der Schutz der Bevölkerung müsse daher Vorrang vor rein wirtschaftlichen Interessen haben.

30.05.2011: Neuer Gegenanflug bringt mehr Fluglärm nach Wiesbaden

Viele Wiesbadener Bürger sind wütend über die Zunahme des Fluglärms nach der Verlegung der Gegenanflugrouten und denken über Widerstand nach, wie sich auf einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Rathaus zeigte. Horst Weise vom Deutschen Fluglärmdienst stellte die Ergebnisse einer von der Stadt angeforderten Untersuchung vor. Danach ist die verlärmte Zone nicht nur nach Norden verschoben, sondern auch größer geworden, und der Lärm hat zugenommen (45-50 dB(A)). Insbesondere wurde auch eine größere Zahl an Nachtflügen festgestellt.

Flugzeuge überfliegen die Stadt jetzt deutlich niedriger als zuvor. Dies ist zur Kapazitätserhöhung eingeplant. Die theoretisch angenommene Sollflughöhe (2400m) werde aber häufig noch unterschritten, erläuterte Weise, manche Flugzeuge würden nur auf der Mindestflughöhe von 1200m fliegen. Umweltdezernentin Thies forderte die DFS auf, wenigstens die Sollflughöhen einzuhalten. Ein ehemaliger Flugkapitän hielt auch diese noch für zu niedrig: 3600m seien machbar, an anderen Flughäfen wie London oder Los Angeles gehe das auch. Der Gegenanflug könnte noch weiter nördlich über Waldgebiet stattfinden, und die Eindrehpunkte, an denen der Lärm besonders störend ist, sollten über unbewohntes Gebiet gelegt werden, wurde gefordert.

Eine neue Bürgerinitiative gegen den Fluglärm in Wiesbaden und Umgebung wurde vor kurzem gegründet: die Arbeitsgemeinschaft Fluglärm Rheingau.

25.05.2011: Fluglärmkommission befasst sich mit Gegenanflügen

In der heutigen Sitzung der Fluglärmkommission wurden auf Antrag der Stadt Wiesbaden und des Rheingau-Taunus-Kreises die Veränderungen der Anflugrouten zum 10. März 2011 beraten. Die neuen Gegenanflugrouten haben zu vermehrter Lärmbelästigung und etlichen Beschwerden geführt. Die DFS wurde aufgefordert,die ausgewiesenen Flughöhen einzuhalten. Mehr siehe Pressemitteilung der Fluglärmkommission.

25.05.2011: Informationsveranstaltung der Stadt Rüsselsheim zu Anflugverfahren

Die Auswirkungen der neuen Anflugverfahren im Westen des Flughafens werden unter die Lupe genommen. Am Mittwoch, den 25.05.2011, findet im Bürgerhaus Bauschheim eine Informationsveranstaltung der Stadt Rüsselheim zum Thema statt. Der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Planung, Reinhard Ebert, spricht über die Auswirkungen der neuen Anflüge auf Rüsselsheim - besonders auf Bauschheim und die Böllensee-Siedung. Beginn: 19:00.

19.05.2011: Stadt Bingen gegen Fluglärm

Der Fluglärm zieht weite Kreise. Der Stadtrat in Bingen (das liegt etwa gegenüber Rüdesheim) hat eine Resolution gegen Fluglärm verabschiedet. Bingen wird nach der Änderung des nördlichen Gegenanflugs durch einen Eindrehpunkt erheblich mehr belastet. Gefordert wird ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr, eine Mindestflughöhe über Bingen, lärmmindernde An- und Abflugverfahren, Verlegung des Eindrehpunktes über unbewohntes Gebiet, ein Lärm-Minimierungsgebot für Betreiber von Infrastruktur-Anlagen und eine Lärmminderungsplanung sowie Mess-Stationen.

18.05.2011: Hessischer Landtag diskutiert über Fluglärm

Im Landtag in Wiesbaden war wieder einmal der Fluglärm Gegenstand kontroverser Diskussionen. Wegen des zunehmenden Ärgers über mehr Fluglärm durch die kürzliche Spreizung der Gegenanflugrouten hatten die Grünen einen Antrag eingebracht und kritisierten die Landesregierung wegen Untätigkeit beim Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm. Mehr zur Landtagsdebatte HIER.

16.05.2011: Bürger in Rheinhessen planen Klage

Die Initiative gegen Fluglärm Rheinhessen untersucht zur Zeit die Möglichkeit, mit einer Sammelklage von Privatleuten gegen den Fluglärm vorzugehen. Mit einem Klageverein ließen sich die geschätzten Kosten von 10000-15000 Euro pro Instanz gut stemmen. Etwa 60 Interessenten haben sich schon gefunden, weitere werden gesucht. In den nächsten Tagen soll über die konkrete Vorgehensweise entschieden werden. Wer sich beteiligen möchte, findet mehr Information und Ansprechpartner auf der Homepage der Initiative www.fluglaerm-rheinhessen.de.

03.05.2011: Nördlicher Gegenanflug nervt Wiesbadener

In Wiesbaden hat man gemerkt, dass die Stadt beim Flughafenausbau nicht ungeschoren davonkommen wird. Seit der nördliche Gegenanflug Anfang März wegen der neuen Landebahn um knapp 3 km nach Norden verlegt wurde, trifft er die Stadt Wiesbaden. Umweltdezernent Kowol berichtet von einer Flut von Protesten genervter Bürger. Ein Schuldiger wird gesucht. Vorwürfe gehen an die Vertreter der Stadt in der Fluglärmkommission, von dort an die DFS und von der DFS wiederum zurück. Dass der Gegenanflug verlegt werden würde, war schon lange bekannt. Hat Wiesbaden hier geschlafen? Tatsächlich sagt Kowol, die Stadt sei davon ausgegangen, sie werde durch den Flughafenausbau eher entlastet. Die Flugzeuge im Gegenanflug würden dazu überraschend tief fliegen. Die "Widema" fordert andere Anflugverfahren (ohne Gegenanflüge) wie sie z.B. in London-Heathrow praktiziert würden. Mehr beim Wiesbadener Kurier.

29.04.2011: Infos zur Südumfliegung, Protest am Flughafen?

Mehr Klarheit bei dem Wirrwarr, wann jetzt welche Route bei der Südumfliegung geflogen wird, bringt vielleicht ein Artikel beim Wiesbadener Kurier. Dort gibt es auch eine ausführliche Karte der aktuellen Planungen.

Der Ärger über den Fluglärm nimmt in Rheinhessen immer mehr zu. So haben Aktivisten vorgeschlagen, zu drastischeren Maßnahmen zu greifen, um Fraport nachhaltig zu motivieren: zum Beispiel einen mehrstündigen Autokorso ums Terminal herum, um den Verkehr zu blockieren, oder häufiger mal im Terminal demonstrieren. Mehr zum Beispiel hier beim Wiesbadener Kurier. Heißes Thema - es gibt schon 50 Kommentare!

28.04.2011: Antwort auf Anfrage der Abgeordnete Pauly-Bender zu Flugroutenänderungen

Am 7. Januar hat die Rodgauer Landtagsabgeordnete Pauly-Bender (SPD) eine Anfrage mit verschiedenen kritischen Fragen zum Thema "Probebetrieb" für die neuen Anflugrouten und seinen Auswirkungen auf den Kreis Offenbach an die Landesregierung gestellt - mit dem Ziel, diese noch vor der Kommunalwahl zu einer Stellungnahme zu bringen. Nun liegt endlich die Antwort des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums vor, und die ist für die Betroffenen weder aufschlussreich noch ermutigend. Nach dem Motto "mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" verlagert Minister Posch die Verantwortung auf andere, vor allem das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, aber auch auf das Expertengremium "Aktiver Schallschutz" im FFR, das FFR im Allgemeinen, die Fluglärmkommission und die DFS. Nur eins wird klar gesagt: bei der Festlegung der Lärmschutzbereiche werden die neuen Flugverfahren nicht berücksichtigt. Schließlich weiß niemand, wie weit sie zum Prognosezeitpunkt - in 10 Jahren - zum Einsatz kommen werden.

14.04.2011: OVG Bautzen verhandelt Klagen gegen Flugrouten am Flughafen Leipzig/Halle

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht Bautzen hat über die Klagen von zwei Bürgern der Stadt Halle gegen die Lärmbelastung durch Flugrouten von der Südbahn des Flughafens Leipzig/Halle verhandelt. Die Klagen richten sich dagegen, dass die Flugrouten, die erst nach dem Planfeststellungsverfahren für den Flughafen festgelegt wurden, für die Bewohner von Halle-Ost erstmalig zu Fluglärmbetroffenheiten geführt haben, die die Bürger während des Planverfahrens nicht absehen konnten (und daher auch keinen Einspruch erhoben haben). Eine solche Konstellation ist auch für den Flughafen Frankfurt sehr interessant. Der Prozess wurde nach 8 Stunden Verhandlung zunächst wieder ins schriftliche Verfahren überwiesen, damit alle Beteiligten zu den eingereichten Unterlagen Stellung nehmen können. Die Kanzlei Baumann äußerte sich optimistisch.

01.04.2011: Mehr Fluglärm im Rheingau

Ärger über die neuen Flugrouten überall: nach der Umstellung der Anflugrouten aus Richtung Westen im Vorgriff auf die Änderungen durch die neue Landebahn beklagt Landrat Albers eine deutliche Zunahme des Fluglärms im Rheingau. Die anfliegenden Flugzeuge hätten statt einer Höhe von mehr 2000 Metern (wie von der DFS genannt) nur eine Höhe von 1700-1800 Metern. Auch von den neuen Abflugrouten verspricht man sich im Rheingau nicht unbedingt etwas Gutes. Statt Walluf, Martinsthal und Rauenthal würden künftig Erbach, Hattenheim und Hallgarten betroffen sein. Landrat Albers beklagte mangelnde Transparenz bei der Aufstellung der Flugrouten. Mehr im Artikel im Wiesbadener Kurier.

29.03.2011: Neuer Verlauf der Südumfliegung

Der genaue Verlauf der von der DFS beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung beantragten Südumfliegung sieht offenbar noch etwas anders aus als noch vor drei Wochen angenommen: erst Variante 5, dann "nach Realisierung einiger technischer Voraussetzungen" der Nordast der Variante 7 und der Südwestarm der Variante 13. Die direkt Engagierten haben mehr Details, siehe Karte bei Initiative "Fluglaerm Rheinhessen .

25.03.2011: Mainzer Umweltdezernent reagiert auf Vorwurf der Landesregierung

Der Mainzer Umweltdezernent Reichel verteidigt seine Entscheidung, in der Fluglärmkommission der dort vorgeschlagenen Variante der Südumfliegung zugestimmt zu haben. Er habe damit den Beschluss des städtischen Unterausschusses "Fluglärm" umgesetzt. Wenn es schon eine Südumfliegung unumgänglich sei, sei die vorgeschlagene Variante noch die beste. Auch der Landkreis Mainz-Bingen habe der Empfehlung der Fluglärmkommission zugestimmt.

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hering hatte das Abstimmungsverhalten von Reichel heftig kritisiert und sich gegen den Vorwurf gewehrt, die Landesregierung habe sich zu spät in den Konflikt um die Flugrouten eingeschaltet.

Im Kreistag des Landkreises Bad Kreuznach zeigten sich die Abgeordneten aufgeschreckt über die drohende Zunahme des Fluglärms und wollten mit einer Resolution dagegen protestieren. Bei der Frage, wer denn nun die Schuld an der Entwicklung habe, gerieten sich die Parteien jedoch dermaßen in die Haare, dass das Projekt "Resolution" vertagt werden musste. ( Mehr hier ...

23.03.2011: Rheinland-Pfalz fordert Aussetzung der Entscheidung über Flugrouten

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hering hat das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung aufgefordert, keine neuen Flugrouten für den Flughafen Frankfurt ohne vorherige unabhängige Sicherheitsstudie zum vorgesehenen Fehlanflugverfahren zu genehmigen. Außerdem sollten die Vorschläge aus Rheinland-Pfalz für die Routenführung geprüft werden.

09.03.2011: Fluglärmkommission empfiehlt Variante 7 für Südumfliegung

Die Fluglärmkommission hat für die Südumfliegung eine Variante mit einer etwas weiteren Kurve um die Stadt Mainz herum empfohlen. Es handelt sich um "Variante 7", die nach Aussagen der Kommission die am wenigsten belastende Variante ist. Nicht alle sind mit der gefundenen Lösung glücklich.

Die Grünen im hessischen Landtag forderten anlässlich der Information über neue Flugrouten, der Lärmschutz müsse absoluten Vorrang vor allen anderen Interessen haben. Zudem gehöre die aktuelle Diskussion "aus den Behördenstuben an das Licht der Öffentlichkeit", da viele Tausend Menschen von der Entscheidung unmittelbar betrofffen sein. Die Grünen kritisierten, dass die Anflughöhen gegenüber dem derzeitigen Stand nochmals abgesenkt werden sollten, um die maximale Kapazität zu erreichen. Mehr in der Pressemitteilung vom 09.03.2011.

08.03.2011: DFS ändert Gegenanflug von Osten

Im Vorgriff auf die neuen Flugrouten nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn hat die DFS - gültig ab heute - die Anflugrouten bei Ostwind geändert. Die Änderung betrifft die Gegenanflugrouten. Der nördliche Gegenanflug verschiebt sich etwas nach Norden, der südliche wird in Richtung Süden "verbreitert" und der Eindrehbereich wird noch weiter nach hinten hinausgeschoben (Karte beim Wiesbadener Kurier ). Der Bereich reicht nun über Bingen (am Rhein) bzw. Bad Kreuznach (an der Nahe) hinaus. Auf der Straße sind das 75 km (!). Dazu wird der "kontrollierte Luftraum" in diesem Gebieten abgesenkt, die Flugzeuge können also tiefer fliegen als bisher. Praktisch beeinträchtigt das auch die Höhengewinnung bei Starts, denn die müssen "drunter durch". Die Betroffenen waren vom plötzlichen Inkrafttreten der Änderungen völlig überrascht und sind verärgert. Das Vorgehen der DFS ist aber bei den Gegenanflügen nichts Neues, sie wurden auch bisher schon mehrfach ohne große Ankündigung geändert.

04.03.2011: Beck hält Klage für möglich

Im Konflikt über die neuen Flugrouten schließt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck eine Klage nicht aus, wenn es nicht gelingt, mit der hessischen Landesregierung eine "faire Lärmverteilung" zu finden. Dabei könne man die Klagen von Kommunen oder Landesinstitutionen unterstützen oder auch eine eigene Klage verfolgen. Dies verkündete Beck auf einem "Fluglärmkongress" der Landesregierung. Die "Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen" den Kongress kritisch - Artikel dazu hier .

03.03.2011: Experten äußern Bedenken gegen Südumfliegung

Das Vorstandsmitglied der Gewerkschaft der Flugsicherung Schwaßmann, dass bei der Nutzung der Südumfliegung ebenfalls kritische Kollisionskurse beim Durchstarten entstehen können. Flugzeuge, die von der nördlichen Parallelbahn in Richtung Westen starten und dann nach Süden auf die Südumfliegungsroute abbiegen, könnten einem Flugzeug in die Quere kommen, die auf der südlichen Parallelbahn landen und durchstarten müssen. Schaßmann hält es für sicherer, dass wenn auf den beiden äußeren Bahnen gelandet und in der Mitte gestartet wird, die startenden Flugzeuge länger in Richtung Westen geradeaus fliegen und später nach Norden abdrehen, alternativ könnten die Abstände zwischen den landenden Flugzeugen vergrößert werden. Beides dürfte unbeliebt machen: ersteres verursacht mehr Lärm in Raunheim und Rüsselsheim, zweiteres verringert die Kapazität. Die DFS sagte, die Südumfliegung sei sicher.

02.03.2011: Anfrage an Bundesregierung wegen Flugrouten wenig erfolgreich

Die SPD-Fraktion im Bundestag hat am 26.01.2011 eine parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung zum Thema "Festlegung von Flugrouten am Frankfurter Flughafen" gestellt. Die Bundesregierung soll sich zu einem ausführlichen Fragenkatalog (21 Fragen) äußern. Es geht vor allem um die Forderung nach transparenteren Verfahren und besserer Beteiligung der Bürger bei der Planung der Flugrouten, Detailfragen bei der Umsetzung der Flugrouten am Frankfurter Flughafen, eine möglichen Änderung des Luftverkehrsgesetzes und die bestehenden Lärmgrenzwerte.

Die Antwort ist nicht befriedigend ausgefallen: im Prinzip sei alles so in Ordnung wie es jetzt ist, meint die Bundesregierung (das hätte man auch nicht anders erwartet). Der Abgeordnete Reichenbach (SPD Kreis GG) äußerte sich enttäuscht über die Antwort (siehe PM). Das einzige Positive sei, dass eine Änderung des Luftverkehrsgesetzes aktuell nicht auf der Agenda stehe, meint Reichenbach.

01.03.2011: Fluglotsengewerkschaft sieht Südumfliegung kritisch

Die Gewerkschaft der Fluglotsen hat sich kritisch zur geplanten Südumfliegung geäußert. Sie sei zwar eine Lösung für das Durchstart-Problem von der Nordwestbahn, schaffe aber andere Kollionsrisiken. Mehr hier ...

28.02.2011: Mainz fordert bei neuen Flugrouten gründliche Untersuchung

Die Stadt Mainz fordert in einer Stellungnahme für die Sondersitzung der Fluglärmkommission am 3. März eine gründliche Beratung der von der DFS vorgelegten Pläne für neue Flugrouten ohne Zeitdruck. Auch weitere Alternativen sollten geprüft werden. Mainz fordert die Fluglärmkommission nachdrücklich auf, dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zu empfehlen, die Kommunen und die Öffentlichkeit bei der Flugroutenplanung angemessen zu beteiligen. Mehr in der Pressemitteilung der Stadt Mainz.

25.02.2011: Städte im Kreis Offenbach klagen gegen Probebetrieb

Sieben von neuem oder zusätzlichen Fluglärm durch den "gekrümmten Landeanflug" aus Richtung Osten betroffene Städte - Heusenstamm, Obertshausen, Neu-Isenburg, Hainburg, Seligenstadt, Rodgau und Alzenau - wollen in den nächsten Tagen unter der Federführung von Obertshausen eine Klage gegen den Probebetrieb einreichen. Näheres im Beitrag Mehr Fluglärm im Kreis Offenbach - was tun Bürger und Politik?.

23.02.2011: Mainschiene kritisiert Flugroutenplanung der DFS

Die Städte der Mainschiene - Flörsheim, Hattersheim, Hochheim - kritisieren in einer Pressemitteilung die DFS wegen der Festlegung der neuen Flugrouten. Bei der zu erwartenden Verkehrsdichte sei eine sorgfältige Planung und Diskussion der Flugrouten ohne Zeitdruck wegen der Sicherheit und der resultierenden Lärmbelastung für die überflogenen Kommunen äußerst wichtig. Die DFS versuche selbst die minimalem Beteiligungsrechte der betroffenen Bürger über die Fluglärmkommission noch zu unterlaufen, weil sie die konkrete Planung für die Routen erst am 25. Januar vorgelegt habe und eine Entscheidung darüber bis zum 9. März verlange. Die Unterlagen seien nicht nur sehr spät vorgelegt, sondern auch "lückenhaft und unausgereift", sagte der Flörsheimer Bürgermeister Antenbrink.

Die Städte der Mainschiene hatten darauf vertraut, dass sie durch die "Südumfliegung" von startenden Flugzeugen entlastet werden (wie im Planfeststellungsbeschluss angenommen). Nun sollen die schweren Maschinen aber erst einmal weiter Flörsheim überfliegen.

18.02.2011: ZRM fordert Verfahren mit öffentlicher Beteiligung für Flugrouten

Die Initiative Zukunft Rhein-Main (ZRM) fordert bei der Planung von Flug­routen Verfahren mit öffent­licher Beteiligung. Es gehe nicht an, dass über die wichtigste Auswirkung des Flughafenausbaus, die lokale Lärmbelastung, die DFS praktisch autonom entscheiden könne. An der aktuellen Diskussion über die Verteilung des Fluglärms will sich die ZRM nicht beteiligen und fordert statt dessen alle betroffenen Kommunen zu einem solidarischen Eintreten für eine echte Verringerung der Fluglärmbelastung auf, z.B. durch das Nachtflugverbot und eine Deckelung der Zahl der Flüge.

11.02.2011: Testbetrieb für segmentierten Anflug hat begonnen

Der allgemeine Testbetrieb für den gekrümmten Landeanflug hat heute nacht begonnen, auch im Westen des Flughafens und für alle Fluggesellschaften. Nicht nur im Kreis Offenbach, auch im westlichen Rüsselsheim macht man sich jetzt Sorgen wegen neuer oder zusätzlicher nächtlicher Fluglärmbelastung. Bis zu 20 Flüge könnten hier bei Ostbetrieb zwischen 23 und 5 Uhr anfallen.

10.02.2011: Offenbach für verändertes Betriebskonzept bei Anflügen

Der Streit um die Neuverteilung des Fluglärms wird direkter. Die Stadt Offenbach setzt laut Aussagen ihres Rechtsanwalts Geulen darauf, dass das Bundesverwaltungsgericht dem Flughafen eine völlig neue Betriebsorganisation verordnet. Das Prinzip "Lärmschutz vor wirtschaftlichen Interessen" bedeutet für Geulen, dass dicht besiedelte Gebiete - wie Offenbach - umflogen werden müssen, auch tagsüber. Davon verspricht sich die Stadt eine deutliche Reduzierung der Siedlungsbeschränkungsgebiete, ist in der Offenbach-Post zu lesen. Die dann statt dessen überflogenen Nachbarn dürften sich über die Offenbacher Strategie nicht freuen: "Wir haben den Auftrag, so viel Lärm wie möglich von Offenbach abzuhalten". Mehr auch in der -> Pressemitteilung der Stadt Offenbach von heute.

04.02.2011: Rheinland-Pfalz stellt Gutachten zu Flugrouten vor

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hering hat heute das von der NLR erstellte Gutachten über mögliche Alternativen zu den derzeit von der DFS vorgeschlagenen neuen Abflugrouten vorgestellt. Bei den Alternativvorschlägen würden Mainz und Teile von Rheinhessen deutlich weniger belastet. Hering kündigte an, die Landesregierung werde im Bundesrat einen Gesetzesantrag einbringen werde, mit dem die DFS verpflichtet werden soll, zumindest nachts dem Lärmschutz Priorität vor wirtschaftlichen und betrieblichen Belangen einzuräumen.

Mainzer Initiativen betonten, es gehe nicht darum, Rheinland-Pfalz und Hessen gegeneinander auszuspielen, alle Betroffenen müssten im Kampf gegen den Fluglärm zusammen stehen. Es sei aber legitim, sich gegen die willkürliche Verlagerung des Lärms auf bislang nicht belastete Gebiete zu wehren, sonst wäre bald die ganze Region gleichmäßig verlärmt.

25.01.2011: DFS stellt neue Abflugrouten nach dem Ausbau vor

Die DFS hat in einer Sondersitzung der Fluglärmkommission die Pläne für die neuen Abflugrouten nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn vorgestellt. Dabei ging es vor allem um die "Südumfliegung", die neue Route bei Abflug in Richtung Westen. Vertreter des Landes Rheinland-Pfalz verließen die Sitzung unter Protest, weil durch die Südumfliegung Gebiete in Rheinland-Pfalz stark belastet werden.

18.01.2011: Testbetrieb beginnt

Der Testbetrieb für die neuen Flugverfahren einschließlich des umstrittenen gekrümmten Landeanflugs von Osten her kann ab heute beginnen, wie die DFS erklärt. Die Vorbereitungen seien abgeschlossen. Bis zur allgemeinen Freigabe in einigen Wochen sollen nur Lufthansa und Lufthansa Cargo das neue Verfahren nutzen.

28.12.2010: Testbetrieb startet im Januar

Wie die DFS der Presse mitgeteilt hat, soll der Probebetrieb für drei neue Anflug- und Abflugverfahren nach dem Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz" im Januar beginnen. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hat die Genehmigung erteilt. Der Testbetrieb für die "vertikale Optimierung" (schnelleres steigen durch Geschwindigkeitsbegrenzung beim Abflug) und DROPS ("Dedicated Runway Operations", Nutzung alternativer Flugrouten an verschiedenen Tagen) beginnt am 13. Januar. Der gekrümmte Landeanflug startet einige Tage später. Steiler gestartet werden soll den ganzen Tag, die beiden anderen Verfahren werden zunächst nur von 23-5 Uhr eingesetzt. Die Tests sollen etwa ein Jahr dauern. Parallel will das "Forum Flughafen und Region Informationen" sein neues Fluglärmmonitoring im Internet zugänglich machen.

Die Stadt Offenbach äußerte sich erfreut, sie wird durch den gekrümmten Landeanflug entlastet. Für die durch den gekrümmten Anflug statt dessen belasteten Kommunen im Kreis Offenbach sagte der Heusenstammer Bürgermeister Jakoby, man werde rechtliche Maßnahmen prüfen. Bürgermeister Hunkel (Neu-Isenburg) will über den Anwalt der Stadt versuchen, Akteneinsicht beim Bundesaufsichtsamt zu bekommen.

22.12.2010: Rottmann für Verteilung des Fluglärms auf ganze Region

In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau (Artikel nur kurze Zeit verfügbar!) hat sich die Frankfurter Umweltdezernentin Rottmann (Grüne) für eine Verteilung des Fluglärms auf die Region ausgesprochen. Zitat: "Der Frankfurter Flughafen ist ein wirtschaftlicher Motor der Region, aber wir müssen auch die Lasten zusammen tragen und versuchen, vernünftig und fair damit umzugehen". Zum gekrümmten Landeanflug sagt Rottmann: "Wenige müssen etwas mehr Überflüge hinnehmen, damit eine ganz große Gruppe von übermäßigem Lärm entlastet werden kann. Ich glaube, das ist fair und sollte von der gesamten Region mitgetragen werden". Nach Aussage von Rottmann soll die Arbeitsgruppe Aktiver Schallschutz im nächsten Jahr prüfen, wie man die geplanten Maßnahmen von der Nachtzeit auf andere Tageszeiten ausdehnen kann. FR-Kommentator Jürgen Schultheis freut sich, dass es dank der Leistung von "Pionieren" wie Rottmann trotz Zunahme des Flugverkehrs nicht lauter und hier und da sogar leiser werden wird.

Die Grünen im Kreis Offenbach gehen bei der "fairen Verteilung" des Lärms offenbar mit gutem Beispiel voran: sie befürworten den gekrümmten Landeanflug um Offenbach herum, wenn der Testbetrieb nur nicht in der Nacht stattfindet, auch wenn dadurch mehrere Kommunen im Kreis Offenbach neu oder mehr belastet würden ( siehe Pressemitteilung der Grünen vom 12.12.2010).

19.12.2010: Streit um Flugrouten in Berlin spitzt sich zu

In der Rhein-Main-Region wird über Flugrouten und Flugroutenänderungen diskutiert, aber in Berlin ist der Bär los: die von der DFS vor einigen Monaten verkündeten Flugrouten für den neuen Flughafen Schönefeld ("Berlin-Brandenburg International") verlaufen deutlich anders als während aller Planungsverfahren angenommen. Viele Menschen im Stadtbereich von Berlin würden völlig unerwartet mit Fluglärm belastet. Die Betroffenen wehren sich energisch, seit Wochen tobt der Streit. Einige Bürger erwägen jetzt sogar eine Klage, weil im Planfeststellungsverfahren Akten verschwunden sind.

06.12.2010: Petition für Planfeststellung von Flugrouten eingereicht

Die Rechtsanwaltskanzlei Baumann hat für Anwohner von deutschen Flughäfen eine Sammelpetition "Besserer Schutz Betroffener bei Flugroutenänderungen an planfestgestellten Flughäfen" beim Bundestag eingereicht. Ziel der Petition ist es, Flugrouten und Flugverfahren prinzipiell bereits im Planfeststellungsverfahren verbindlich festzulegen und bei später notwendigen Änderungen den Betroffenen besseren Rechtsschutz zu geben. Dafür muss der Gesetzgeber das Luftverkehrsrecht entsprechend ändern. Anwohner von Flughäfen können die Petition im Internet mitzeichnen

27.11.2010: Darmstadt fordert weitere Monitoring-Maßnahmen und neue Messstationen

Der für Fluglärm in Darmstadt zuständige Stadtrat Wenzel, der die Stadt auch in den für Fluglärm relevanten Gremien vertritt, hat sich zum Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz" geäußert. Wenzel befürchtet negative Folgen für Darmstadt durch die Maßnahmen "Optimierung beim Betriebsrichtungswechsel je nach Rückenwind" und "Einführung eines neuen Anflugverfahrens". Er forderte weitergehende Informationen zur Wirkung der Maßnahmen und ein begleitendes Fluglärmmonitoring in der Darmstädter Innenstadt, wenn der Testbetrieb aufgenommen wird. Mehr in der Pressemitteilung der Stadt Darmstadt.

24.11.2010: Empörung in Nauheim über neue Flugrouten

Auf einer überfüllten Bürgerversammlung in Nauheim informierten Bürgermeister Waltz und Rechtsanwalt Schmitz über die nach dem Ausbau geplanten neuen Flugrouten. Dabei geht es weniger um das Paket "Aktiver Schallschutz", sondern um die Verlegung der Nordabflüge (TABUM) auf die neue Südumfliegungsroute. Obwohl die Pläne hierzu eigentlich schon seit dem Planfeststellungsverfahren bekannt sind, merken viele Betroffene offenbar erst jetzt so richtig, was da auf sie zukommt: sie waren empört, stellten viele Fragen, machten Gegenvorschläge und riefen zur Gegenwehr auf. Rechtsanwalt Schmitz meinte, die Routen wären noch nicht endgültig festgelegt und riet dazu, über eine Klage nachzudenken. Bürgermeister Waltz forderte, die Flugrouten sollten genau wie der Rest der Ausbaupläne einer Planfeststellung unterzogen werden und nicht einfach bestimmt werden.

10.11. und 11.11.2010: Informationsveranstaltungen in Frankfurt und Rodgau

Die FAG-Fraktion im Römer und die BI Sachsenhausen machen am Mittwoch, den 10. November 2010, eine Informationsveranstaltung mit dem Titel "Aktiver Schutz vor Fluglärm - eine Mogelpackung der Fraport AG". Ort: Berggemeinde Sachsenhäuser Landwehrweg 157, 60599 Frankfurt, Beginn: 19:30.

In Rodgau gibt es am Donnerstag, 11. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus Dudenhofen, einen Informationsabend der Stadt zum Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz". Auf dem Podium: der FFR-Vorsitzende Prof. Wörner, der Geschäftsführer der Umwelthauses Lanz, der Lärmexperte Dr. Kühner (von der Stadt als Sachverständiger betraut), Rechtsanwalt Mehler, Dr. Taetzner für die BI "Anflug mit Ruhe", Moderator: Dr. Ewen (bekannt von Mediation und RDF).

03.11. 2010: Informationsveranstaltung in Hattersheim

Am Mittwoch, den 3. November 2010, findet in Hattersheim eine Informationsveranstaltung zum "Maßnahmenpaket Aktiver Schallschutz" statt, in der die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen auf die Stadt diskutiert werden soll. Mehr in der Einladung.

31.10.2010: Lärmschutzpaket - wenig Begeisterung in Sachsenhausen

Das Paket "Aktiver Schallschutz" und seine Auswirkungen auf Sachsenhausen und Oberrad wurde im Ortsbeirat von den Experten beim Frankfurter Umweltamt vorgestellt. Den größten Effekt bringt dort wohl die Erhöhung des Anfluggleitwinkels auf 3,2 Grad, Oberrad würde dann um 60m höher überflogen. Ein schwacher Trost bei der ansonsten erwarteten Lärmsteigerung, fanden die Ortbeiräte. Kritisiert wurde auch, dass die Umrüstung der B737 der Lufthansa nur 26 Flugzeuge betreffe, was bei der Gesamtzahl der Flugbewegungen nur einen Bruchteil ausmache. Der Zorn über das nicht realisierte Nachtflugverbot war groß.

25.10.2010: DFS macht Testlauf für neue Routen

Die DFS führt am 25.10.2010 einen mehrstündigen Testlauf für die neuen Flugrouten nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn durch. Der Testlauf betrifft vor allem die nach dem Ausbau geplante Südumfliegung und die Abflugrouten in Richtung Westen und Norden. Die DFS möchte wohl vor allem die mögliche Kapazität testen und Optimierungsmöglichkeiten suchen. Mehr Information und eine Karte der Routen in der Pressemitteilung der DFS .

19.10. 2010: FAG sieht "Peinliche Bauchlandung des Schallschutzes"

Nach der Verschiebung des Probebetriebs für die neuen Flugverfahren aus dem Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz" spricht der FAG-Vorsitzende Rahn von "einer peinlichen Bauchlandung des Schallschutzes". Rahn vermutet, die "große Koalition aus Luftfahrt, Wirtschaft und Politik habe mit dem Maßnahmenbündel Eindruck beim Bundesverwaltungsgericht schinden wollen, um möglichst viele Nachtflüge zu erstreiten". Dabei habe man wohl "mit viel zu heißer Nadel gestrickt", um rechtzeitig zur Verhandlung Erfolge vorweisen zu können. Zudem seien Flughafenbetreiber, Fluggesellschaften und Flugsicherung schon vom Gesetz her verpflichtet, vermeidbaren Fluglärm zu minimieren. Lärmschutzmaßnahmen seien also keine freiwillige Leistung, sondern längst überfällig. Mehr bei der FAG ...

15.10.2010: Probebetrieb verschiebt sich

Der Beginn des ursprünglich für den 16. Dezember geplanten Probebetriebes für den neuen gekrümmten Landeanflug verschiebt sich, wie die DFS heute angekündigt hat. Grund: das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hat noch "weitere Ausarbeitungen" von der DFS angefordert. Die anderen Maßnahmen aus dem Paket "Aktiver Schallschutz" (vertikale Optimierung der Abflüge, Änderung in der Nutzung von Startbahnen und Abflugrouten) sind entsprechend mit von der Verschiebung betroffen.

01.10.2010: Nauheim nicht mehr allein

Rechtsanwalt Schmitz erläuterte im Bauausschuss Nauheim den Stand der juristischen Auseinandersetzung zum Flughafenausbau. Dabei kamen auch die mit dem Ausbau neuen Abflugrouten ("Südumfliegung") zur Diskussion, die Nauheim und Königstädten stark belasten würden. Schmitz will versuchen zu erreichen, dass die Flugzeuge auch weiterhin über dem Taunus starten wie bisher, ist aber wenig optimistisch: "Da haben wir Großstädte wie Frankfurt und Offenbach und die Kommunen im Taunus gegen uns. Das sind ganz dicke Bretter, die zu bohren sind". Erfreulich sei "die Allianz zwischen Groß-Gerau, Trebur und Nauheim, die bei der Fluglärmkommission vorgestellt worden sei", sagte Schmitz. Weitere Bündnisse würden folgen. Beim Widerstand gegen die neue Abflugroute sei Nauheim nicht mehr isoliert.

01.10.2010: Raunheim profitiert von Optimierung der Rückenwindkomponente"

Eine der sieben Maßnahmen des FFR-Paketes, nämlich die "Optimierung der Rückenwindkomponente" (= weniger Ostbetrieb) scheint bereits jetzt in Kraft zu sein. Bürgermeister Jühe sprach in der Stadtverordnetenversammlung davon, dass "sich die seit Juni geltende Regelung in deutlich weniger Landeanflügen über Raunheim bemerkbar gemacht hat". Die Ergebnisse der mit der Flugsicherung in diesem Jahr getroffenen Vereinbarung seien sehr positiv. Es habe noch kaum einen Sommer mit so wenig Ostbetrieb gegeben, sagte Jühe. 2011 soll die Rückenwindkomponente auf sieben Knoten angehoben werden.

23.09.2010: Konferenz "Aktiver Schallschutz"

Parallel zum Landtagshearing über die Wirkungen des Fluglärms auf die Gesundheit fand in Frankfurt eine Konferenz zum Thema "Aktiver Lärmschutz" mit internationalen Experten statt. Wichtigstes Diskussionsthema waren wohl die GPS-gesteuerten Präzisionsanflüge, die 2011 und 2012 an den Flughäfen Frankfurt und München eingeführt werden sollen und die gekrümmte Landeanflüge ermöglichen. Es wurde ein System (Ground Based Augmentation System, (GBAS) vorgestellt, mit dem "bis zu 26 Endanflüge auf unterschiedlichen Endanflugrouten" gleichzeitig verwaltet werden können - womit sich der Lärm trefflich verteilen ließe. Bereits 70% der Flugzeuge könnten das System nutzen. Fraport denkt darüber nach, die Landegebühren für Flugzeuge ohne GBAS zu erhöhen, um die Umrüstung zu fördern. Pressesprecher Mauel: "Aktiver Schallschutz ist auf jeden Fall besser, als Menschen in der Region hinter Schallschutzfenstern einzusperren". Ausbaugegner vermuten, dass die neue Begeisterung von Fraport für die "aktiven Schallschutzmaßnahmen" daher rührt, dass durch eine Verteilung des Lärms die Schutzbereiche, in denen der Flughafenbetreiber Lärmschutzfenster bezahlen müsste, deutlich kleiner würden.

Die Unterlagen zur Konferenz sind inzwischen auf den Seiten des FFR im Internet verfügbar:

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe warb für die Satelliten-Navigation: "Wir müssen uns der Lärmverteilungsgerechtigkeit stellen". Prof. Wörner, DLR-Chef und FFR-Vorsitzender, sah schon die Probleme: wenn die Flugzeuge nicht mehr über den einen Ort fliegen, fliegen sie im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet über den Nachbarort. Wörner: "Wir haben im regionalen Dialogforum ein Verfahren entwickelt, den Vorteil für die einen mit dem Nachteil für die anderen zu verrechnen. Ziel ist, die Belastung insgesamt herunterzufahren." Jühe und Wörner sehen eine große Gefahr für ihren Anti-Lärm-Pakt durch die Kritik der Kommunen, die bei der Umverteilung mehr Lärm abbekommen sollen. Sie hätten "noch nicht verstanden, dass es unter Berücksichtigung aller Maßnahmen künftig deutlich leiser werde: "Da müssen wir standhaft zu unserem Konzept stehen".

Insgesamt erwecken die Äußerungen den Eindruck, dass der geplante "Testbetrieb" nur formeller Natur ist und die jetzt angekündigten (und weitere) Flugrouten-Verlegungen schon beschlossene Sache sind.

17.09.2010: Einigkeit oder Streit in der Fluglärmkommission?

Am 15. September hat eine Sitzung der Fluglärmkommission stattgefunden, auf denen die Vorschläge der Kommunen zum nächsten Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz" angehört worden. Die gewunden formulierte Pressemitteilung des Kommissionsvorsitzenden Jühe suggeriert weitgehende Übereinstimmung zu den Maßnahmen und die Verteilung des Fluglärms. Laut Darmstädter Echo sagten jedoch Teilnehmer, es sei lange und kontrovers diskutiert worden, besonders die Lärmverteilung sei strittig. Die Bürgermeister von Groß-Gerau, Nauheim und Trebur verkündeten in einer Pressemitteilung, sie könnten dem Anti-Lärm-Pakt nicht zustimmen. Es sei die schlechteste Lösung, den Fluglärm zu verteilen, man müsse sich fragen, wieviel Wachstum des Flughafens den Anliegern zuzumuten sei. Bürgermeister Jühe sieht die Kritik gelassen: "Die Bürgermeister könnten sich negativ zu dem Paket äußern - ihre Ablehnung habe politisch aber keine Folgen", sagte er dem ECHO. Es "gehe nicht, dass einzelne Kommunen geringfügige Zusatzbelastungen ablehnten", schließlich gebe es einen Grundsatzbeschluss des FFR, den "die Vertreter aller Kommunen gebilligt hätten" [?].

17.09.2010: Veranstaltung in Heusenstamm überfüllt

Noch nie hatte eine Informationsveranstaltung zum Fluglärm so viel Zulauf wie die in Heusenstamm. Die 1200 Menschen fassende Halle war bis auf den allerletzten Stehplatz besetzt. Bestimmt 150 Leute wurden wegen Überfüllung wieder weggeschickt, viele fanden auch im weiteren Umkreis wohl erst gar keinen Parkplatz mehr. Etwa 50 Zuhörer verfolgten die Reden zumindest akustisch draußen hinter der Halle, solange sie es bei den rapide abfallenden Temperaturen aushielten. Vor der Halle begrüßten etwa 40 Kinder die Besucher mit Sprechchören "Wir wollen in Ruhe schlafen".

Drinnen versuchten die in großer Zahl anwesenden Mitglieder des Expertengremiums den Bürgern die Maßnahmen des FFR zu erläutern und warben für Verständnis dafür, dass die Region als ganzes entlastet werde, aber "nicht alle Teile der Region von Anfang an zu den Gewinnern gehören" würden. Die Zuhörer zeigten sich jedoch wenig begeistert, sie machten öfter lautstark ihrem Unmut Luft und glaubten offensichtlich den Versprechungen nicht - Prof. Wörner wirkte manchmal ziemlich genervt. Die Bürgerinitiative "Anflug mit Ruhe" äußerte unter großem Beifall Zweifel an der Belastungsbilanz und forderte, auf die Flugroutenänderung zu verzichten. Der Heusenstammer Bürgermeister Jakoby sagte, sowohl die Politik als auch die Bürgerinnen und Bürger der von mehr Fluglärm bedrohten Kommunen seien "gleichermaßen schockiert". Man habe einmütig eine Resolution gegen die neue Route und für ein Nachtflugverbot beschlossen. Das Nachtflugverbot war der einzige Punkt, bei dem sich alle einig waren.

16.09.2010: Informationsveranstaltung in Heusenstamm

Die Bürgermeister von Obertshausen, Rodgau, Hainburg, Neu-Isenburg, Seligenstadt, Mainhausen und Großkrotzenburg laden die Bürgerinnen und Bürger herzlich zu einer Bürgerinformation zum Thema "Flugrouten" am Donnerstag, 16. September, 19 Uhr, ins Kultur- und Sportzentrum Martinsee in der Martinseestraße 2 in Heusenstamm ein. Es findet eine Podiumsdiskussion statt. Es wird auf jeden Fall viel "Prominenz" auf dem Podium zu sehen sein, sogar der Fluglärmschutzbeauftragte will sich blicken lassen. Mehr in der Pressemitteilung der Stadt Heusenstamm.

10.09.2010: Zahl der Fluglärmbetroffenen in Rüsselsheim steigt auf 30000

Rund 250 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Informationsveranstaltung in Rüsselsheim. Nach Aussagen der Stadt soll die Zahl der vom Fluglärm belasteten Bürger in Rüsselsheim durch den geplanten gekrümmten Anflug von 21 000 auf 30 000 steigen. Während der mehr als 3-stündigen Veranstaltung gab es mehr Fachvorträge als Diskussion über die Folgen für Rüsselsheim, viele frustrierte Zuhörer kamen nicht mehr zu Wort. Bürgermeister Jühe stellte den neu belasteten Bürgern in Aussicht, dass in einem zweiten Paket der "Anflug über freiem Feld" statt über Rüsselsheim verlaufen soll - wenn realisierbar. Der Offenbacher Flughafenplaner Faulenbach da Costa übte deutliche Kritik am Paket (obwohl Offenbach davon eigentlich entlastet werden soll). Was man auf der einen Seite beim Anflug gewinne, komme auf der anderen Seite beim Abflug wieder drauf, die Entlastung von 35 000 Einwohnern hätte eine Neu- oder Mehrbelastung von 190 000 Menschen zur Folge. Bürgermeister Gieltowski will prüfen lassen, ob man gegen die Flugroutenverlagerung rechtlich vorgehen kann.

Mehr im Artikel im echo-online (eventuell nur wenige Tage verfügbar).

09.09.2010: Jühe weist Kritik am Maßnahmenpaket zurück

Der Raunheimer Bürgermeister Jühe bezeichnet in einer Pressemitteilung das von ihm maßgeblich mit entwickelte Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz" als "alternativlos" und schimpft auf die Kritiker. Der Flughafenausbau oder die Zunahme des Flugverkehrs sei nicht zu verhindern, der vom FFR eingeschlagene Weg der Kooperation deshalb der einzig Erfolg versprechende. Kritik könnte Fraport, DFS und Fluggesellschaften bei der Lärmvermeidung "demotivieren". Auf den Punkt, der am Paket hauptsächlich kritisiert wird - dass nämlich der Lärm nicht wirklich gemindert, sondern nur verlagert und verteilt wird - geht er nur am Rand ein: eine solche Lärmverteilungsmethodik sei "längst etabliert" und werde bei jeder Umgehungsstraße angewandt. Mehr zum selbst lesen:

06.09.2010: Test der neuen Anflugverfahren bei der DLR

In einem gemeinsamen "Forschungsprojekt" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Air Berlin (stellt das Testflugzeug), der DFS und Fraport wurden heute die in Frankfurt geplanten neuen Anflugverfahren am DLR-Forschungsflughafen Braunschweig-Wolfsburg erprobt und vermessen. Insbesondere wurden die gekrümmten Anflüge nachgestellt. Die DFS sagte, die gekrümmten Anflüge seien genauso sicher wie die bisherigen auf dem geraden Leitstrahl. Mit der Genehmigung des Bundesverkehrsministeriums und der Einführung im Frankfurter Nachtbetrieb rechne man noch in diesem Jahr. Der DLR-Chef Prof. Wörner (bekannt als ehemaliger RDF-Vorsitzender und Vorsitzender des FFR) sagte, dass durch gekrümmte und steilere Landeanflüge die Höchstbelastungen in der Nacht um etwa 40 Prozent reduziert werden. Immerhin erwähnte Wörner, dass der Fluglärm durch Anflüge in Kurven nicht verschwindet, sondern nur in dünner besiedelte Gebiete verlagert wird. Bei der Presse, die die Nachrichten freudig aufgriff, kam dagegen vorwiegend die Botschaft "der Fluglärm wird vermindert" an.

02.09.2010: Mehr Fluglärm in Bad Kreuznach

Wie man heute einem Artikel der AZ entnehmen kann, hat die neue Flugroutenplanung durch den Ausbau Folgen bis weit nach Rheinland-Pfalz hinein. Bad Kreuznach, Kurort an den Nahe, könnte heftig Fluglärm abbekommen - das ist mindestens 80 km (Straße) von Frankfurt entfernt. Der so genannte „Luftraum C“ westlich von Frankfurt, der bei Ostwind für den Landeanflug zum Frankfurter Flughafen reserviert ist, soll über Kreuznach hinweg ausgedehnt werden, weiterhin soll die Flughöhe in diesem Abschnitt gesenkt - von mindestens 1500 Metern über dem Meeresspiegel auf 1150 Meter. Bürger schimpfen, dass es sich die DFS bequem mache und eine massive Lärmbelästigung der Bevölkerung in Kauf nehme.

01.09.2010: Bürgerinformation / Diskussion in Rüsselsheim am 10. September

Die Stadt Rüsselsheim lädt Bürgerinnen und Bürger für den 10. September zu einer Informationsveranstaltung/Diskussion über den aktuellen Stand beim Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz" und den Auswirkungen des Flughafenausbaus auf Rüsselsheim ein. Experten werden die Maßnahmen vorstellen und diskutieren, die Stadt wird ihre Bedenken darstellen. Termin ist der 10. September, 18:00, Ort: Stadthalle Rüsselsheim.

19.08.2010: Rheinland-Pfalz lässt Gutachten zu Flugrouten erstellen

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz will das Flugroutenkonzept der DFS für die Zeit nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn in 2011 durch ein unabhängiges Gutachten überprüfen lassen. Der Schutz der Gesundheit der vom Fluglärm betroffenen Menschen habe für die Landesregierung einen hohen Stellenwert, sagte Verkehrsminister Hering. Das Gutachten soll prüfen, "ob die maßgeblichen internationalen flugbetrieblichen Vorgaben alternative Flugroutenlösungen zulassen, die zu einer Fluglärmentlastung der Bevölkerung in der Stadt Mainz und in Rheinhessen führen können". Die neuen Flugrouten führen dazu, dass Mainz und Gemeinden in Rheinhessen nicht nur wie bisher durch Anflüge bei Ostbetrieb, sondern auch durch Abflüge im Westbetrieb belastet werden. Auch die Vorschläge des FFR-Paketes "Aktiver Schallschutz" sollen im Gutachten daraufhin geprüft werden, ob sie etwas bringen. Mit dem Gutachten beauftragt wurden niederländische Experten, bis Ende 2010 sollen die Ergebnisse vorliegen. Weiterhin forderte Minister Hering die Umsetzung des versprochenen Nachtflugverbots ein.

Auch in den kleineren Kommunen in Rheinhessen, die von den neuen Flugrouten nach dem Ausbau betroffen werden, regt sich zaghafter Widerstand. Die DFS ist offenbar derzeit in Rheinhessen auf Tour, um den Politikern die neuen Flugrouten einschließlich der FFR-Maßnahmen zu erklären. So war die DFS letzte Woche beim Stadtrat in Oppenheim zu Gast. Michael Kraft, "Leiter Airport Relations & Umwelt" bei der Deutschen Flugsicherung (so sein aktueller Titel), meinte, an mehr Fluglärm durch den Ausbau in Oppenheim führe kein Weg vorbei. Die DFS unternehme aber alles, um die Lärmbelastung möglichst klein zu halten. Konkret erklärte Kraft, Oppenheim werde nur von Starts und Abflügen in Richtung Südwesten betroffen, die sich in einer Höhe zwischen 1500 und 2400 Meter bewegten. Im Zuge des Ausbaus werde eine zusätzliche Flugroute zwischen Bodenheim und Laubenheim eingerichtet. Bei der Erläuterung der FFR-Maßnahmen sprach Kraft von 20-25 Landungen mit segmentiertem Anflug und CDA zwischen 23 und 5 Uhr. Die Stadträte beschlossen die Einrichtung eines Runden Tisches (gemeinsam mit Bodenheim) und wollen auch einen Sitz in der Fluglärmkommission für die Verbandsgemeinde.

19.08.2010: Bürgermeister beraten über Widerstand

Die Bürgermeister der von den Flugroutenänderungen betroffenen Städte Heusenstamm, Obertshausen, Hainburg, Seligenstadt, Rodgau und Neu-Isenburg haben sich erneut getroffen, um über das weitere Vorgehen zum Thema Fluglärm zu beraten. Man will sich auf jeden Fall für die Umsetzung des Nachtflugverbots einsetzen, unabhängige Lärmmessungen und Berechnungen durchführen lassen und im Ernstfall auch gegen die Maßnahmen klagen. Für Donnerstag, den 16. September 2010, 19:00 ist ein Bürger-Informationsabend im Sport- und Kulturzentrum Martinsee in Heusenstamm geplant. Mehr unter Allgemeines im Beitrag Mehr Fluglärm im Kreis Offenbach - was tut die Politik?

18.08.2010: Bürgerinitiative in Heusenstamm gegründet

In Heusenstamm hat sich eine neue Bürgerinitiative "Anflug mit Ruhe" (Homepage http://www.anflug-mit-ruhe.de) gegründet, die sich gegen die geplanten Änderungen der Flugrouten einsetzen will. Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger kamen zum ersten Treffen. Rechtsanwalt Mehler erläuterte, ob und wie man auf juristischem Weg gegen die Änderungen vorgehen kann, die Heusenstamm besonders stark treffen würden. Bürgermeister Jakoby versprach, sich gemeinsam mit anderen betroffenen Kommunen gegen eine Mehrbelastung einzusetzen und ein Nachtflugverbot zu erreichen. Notfalls will Heusenstamm auch klagen. Mehr unter Heusenstamm im Beitrag Mehr Fluglärm im Kreis Offenbach - was tut die Politik?

10.08.2010: In Hainburg formiert sich Widerstand

Die SPD in Hainburg hat gestern eine eigene Informationsveranstaltung zur geplanten Änderung des Landeanflugs durchgeführt. Bürgermeisterkandidat Wich gab die Informationen der DFS von der Ausschuss-Sitzung am 2. August weiter. Eine Zahl schockte die Zuhörer: die Kapazität der neuen Route in der Nachtzeit soll 70 Landungen betragen, also schlimmstenfalls alle 5 Minuten ein Überflug. Auch an den Berechnungsmethoden des FFR wurde Kritik geübt. Wich erklärte, dass Hainburg seit 2002 etwa 1000 Bürger wegen Umweltproblemen verloren habe. Käme noch Fluglärm dazu, sei die Stadt in ihrer Existenz bedroht. Dagegen müsse man kämpfen. Eine Unterschriftenaktion gegen die Flugroutenänderung und für ein Nachtflugverbot wurde gestartet, eine weitere Veranstaltung ist geplant. (Mehr über die Entwicklung in Hainburg im Unterbeitrag Kreis Offenbach)

10.08.2010: Grüne im Kreis Offenbach fordern Nachtflugverbot statt Flugroutenänderung

Die Grünen im Kreis Offenbach fordern energisch die Umsetzung eines Nachtflugverbotes in der Zeit von 23 - 5 Uhr anstatt "Demokratisierung des Fluglärms" in dieser Zeit. Die gerade eröffnete Diskussion um neue nächtliche, das Kreisgebiet erheblich belastende Flugrouten, verdeutlicht nach Ansicht der Grünen, dass der einzige wirksame Schutz für den Schlaf ein Nachtflugverbot sei. Ein entsprechender Antrag für die nächste Kreistagssitzung wurde eingereicht.

03.08.2010: Bürgermeister Gieltowski fordert für Rüsselsheim akzeptable Lösung

Auch im Westen des Flughafens melden sich die "Verlierer" bei der Fluglärmverteilung jetzt zu Wort. Der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Oberbürgermeister Gieltowski findet für die Vorschläge deutliche Worte: "Dieses Maßnahmenpaket ist völlig unzureichend und bestätigt uns in der Ablehnung des Ausbauvorhabens. Es ersetzt insbesondere nicht unsere Forderung nach einem vollständigen Nachtflugverbot". Es werde jetzt klar, dass durch das Maßnahmenpaket die Lärmimmissionen kaum verringert würden, der Lärm würde nur anders verteilt.

Gieltowski kritisierte, dass schon jetzt 20000 der 60000 Einwohner von Rüsselsheim erheblichen Fluglärm zu ertragen hätten. Dass jetzt noch einmal 9000 hinzu kommen sollen, gehe nicht an. Durch den Ausbau sei für Haßloch und Königstädten eine drastische Zunahme des Fluglärms zu erwarten. Durch die neuen Maßnahmen könnten jetzt die letzten halbwegs ruhigen Gebiete der Stadt (z.B. Bauschheim) auch noch verlärmt werden. Der OB forderte "mit allen Nachdruck eine für die in Rüsselsheim lebenden Menschen akzeptable Lösung" ein. Die Stadt wolle sich für einen größtmöglichen Lärmschutz in Rüsselsheim und gemeinsam mit den anderen Gemeinden der Zukunft Rhein-Main für eine echte Lärmminderung einsetzen.

Wenige Tage später bestreitet der Rüsselsheimer SPD Vorsitzende Layer in einer Pressemitteilung , dass es über die Beurteilung des Maßnahmenpaketes Differenzen zwischen OB Gieltowski und dem Raunheimer Bürgermeister Jühe (einer der "Väter" des Pakets) gebe. Es unterscheide sie "nur der Blickwinkel", aus ihrem Betrachtungswinkel hätten beide recht.

02.08.2010: Neue Flugrouten - Stress im Kreis Offenbach

Durch den gekrümmten Landeanflug, mit dem die großen Städte Offenbach und Hanau entlastet werden sollen, droht kleineren Städten im Kreis offenbach mehr Fluglärm. Vor allem Heusenstamm, Obertshausen, Hainburg und Rodgau, am Rande auch Seligenstadt und Gravenbruch, die dann überflogen werden sollen, wären betroffen. Die Städte, meist von CDU-Mehrheiten regiert und nicht gegen den Flughafenausbau, wurden von den Plänen völlig überrascht. Inzwischen formiert sich zögernd politischer Widerstand. Viele Bürger sind verunsichert, was an zusätzlichem Fluglärm auf sie zukommen wird.

Im unserem Übersichtsbeitrag haben wir versucht, die Reaktionen in den einzelnen Städten von der Verkündung des Maßnahmenpakets bis Anfang August zusammenzustellen.

27.07.2010: FAG und BVF üben Kritik

Auf einer Pressekonferenz der FAG nehmen Experten das Maßnahmenpaket aktiver Schallschutz kritisch unter die Lupe. Das Ergebnis: eher eine Mogelpackung zur Beruhigung der Bürger als der große Wurf beim Lärmschutz.

27.07.2010: BFU Eddersheim kritisiert Maßnahmenpaket

Eine der wenigen BIs, die sich bisher zum Maßnahmenpaket geäußert haben, ist die BFU Eddersheim. Das mit großen Versprechungen begleitete Paket bringe in Wirklichkeit sehr wenig, die Öffentlichkeit werde getäuscht. Die lärmgeplagten Bürger seien mit gutem Grund gar nicht erst in die Diskussion einbezogen worden. Die Airlines setzten ihre wirtschaftlichen Interessen über den Lärmschutz. So würde ein echtes Steilstartverfahren abgelehnt, weil es etwas mehr Kerosin koste. Als Mogelpackung sieht die BFU auch die angekündigte Umrüstung der B737. Die Lufthansa werde durch die Umrüstung so viel bei den lärmabhängigen Landegebühren einsparen, dass sich dieser Schritt betriebswirtschaftlich lohne. Ob die Überflüge aber tatsächlich deutlich leiser würden, sei zweifelhaft.

22.07.2010: Neu-Isenburg lehnt Mehrbelastung durch neue Anflugrouten ab

Die Stadt Neu-Isenburg ist mit der geplanten Änderung des Anflugverfahrens durch den gekrümmten Landeanflug, bei dem Offenbach südlich umflogen wird und die Flugzeuge zwischen Heusenstamm und Neu-Isenburg Gravenbruch wieder auf die normale Anfluggrundlinie kommen, nicht zufrieden. Bürgermeister Hunkel lehnt die dadurch entstehende zusätzliche Lärmbelastung für Gravenbruch ab: "Neu-Isenburg fordert, die Anflugroute so zu verlegen, dass keine zusätzliche Fluglärmbelastung für Neu-Isenburg entsteht" (wie das gehen soll, sagt er nicht). Weiterhin sollten die Gebietsabgrenzungen beim Lärmindex mit den kommunalen Grenzen zusammenfallen, damit die Auswirkungen für die Bürger einer Kommune genau abgeschätzt werden könnten.

09.07.2010: Mülheim - Neue Flugrouten, ja bitte!

Des einen Leid, des anderen Freud. Der Mühlheimer Bürgermeister Müller freut sich, dass Mühlheim von nächtlichen Überflügen entlastet werden soll: "Die nächtliche Ruhe wird uns etwas bringen, da bin ich ganz sicher. Mühlheim wird dadurch als Wohnstandort im Rhein-Main-Gebiet attraktiver. Und diese Botschaft gilt es über das Marketing nach außen zu transportieren." Konkret, so Müller, gehe es darum, dass die Immobilienpreise in Mühlheim auf dem jetzigen Niveau gehalten werden können.

29.6.2010: FFR stellt Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz vor"

Das "Forum Flughafen und Region (FFR) hat heute im Beisein von Ministerpräsident Koch ein Maßnahmenpaket zum "Aktiven Schallschutz" am Frankfurter Flughafen vorgestellt. Damit soll die Region noch vor der Inbetriebnahme der neuen Landebahn vom Fluglärm entlastet werden. Beschreibung der Pläne und erste Reaktionen hier:

Informationsmaterial

Informationsquellen zum Flugbetrieb

Weitere Beiträge zum FFR-Maßnahmenpaket:

Informationen beim FFR und Fraport

Informationen bei der Fluglärmkommission (seit 2013)

  • Homepage Fluglärmkommission
    Umfassende Informationen über die Arbeit der Kommission (Aktuelles, detaillierte Unterlagen zu den Sitzungen)

Weiteres Material

Neue Initiativen, die sich mit Flugrouten/ -Änderungen und dem Thema "Aktiver Schallschutz" befassen

Was läuft anderswo in Sachen Flugrouten? Brennpunkt Berlin

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